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Aktuelles Bischofswort - zum Sonntag, 25. Mai 2008

Paulus als Missionar

 
Wer verstehen will, wie Paulus als Missionar handelt, und wie er sich in missionarischen Situationen verhält, der erhält Auskunft in der Apostelgeschichte. Im 17. Kapitel gibt uns Paulus in Athen eine Aufklärung. Die Stadt stand zur Zeit des Paulus als Stadt der Künste und der Wissenschaften in hohem Ansehen. Zugleich berichten zahlreiche Quellen von der sprichwörtlichen Religiosität der Athener. Die Stadt war ein regelrechter Schmelztiegel vieler Religionen und Kulte. In dieser Situation verkündet Paulus den christlichen Glauben in Athen mit seinen gebildeten und doch ungewöhnlich religiösen Bürgern. Wie macht er das? In Athen angekommen, geht Paulus zunächst durch die Stadt, nimmt die Situation wahr, hört, was die Menschen denken, was sie bewegt. Er spricht, wie die Apostelgeschichte berichtet, "täglich auf dem Markt mit denen, die er gerade antraf! (Apg 17, 17). Auf den zentralen Plätzen redet er von der Botschaft des Evangeliums Jesu Christi. Er spricht bewusst in die multireligiöse Vorstellungswelt der Menschen hinein. Und er tut das in den Denkkategorien seiner philosophisch gebildeten Gesprächspartner. Hier vollzieht sich das, was wir in den Überlegungen zur missionarischen Pastoral als "Anknüpfen" bezeichnen. Die Rede des Paulus auf dem Areopag, die "meist erörterte Rede der Weltliteratur" (Rudolf Pesch), gilt als exemplarische Verkündigungsfigur einer missionarischen Kirche. Die Rede des Paulus ist ein Höhepunkt in der ganzen Geschichte der Ausbreitung des frühen Christentums in der multireligiösen Welt der damaligen Zeit. Paulus und mit ihm das frühe Christentum scheuen sich nicht, auf dem Markt in aller Öffentlichkeit über ihren Glauben zu sprechen, ja ihn zu bezeugen. Darum lässt sich von Paulus zu Recht sagen: "Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir…" (Joh 3, 11). Die ersten Adressaten waren religiös orientierte Menschen, die also schon ein gewisses religiöses Interesse mitbrachten. Paulus fürchtet sich nicht vor diesen selbstbewussten Athenern und diskutiert mit ihnen, auch wenn sie ihm stolz und herablassend begegnen. Wer das Evangelium in einer solchen Welt verkünden will, muss mit Ablehnung rechnen. Seine athenischen Gesprächspartner halten Paulus für irgendeinen "Verkünder fremder Gottheiten". Zwar rede Paulus, wie sie sagen, "recht befremdliche Dinge", aber er erregt doch ihre Neugierde und sie wollen Genaueres wissen. Daraufhin hält Paulus seine so genannte Areopag-Rede: Das erste Dokument einer bewussten Auseinandersetzung des christlichen Glaubens mit dem Griechentum in missionarischer Absicht. Er beginnt mit dem Hinweis auf eine Überfülle von heidnischen Altären, die er gesehen hat. Dabei hatte er unter den Heiligtümern auch einen Altar entdeckt, der die Inschrift trug: "Einem unbekannten Gott". Daran knüpft er nun an und geht einfühlsam und zugleich geschickt vor: Er nimmt zunächst die vielgestaltige, aber auch diffuse Religiosität auf, was eine erste Kontaktnahme erleichtert. Für Paulus ist es wichtig, suchende Menschen anzusprechen, die in ihrer Suche schon eine gewisse Ahnung von Religiosität bekunden. Der "unbekannte Gott" lädt da zur Weiterführung des Gesprächs geradezu ein. Paulus kommt bald zur Sache und öffnet seinen Zuhörern zunächst die Augen und Ohren: "Was ihr sucht, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch" (17, 23). In unserer sich immer mehr säkularisierenden Welt, in der aber viele Menschen nach Sinn, Orientierung und einer religiösen Dimension suchen, bedarf es der "Areopag-Methode" des Paulus. Er ist fest überzeugt, dass er den Athenern das Geheimnis dieses unbekannten Gottes entschlüsseln kann. Paulus zeigt den Athenern, dass hinter dem unbekannten Gott der Eine und Einzige steht, der Himmel und Erde erschaffen hat, der der Schöpfer aller Menschen ist und nicht in von Menschenhand gemachten Tempeln lebt. Er verkündet einen Gott, der nicht Ausdruck menschlicher Wünsche ist und eine unableitbare Selbstständigkeit hat. Seine missionarische Rede läuft auf Jesus Christus und die Auferstehung hin. Aber hier scheiden sich nun die Geister. Paulus hat sich zwar mit seiner Botschaft souverän dem hohen geistigen Niveau der gebildeten Athener als geistig ebenbürtig erwiesen. Aber der Spott des Anfangs (vgl. 17, 18) kehrt nun wieder. Die Athener vertrösten ihn höflich und süffisant: "Darüber wollen wir dich ein andermal hören" (17, 32). Die großartig angelegte und klug aufgebaute missionarische Rede des Paulus bewirkt keine Massenbekehrungen. Hier liegt die Grenze jeder öffentlichen Rede auch auf dem Markt der gegenwärtigen religiösen Eitelkeiten. Aber dieses "davon reden, wovon er überzeugt ist", war auch nicht umsonst. Als Paulus weggeht, heißt es: "Einige schlossen sich ihm an und wurden gläubig" (17, 34), sogar ein Mitglied des Areopag und eine Frau, nämlich Dionysius und Damaris. In dieser Szene auf dem Marktplatz zu Athen kommt modellhaft vieles zur Anschauung, was für eine "missionarische Kirche" und das ihr angemessene Verhalten heute wichtig ist. An uns liegt es nun, dieses Modell auf die Marktplätze in Fulda, Kassel, Marburg oder Hanau zu übertragen. Hoffentlich kann das Paulus-Jahr 2008 uns dabei helfen.
 

