Bistum Fulda
Neue Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch

Die Deutsche Bischofskonferenz hat am Dienstag, 31. August, die überarbeiteten „Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ vorgestellt. Bischof Dr. Stephan Ackermann, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für alle Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich, sagte bei der Präsentation der Leitlinien in Trier: „Die schrecklichen Erkenntnisse und Erfahrungen der vergangenen Monate haben uns gezeigt, dass die Leitlinien von 2002 nicht in allen Punkten präzise genug waren. Deshalb haben wir sie noch einmal einer besonders kritischen Prüfung unterzogen und verschärft.“
Ein zentraler Punkt sei die Einschaltung der Strafverfolgungsbehörden. „Hier galt es soweit möglich und rechtlich zulässig ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anzeigenpflicht und der Gewährleistung eines Opferschutzes zu erreichen. Bei der Formulierung der Leitlinie zur Unterstützung der staatlichen Strafverfolgungsbehörden war deshalb eine Interessenabwägung notwendig, um dem Interesse an der Zusammenarbeit mit der Strafverfolgungsbehörde im Verhältnis zum möglichen Wunsch des Opfers nach Vertraulichkeit bestmöglich Geltung zu verschaffen“, betonte Bischof Ackermann. „Die Pflicht zur Weiterleitung entfällt nur ausnahmsweise, wenn dies dem ausdrücklichen Wunsch des mutmaßlichen Opfers (bzw. dessen Eltern oder Erziehungsberechtigten) entspricht und der Verzicht auf eine Mitteilung rechtlich zulässig ist. In jedem Fall sind die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten, wenn weitere mutmaßliche Opfer ein Interesse an der strafrechtlichen Verfolgung der Taten haben könnten.“
Neben der Präzisierung der Anzeigenpflicht enthalten die neuen Leitlinien verbesserte Regelungen zur Auswahl der Beauftragten. Bischof Ackermann: „Um mögliche Opfer zu ermutigen, sich zu melden, soll das Angebot möglichst niedrigschwellig gehalten werden. Dazu gehört, dass die beauftragte Person nicht zur Leitung des Bistums gehören soll. Werden mehrere Personen beauftragt, soll mindestens eine von ihnen nicht zur Leitung des Bistums gehören.“ Außerdem solle zur Beratung in Fragen zum Umgang mit sexuellem Missbrauch ein ständiger Beraterstab mit unterschiedlichen Experten eingerichtet werden.
Darüber hinaus berücksichtigen die überarbeiteten Leitlinien auch das Thema Prävention. So müssten Personen, die haupt- oder nebenberuflich in der Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt werden sollten, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, erklärte Bischof Ackermann.
Um ein „möglichst optimales Ergebnis“ zu erhalten, hätten sich die Bischöfe bei der Überarbeitung der Leitlinien mit zahlreichen kirchlichen und nicht-kirchlichen Experten beraten, sagte Pater Dr. Hans Langendörfer SJ, Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz. Dabei wurde darauf geachtet, „dass insbesondere auch psychiatrisch-psychotherapeutischer sowie juristischer Sachverstand und fundierte fachliche Erfahrung und Kompetenz in der Arbeit mit Opfern sexuellen Missbrauchs bei den Fachleuten nachgefragt und eingebracht wurde.“ Gerade die Vertreter von Opferschutzverbänden hätten hier wertvolle Hinweise geleistet, so P. Dr. Langendörfer.
(Quelle: Deutsche Bischofskonferenz)
Aktuelle Meldungen
Lebendiger Gott wandelt Perspektiven
Die neue Broschüre mit den Kursangeboten des Bistums Fulda zu Exerzitien, Besinnung und Meditation ist erschienen. Die Übersicht über das ganze Jahr 2012 soll Interessierten eine Einplanung von Besinnungs- und geistlichen Tagen in ihren Alltag erleichtern und auf dem persönlichen Glaubensweg ermutigen.Jugendfreizeiten 2012
Das Bischöfliche Jugendamt und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) bieten auch in diesem Jahr in ihrem Jahresprogramm ein umfassendes Angebot an Bildungs- und Freizeitmaßnahmen für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren. Es sind hier noch Plätze frei.Neustart Café Hoffnungsschimmer in Fulda ab 9. Februar
Wegen vermehrter Anfragen nach dem offenen Gesprächsangebot für Trauernde, das bislang nur in Hanau, Salmünster und Schlüchtern stattfand, wird am 9. Februar ein neues „Café Hoffnungsschimmer“ eröffnet, und zwar im Alten- und Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt, dem Erna-Hosemann-Haus, Bonhoeffer-Straße 4, in Fulda. Künftig kann jeden zweiten Donnerstag im Monat von 17 bis 18.30 Uhr diese Begegnung für Trauernde stattfinden.Ständiger Diakon Dr. Pasenow in Ruhestand
Diakon Dr. Hans-Jochen Pasenow ist in der Pfarrkuratie St. Franziskus in Marburg-Cappel in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit Wirkung vom 1. Januar war er aus Gesundheitsgründen von seinem Amt als Ständiger Diakon entpflichtet worden.Noch Plätze für JuLeiCa-Kurs im März/Mai frei
Angesichts des großen Interesses nach einer Ausbildung für Gruppenleiter nach JuLeiCa-Standards hat sich die Katholische Jugend im Bistum Fulda (KJF) zu einer 2. Kursgruppe in 2012 entschlossen. Der Ausbildungskurs beinhaltet eine komplette Grundausbildung mit Schwerpunkt auf kirchlicher Jugendarbeit und Ministrantenarbeit und erstreckt sich über zwei Wochenenden.RSS-Feeds abonnieren
News und Informationen aus dem Bistum - schnell und komfortabel via RSS


