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Katholikenrat im Bistum Fulda

Altersarmut vermeiden – Altern in Würde!

Katholikenrat ruft nach tragfähigen Lösungen  

Die Vollversammlung des Katholikenrates hat am vergangenen Samstag folgenden Text beschlossen:

Mit großer Sorge beobachtet der Katholikenrat im Bistum Fulda für einen immer größer werdenden Personenkreis eine verhängnisvolle Entwicklung hin zu einer unzureichenden Alterssicherung in Deutschland.

  • Bereits heute erreicht ein Durchschnittsverdiener erst nach 27 Jahren Beitragszahlung in die gesetzliche Rentenversicherung eine Rentenhöhe, die der Höhe der Grundsicherung entspricht.
  • Dabei nimmt die Anzahl der prekären Beschäftigungsverhältnisse immer noch zu, ebenso die unterbrochenen und abgebrochenen Erwerbsbiografien, mit der Folge, dass vielen Menschen die eigene Möglichkeit, einen auskömmlichen Rentenanspruch zu erwerben, genommen wird. Auch die immer noch hohe Zahl der Langzeitarbeitslosen führt zu einer Verschärfung der Altersarmut genau so, wie eine zunehmende Zahl jener Selbständiger, die nur ein unterdurchschnittliches Einkommen erzielen und in keinem Altersvorsorgesystem ausreichend abgesichert sind.
  • Mit einem mangelndem Alterseinkommen geht für viele Betroffene oft eine soziale Vereinsamung, eine nicht altersgerechte Wohnsituation, mangelnde Versorgung auf Grund von Altersbeschwerden und Krankheit, sowie das Gefühl der Machtlosigkeit einher, diese Situation aus eigener Kraft überwinden zu können.
  • Altersarmut hat nicht nur für die direkt Betroffenen einschneidende Konsequenzen. Die jährlichen Ausgaben der Kommunen für die Grundsicherung haben sich in den vergangenen 8 Jahren auf 4 Milliarden Euro verdreifacht. Die Zahl der Empfänger hat weiter steigende Tendenz und die Grundsicherung könnte sich für die Träger zum finanziellen Sprengsatz entwickeln.

Das Rentenversicherungssystem hat seit 1957 mit dafür gesorgt, dass Menschen bisher ihren Lebensumständen im Alter relativ beruhigt entgegen sehen konnten. Durch die veränderte demografische Entwicklung in Deutschland ist dieses System jedoch an die Grenze der Leistungsfähigkeit angekommen, nicht mehr zukunftsfähig und bedarf daher dringend einer grundlegenden Revision. Die bisher eingeleiteten politischen Maßnahmen sind aber entweder nicht Ziel führend oder teilweise für das Gesamtsystem nur kurzfristig wirksam.
Der Hinweis auf eine stärkere private Vorsorge für das Alter bleibt beim überwiegenden Teil der Bevölkerung mangels verfügbarer Nettoeinkommen ein folgenloser Appell.
Selbstbestimmung im Alter, Fürsorge und Pflege und die Anerkennung der Lebensleistung sind neben der materiellen Absicherung durch ein solidarisches Alterssicherungssystem der sichtbare Ausdruck von Menschenwürde. Altersarmut verstößt gegen das Gebot der Unantastbarkeit der Würde des Menschen in jeder Lebensphase und dem Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes, so wie der sozialen Gerechtigkeit in einer entwickelten Gesellschaft. Jeder Mensch hat auch im Alter ein grundlegendes Recht auf ein menschenwürdiges Leben und auf die materielle Sicherung seiner Existenz.
Der Katholikenrat im Bistum Fulda ruft daher die eingesetzte „Regierungskommission für die Entwicklung von Konzepten gegen die Altersarmut“ dringend auf, alsbald tragfähige Lösungen zu erarbeiten.
Dabei sollte das „Drei Säulen-Modell“ der katholischen Sozialverbände als ein umsetzbares und finanzierbares Solidarmodell in die Beratungen einbezogen werden.

22. September 2011


Katholikenrat im Bistum Fulda
Paulustor 5, 36037 Fulda
Telefon: 0661 / 87-386
E-Mail: katholikenrat@bistum-fulda.de
Internet:www.bistum-fulda.de

 
 
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Aktuelle Meldungen

Kirchliche Sendungen im Hörfunk
In einer katholischen Morgenfeier am Sonntag, 26. Mai, um 7.30 Uhr im 2. Programm des Hessischen Rundfunks (hr2-kultur) wird Monsignore Pfarrer Elmar Gurk (Fulda) die Ansprache halten. Marcus C. Leitschuh (Kassel) wird vom 27. bis 31. Mai sowie am 2. Juni innerhalb der Sendereihe „Übrigens …“ auf hr4 zu hören sein. Den „Zuspruch“ im ersten Programm des Hessischen Rundfunks (hr1) wird in der Woche vom 27. Mai bis 1. Juni Dr. Peter Felix Ruelius (Fulda) übernehmen.
Jugendlobpreis in der Michaelskirche
Am Sonntag, 2. Juni, findet um 18 Uhr ein Jugendlobpreis in der Michaelskirche statt. Im Jahr des Glaubens stehen die Lobpreisgebete unter der Überschrift „Feel the Spirit!“. Jugendpfarrer Thomas Renze wird dazu eine Katechese halten.
Bistum Fulda fordert Nachbesserungen bei Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraftanlagen
Die Bauabteilung des Bischöflichen Generalvikariats in Fulda hat erhebliche Bedenken gegen den „Teilregionalplan Energie Nordhessen 2013“, durch den Vorrangflächen für den Bau von Windkrafträdern ausgewiesen werden, und fordert hier erhebliche Nachbesserungen, da die Kulturlandschaft des Fuldaer Landes und denkmalpflegerische Aspekte in dem Plan nicht genügend berücksichtigt worden sind. Eine detaillierte Stellungnahme zu dem Teilregionalplan hat das Bistum daher an das Regierungspräsidium und die Mitglieder der Regionalversammlung versandt.
Musical „Auf Leben und Tod“ über den hl. Augustinus in Neuhof
Am Dienstag, 4. Juni, wird im Gemeindezentrum in Neuhof das Musical „Auf Leben und Tod – Bist du bereit für die Wahrheit?“ aufgeführt. Beginn ist um 19 Uhr. Es handelt sich bei dem Stück um eine Produktion der Emmanuel School of Mission (Altötting).
Pfarrer Dr. Ernst 70 Jahre
Akademikerseelsorger Geistlicher Rat Pfarrer Dr. Norbert Ernst (Grebenstein) kann am 25. Mai seinen 70. Geburtstag begehen. Er wurde 1943 in Kassel geboren und legte 1962 am Realgymnasium in Rotenburg/Fulda die Abiturprüfung ab.
 

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