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Aktuelle Meldungen

Lebendiger Gott wandelt Perspektiven
Die neue Broschüre mit den Kursangeboten des Bistums Fulda zu Exerzitien, Besinnung und Meditation ist erschienen. Die Übersicht über das ganze Jahr 2012 soll Interessierten eine Einplanung von Besinnungs- und geistlichen Tagen in ihren Alltag erleichtern und auf dem persönlichen Glaubensweg ermutigen.
Jugendfreizeiten 2012
Das Bischöfliche Jugendamt und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) bieten auch in diesem Jahr in ihrem Jahresprogramm ein umfassendes Angebot an Bildungs- und Freizeitmaßnahmen für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren. Es sind hier noch Plätze frei.
Neustart Café Hoffnungsschimmer in Fulda ab 9. Februar
Wegen vermehrter Anfragen nach dem offenen Gesprächsangebot für Trauernde, das bislang nur in Hanau, Salmünster und Schlüchtern stattfand, wird am 9. Februar ein neues „Café Hoffnungsschimmer“ eröffnet, und zwar im Alten- und Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt, dem Erna-Hosemann-Haus, Bonhoeffer-Straße 4, in Fulda. Künftig kann jeden zweiten Donnerstag im Monat von 17 bis 18.30 Uhr diese Begegnung für Trauernde stattfinden.
Ständiger Diakon Dr. Pasenow in Ruhestand
Diakon Dr. Hans-Jochen Pasenow ist in der Pfarrkuratie St. Franziskus in Marburg-Cappel in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit Wirkung vom 1. Januar war er aus Gesundheitsgründen von seinem Amt als Ständiger Diakon entpflichtet worden.
Noch Plätze für JuLeiCa-Kurs im März/Mai frei
Angesichts des großen Interesses nach einer Ausbildung für Gruppenleiter nach JuLeiCa-Standards hat sich die Katholische Jugend im Bistum Fulda (KJF) zu einer 2. Kursgruppe in 2012 entschlossen. Der Ausbildungskurs beinhaltet eine komplette Grundausbildung mit Schwerpunkt auf kirchlicher Jugendarbeit und Ministrantenarbeit und erstreckt sich über zwei Wochenenden.
 

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