Katholikenrat im Bistum Fulda
Katholikenratsmitglieder wirken an Erklärung mit: „Inklusion von Menschen mit Behinderung im Bildungswesen fördern“
ZdK benennt Kriterien für die Gestaltung der Veränderungsprozesse, unter denen Inklusion gelingen kann.
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Die Weiterentwicklung der Förderung von Menschen mit Behinderung im Sinne des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen macht das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) zum Thema. „Unter dem Titel »Gemeinsam lernen« ist ein Beschluss entstanden, an dem unser ZdK-Mitglied Marcus Leitschuh maßgeblich mitgewirkt hat“, so Richard Pfeifer (Biebergemünd-Kassel), Vorsitzender des Katholikenrates im Bistum Fulda.
„Wir sind stolz, so direkt und intensiv an der Entstehung und Mehrheitsfindung mitgewirkt zu haben“, so Richard Pfeifer. Die Erklärung macht deutlich, dass Inklusion nicht allein der UN-Konvention entspricht, sondern ein wesentlicher Bestandteil des christlichen Menschenbildes ist. Inklusive Strukturen der Bildung im gesamten Lebenslauf sollen in einem Prozess, der viel Zeit und Ressourcen erfordert, entwickelt werden. Da es hierzu einer gesamtgesellschaftlichen Akzeptanz bedarf, werden die Mitglieder des ZdK in ihren Organisationen und Räten Inklusion breit diskutieren. Der Text der Erklärung nennt Kriterien für die Gestaltung der Veränderungsprozesse, unter denen Inklusion gelingen kann. Dazu gehören die Qualitätssicherung der förderpädagogischen Fachlichkeit, die Wahrung des Erziehungsrechts der Eltern, die Aus- und Fortbildung der Lehrenden und die räumlichen, finanziellen und personellen Rahmenbedingungen. „Inklusion darf nicht zu Unterforderung oder Überforderung sowie zu einer Reduktion von Bildungsmöglichkeiten von Menschen ohne Behinderung führen. Sie ist eine besondere Chance für das soziale Lernen“, so der Katholikenratsvorsitzende.
Die erste Fassung war in der Vollversammlung heftig kritisiert worden. Marcus Leitschuh wurde dann nach verschiedenen Änderungsanträgen gebeten, in einer nächtlichen Sitzung an einer Kompromissfassung mitzuwirken und seine Erfahrungen als Lehrer und Schulleitungsmitglied einzubringen. Der am nächsten Morgen vorgelegte Text wurde dann von allen Seiten begrüßt und einstimmig angenommen. Marcus Leitschuh hatte vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen an seiner Schule mehr Realismus und ein Blick auf die konkrete Situation in den Schulen gefordert. „Die Eltern von Kindern mit Behinderung sollen zwischen unterschiedlichen Schulen wählen können. Dazu bedarf es eines pluralen Schulangebotes von Förderschulen, inklusiven Schulen und Kooperationsmodellen“, so Leitschuh. „Nicht alle Schulen werden alle Bereiche und Ansprüche zwischen seelischer, körperlicher und emotionaler Behinderung gleichermaßen abdecken können. Der Unterricht wird auch künftig spezifisch ausgebildete Förderpädagogen erfordern.“
Katholikenrat im Bistum Fulda
Paulustor 5, 36037 Fulda
Telefon: 0661 / 87-386
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