Katholikenrat im Bistum Fulda
Katholikenratsvorstand bei Bischof Heinz Josef Algermissen
Foto (v.l.n.r.): Richard Pfeifer, Bernhard Jagoda, Thomas Ebert, Bischof Heinz Josef Algermissen, Steffen Flicker, Alois Zumbrägel, Angela Makowski, Rita Malcomess |
Fulda, Hanau, Marburg, Kassel (mz). Als Herzensanliegen bezeichnete Bischof Heinz Josef Algermissen das kirchliche Ehrenamt bei seinem Gespräch am vergangenen Mittwoch mit dem Vorstand des Katholikenrates. Auch bei einer ausreichenden Zahl von Priestern sei das Ehrenamt für die Kirche absolut notwendig, weil sie „Kirche der Menschen“ ist. Der Bischof erinnerte daran, dass die Kirche von ihrem Anfang an durch Laieninitiativen entstanden und getragen worden ist.
Katholikenrat und Bischof kommt es darauf an, gemeinsam das kirchliche Ehrenamt im Bistum Fulda weiter zu entwickeln und zu fördern. Es trage entscheidend zur Lebendigkeit der Kirche bei. Der Bischof betonte bei dem Gespräch, dass er sich Kirche ohne Ehrenamtliche und ohne den Dienst der Räte nicht vorstellen könne. In seiner Analyse des Ehrenamtes wies der Bischof darauf hin, dass die gebrochene Gotteserfahrung der Menschen das eigentliche Problem unserer Gesellschaft sei. Dass nichts mehr eindeutig und unwidersprochen bleibe, werde von vielen Menschen als Sinnkrise empfunden. Aufgabe der Kirche sei es, Gott allen Menschen jenseits von Verharmlosung, als fürsorglichen und mitgehenden Lebensbegleiter zu verkündigen. Es sei eine besondere Herausforderung für die Kirche, Gott zur Sprache zu bringen – und dies für alle Menschen in den unterschiedlichsten Milieus. Für die Zukunft müsse man davon ausgehen, dass es kein Vorverständnis mehr für Religion und Glaube in der Gesellschaft gebe. Deshalb komme es im Bistum darauf an, die vielfältig vorhandenen geistlichen und pastoralen Kräfte und Ressourcen zu entwickeln und sinnvoll einzusetzen. Für unsere Kirche sei es notwendig, die Situation des „Andersgewordenseins“ innerlich anzunehmen und geistlich neu zu füllen. Dieser Herausforderung habe sich unter anderem der Bistumstag am 3. Juli 2009 gestellt. Dieses Ziel verfolgen auch zahlreiche Pfarreien und Pastoralverbünde, die derzeit mit einem „Brief der Hoffnung“ dem Bischof vorstellen sollen, welche konkreten Ziele sie sich gesetzt haben und wie die Pastoral der Zukunft gestaltet sein soll.
Themen des jährlichen Bischofsgespräches waren die Planungen zur Frühjahrs-Vollversammlung des Katholikenrates am 26. März 2010, der Ökumenische Kirchentag, die geistliche Begleitung der katholischen Verbände sowie die Internetpräsenz des Bistums. Der Bischof dankte dem Katholikenrat für die vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit und die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr.
8. Februar 2010
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