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300 Jahre Dom zu Fulda

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Aktuelles Bischofswort - zum Sonntag, 5. September 2010

Hausbesuche

„Warum kommt der Pfarrer nicht?“
Diese Frage höre ich bei den Gesprächen in den Gemeinden unseres Bistums im Rahmen meiner Visitationen immer wieder. Und tatsächlich: Obwohl Hausbesuche zu den Pflichtaufgaben aller Priester gehören, sie theologisch und biblisch gut begründet sind, als missionarisch effektiv gelten und erwartet werden, gehört die Visite der Gemeindeglieder durchaus nicht immer zu ihren Lieblingsaufgaben.

Pfarrer genießen zwar eine große Gestaltungsfreiheit in ihrem Beruf, aber sie haben durchaus Pflichtaufgaben. Dazu gehören, wie ich es häufig in Erinnerung bringe, auch die Hausbesuche.

Ich weiß, dass das Arbeitspensum der Priester in den letzten Jahren zugenommen hat. In meinem Schlusswort am Diözesantag im Juli letzten Jahres (03.07.2009) in Fulda habe ich es zur Sprache gebracht und gebeten, in den Gemeinden und Pastoralverbünden darüber nachzudenken: „Priester, Diakone und Gemeindereferentinnen und -referenten können nur um die Gefahr des Zusammenbruchs andauernd zusätzliche Aufgaben übernehmen. Der Weg hin zu einer konzentrierten Pastoral… zieht Richtungsentscheidungen im Blick auf Vorrangigkeiten und Nachrangigkeiten sowie verlässliche Standards in der Pastoral nach sich.“
Welcher Priester hat unterdessen mit seinem Pfarrgemeinderat und seinem Verwaltungsrat darüber ein Gespräch begonnen?

Zu den Vorrangigkeiten der Seelsorger gehört für mich fraglos der Hausbesuch. Ich empfehle den Pfarrern deshalb ein professionelles Zeitmanagement nach dem Motto: „Nicht reagieren, sondern strukturieren“. Also einen Vormittag oder Abend pro Woche strikt für Besuche reservieren. Solcherart Disziplin hilft auch, die psychologische Barriere zu bekämpfen. Denn bei Hausbesuchen sitzen wir Priester alle ohne Konzept da, müssen spontan reagieren, auch mal schweigen, müssen den „Heimvorteil“ den Besuchten überlassen, die uns vielleicht bohrend mit kritischen Fragen konfrontieren.

Der heutige Mensch hat ein ungestilltes Bedürfnis nach Ernstnehmen seiner Person und Individualität. Das ist der Grund für die Nachfrage und der psychologische Ansatzpunkt des Hausbesuchs. Jemand in seinem Eigenen aufsuchen bedeutet schon, ihn als Person aufsuchen, nicht als ehrenamtliche Arbeitskraft, Geldspender oder „Mitglied“.

Der seelsorgerliche Hausbesuch hilft mit, dass das Vorwort der Pastoralkonstitution „Die Kirche in der Welt von heute“ des Zweiten Vatikanischen Konzils (Gaudium et spes, Nr. 1) nicht zum frommen Wunschtraum wird: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.“

Zwar sind die mit einem regelmäßigen Besuchsdienst verbundenen Herausforderungen durchaus anstrengend. Aber wer sie annimmt, wird belohnt.

 
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Aktuelle Meldungen

Kirchliche Sendungen im Hörfunk
In einer katholischen Morgenfeier am Sonntag, 26. Mai, um 7.30 Uhr im 2. Programm des Hessischen Rundfunks (hr2-kultur) wird Monsignore Pfarrer Elmar Gurk (Fulda) die Ansprache halten. Marcus C. Leitschuh (Kassel) wird vom 27. bis 31. Mai sowie am 2. Juni innerhalb der Sendereihe „Übrigens …“ auf hr4 zu hören sein. Den „Zuspruch“ im ersten Programm des Hessischen Rundfunks (hr1) wird in der Woche vom 27. Mai bis 1. Juni Dr. Peter Felix Ruelius (Fulda) übernehmen.
Jugendlobpreis in der Michaelskirche
Am Sonntag, 2. Juni, findet um 18 Uhr ein Jugendlobpreis in der Michaelskirche statt. Im Jahr des Glaubens stehen die Lobpreisgebete unter der Überschrift „Feel the Spirit!“. Jugendpfarrer Thomas Renze wird dazu eine Katechese halten.
Bistum Fulda fordert Nachbesserungen bei Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraftanlagen
Die Bauabteilung des Bischöflichen Generalvikariats in Fulda hat erhebliche Bedenken gegen den „Teilregionalplan Energie Nordhessen 2013“, durch den Vorrangflächen für den Bau von Windkrafträdern ausgewiesen werden, und fordert hier erhebliche Nachbesserungen, da die Kulturlandschaft des Fuldaer Landes und denkmalpflegerische Aspekte in dem Plan nicht genügend berücksichtigt worden sind. Eine detaillierte Stellungnahme zu dem Teilregionalplan hat das Bistum daher an das Regierungspräsidium und die Mitglieder der Regionalversammlung versandt.
Musical „Auf Leben und Tod“ über den hl. Augustinus in Neuhof
Am Dienstag, 4. Juni, wird im Gemeindezentrum in Neuhof das Musical „Auf Leben und Tod – Bist du bereit für die Wahrheit?“ aufgeführt. Beginn ist um 19 Uhr. Es handelt sich bei dem Stück um eine Produktion der Emmanuel School of Mission (Altötting).
Pfarrer Dr. Ernst 70 Jahre
Akademikerseelsorger Geistlicher Rat Pfarrer Dr. Norbert Ernst (Grebenstein) kann am 25. Mai seinen 70. Geburtstag begehen. Er wurde 1943 in Kassel geboren und legte 1962 am Realgymnasium in Rotenburg/Fulda die Abiturprüfung ab.
 

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