Aktuelles Bischofswort - zum Sonntag, 2. Januar 2011
Sternsinger als Missionare

Zehntausende Kinder ziehen in diesen Tagen von Haus zu Haus, um als Sternsinger für Kinder in Not zu sammeln. Diesmal soll die Aktion Kindern in Kambodscha helfen, die durch heimtückische Landminen schwer verletzt wurden.
Eine geschickte Strategie, unterstützt von den Medien, mag mitgeholfen haben, diese größte Jugendaktion Deutschlands landauf landab bekannt zu machen. Auftritte von Sternsinger-Delegationen beim Bundespräsidenten, bei der Bundeskanzlerin sowie den Ministerpräsidenten gehören dazu. Das allein erklärt aber nicht, warum so viele Menschen begeistert ihre Wohnung, ihr Herz und ihren Geldbeutel öffnen, wenn die jungen Leute an der Haustür schellen und singend Gottes Segen zum neuen Jahr wünschen. Es gibt sicher einen tieferen Grund. Ich kenne keine andere Gelegenheit im Jahreslauf, dass wildfremde Menschen bei einem zuhause auftauchen, um eine christliche Erinnerung ins Private zu bringen.
Religion sei Privatsache geworden, so heißt es. Und manche Politiker wollen das auch mit aller Macht erreichen. In vielen Haushalten ist Religion nicht einmal mehr eine private Angelegenheit. Wo wird in den Häusern denn noch gebetet, wo finden wir noch das Kreuz als Zeichen der Erlösung in den Familien? Christsein ist delegiert an besondere Ritenräume, die Gotteshäuser.
Die Sternsinger durchbrechen ein Tabu. Sie rühren gerade Menschen an, die sich in mancher Einsamkeit auch religiös verlassen fühlen, mitunter unbewusst. Beim Sternsingen, der großen katholischen Aktion, offenbart sich ein Sehnsuchtsrest: Wie schön wäre es, wenn man glauben könnte, auch in den eigenen vier Wänden, wenn man angesprochen würde!
Kaum noch ein Seelsorger macht konsequent Hausbesuche, ob bei Nahestehenden oder Fernstehenden. Selbst wer über Jahrzehnte am selben Ort wohnt, kann es erleben, dass nie ein Pfarrer auftaucht. Die Argumente sind bekannt: Zeitmangel, Priestermangel, zu große Seelsorgeeinheiten. Der ganz überwiegend liebevolle Empfang unserer Sternsinger sollte allerdings die Seelsorger kritisch nachdenklich stimmen: Das Management der Pastoral verharrt zu sehr im Sitzungschristentum, statt sich in die Häuser zu begeben, wo die Menschen leben und insgeheim auf manche religiöse Anrührung und Anregung warten.
Wir alle sollten uns daran erinnern lassen, wie ursprünglich alles begann: durch Hausbesuche und persönliche Ansprache Jesu und seiner Jünger. Am berühmtesten ist jener Hausbesuch des Auferstandenen in Emmaus, der die Herzen der beiden resignierten Jünger aufflammen ließ (vgl. Lk 24, 29-32).
Die Kirche entstand einmal als Hauskirche. Wir sind wieder soweit.



Aktuelle Meldungen
Kirchliche Sendungen im Hörfunk
In einer katholischen Morgenfeier am Sonntag, 26. Mai, um 7.30 Uhr im 2. Programm des Hessischen Rundfunks (hr2-kultur) wird Monsignore Pfarrer Elmar Gurk (Fulda) die Ansprache halten. Marcus C. Leitschuh (Kassel) wird vom 27. bis 31. Mai sowie am 2. Juni innerhalb der Sendereihe „Übrigens …“ auf hr4 zu hören sein. Den „Zuspruch“ im ersten Programm des Hessischen Rundfunks (hr1) wird in der Woche vom 27. Mai bis 1. Juni Dr. Peter Felix Ruelius (Fulda) übernehmen.Jugendlobpreis in der Michaelskirche
Am Sonntag, 2. Juni, findet um 18 Uhr ein Jugendlobpreis in der Michaelskirche statt. Im Jahr des Glaubens stehen die Lobpreisgebete unter der Überschrift „Feel the Spirit!“. Jugendpfarrer Thomas Renze wird dazu eine Katechese halten.Bistum Fulda fordert Nachbesserungen bei Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraftanlagen
Die Bauabteilung des Bischöflichen Generalvikariats in Fulda hat erhebliche Bedenken gegen den „Teilregionalplan Energie Nordhessen 2013“, durch den Vorrangflächen für den Bau von Windkrafträdern ausgewiesen werden, und fordert hier erhebliche Nachbesserungen, da die Kulturlandschaft des Fuldaer Landes und denkmalpflegerische Aspekte in dem Plan nicht genügend berücksichtigt worden sind. Eine detaillierte Stellungnahme zu dem Teilregionalplan hat das Bistum daher an das Regierungspräsidium und die Mitglieder der Regionalversammlung versandt.Musical „Auf Leben und Tod“ über den hl. Augustinus in Neuhof
Am Dienstag, 4. Juni, wird im Gemeindezentrum in Neuhof das Musical „Auf Leben und Tod – Bist du bereit für die Wahrheit?“ aufgeführt. Beginn ist um 19 Uhr. Es handelt sich bei dem Stück um eine Produktion der Emmanuel School of Mission (Altötting).Pfarrer Dr. Ernst 70 Jahre
Akademikerseelsorger Geistlicher Rat Pfarrer Dr. Norbert Ernst (Grebenstein) kann am 25. Mai seinen 70. Geburtstag begehen. Er wurde 1943 in Kassel geboren und legte 1962 am Realgymnasium in Rotenburg/Fulda die Abiturprüfung ab.RSS-Feeds abonnieren
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