Aktuelles Bischofswort - zum Sonntag, 06. März 2011
Ballast abwerfen
Die bunte Lebensfreude der tollen Tage hat einen klaren Endpunkt: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei…“ Noch steht der Name „Aschermittwoch“ im allgemeinen Bewusstsein, wird er, als Abschluss der Faschings- oder Karnevalszeit, in den Kalendern weitergeführt. Die graue Asche dient gewissermaßen als Kontrast zur Farbigkeit der vorhergehenden Tage. Wie weit ist aber die Bedeutung dieses Tages als Beginn der vierzigtägigen österlichen Bußzeit bekannt? Wer weiß denn noch, dass die Ausgelassenheit der Fastnacht, wie der Name noch heute sagt, vom Ernst der ehemals harten Bußdisziplin verursacht wurde? Sie diente der Besinnung auf das Wesentliche und der Rückkehr zum Ursprung durch den Verzicht auf Ablenkung.
Dabei kommt das Ganze des Lebens in den Blick: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ Die eindringlichen Worte bei der Austeilung der Asche stellen uns der Gewissheit des eigenen Todes gegenüber. Ein letztes Mal werden diese Worte beim Begräbnis gesprochen, während Erde auf den Sarg fällt. Sie fußen auf der Erzählung vom Sündenfall und der Vertreibung der Stammeltern aus dem Paradies. „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Ackerboden; von ihm bist du ja genommen. Denn Staub bist du, zum Staub musst du zurück“ (Genesis 3, 19).
In der Religionsgeschichte nimmt die Asche als Bild der Vergänglichkeit, Trauer und Buße breiten Raum ein. Die Verbrennungsöfen der Konzentrationslager haben diesem Bild einen furchtbaren Realitätsbezug gegeben. In dem berühmten Gedicht „Todesfuge“ von Paul Celan bildet eines der fugenähnlich wiederkehrenden Motive das Gegensatzpaar zweier Frauennamen, wobei der Gegensatz in der Beschreibung des Haares der Namenträgerinnen deutlich wird: „dein goldenes Haar Margarete / dein aschenes Haar Sulamith“.
Staub und Asche erscheinen angesichts dieses Erfahrungshintergrundes ungeeignet, Symbol für einen Neubeginn zu sein. Darin kommt lediglich die Gewissheit, sterben zu müssen zum Ausdruck, die Ausweglosigkeit gegenüber dem Todesschicksal.
Die Zeichenhandlung will uns in der Tat auf die Begrenztheit unseres Lebens aufmerksam machen. Aber es ist ja eine zweifache Begrenzung, nach hinten und nach vorn. Nach hinten will sagen: Du bist aus dem Nichts, aus Staub erschaffen worden, aber nicht per Zufall, sondern nach dem Willen Gottes, der dich gewollt, sein Ja zu dir gesprochen hat. Darum ist die Begrenzung nach vorn, der Tod, nicht ein Versinken ins Nichts, sondern eine Rückkehr zu Gott: „Fürchte dich nicht, ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir“ (Jesaja 43, 1).
Die Errettung aus dem völligen Vergessen, der Namenlosigkeit, ist kein Automatismus. Im Alten wie im Neuen Testament heißt es wiederholt: Wer den Namen Gottes anruft, wird gerettet werden. So auch der Eröffnungsvers der Messfeier vom ersten Fastensonntag: „Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören“ (Psalm 91, 15). Wer sich zu Jesus Christus bekennt, zu dem und zu der wird auch er sich bekennen (vgl. Offb 3, 5).
So ist der Empfang der Asche in der Form des Kreuzes nicht nur eine Anerkennung der eigenen Begrenztheit, sondern zugleich ein Bekennen Jesu Christi, des Gekreuzigten, und eine Bekundung des Willens zur Nachfolge.
Das zweite Deutewort bei der Austeilung der Asche ist der Ruf des Täufers Johannes: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1, 15). Wer also die am Aschermittwoch beginnende österliche Bußzeit ernst nimmt, muss unbedingt Ballast abwerfen. Erst dann kommt man auf dem Weg nach Ostern voran.
Dabei kommt das Ganze des Lebens in den Blick: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ Die eindringlichen Worte bei der Austeilung der Asche stellen uns der Gewissheit des eigenen Todes gegenüber. Ein letztes Mal werden diese Worte beim Begräbnis gesprochen, während Erde auf den Sarg fällt. Sie fußen auf der Erzählung vom Sündenfall und der Vertreibung der Stammeltern aus dem Paradies. „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Ackerboden; von ihm bist du ja genommen. Denn Staub bist du, zum Staub musst du zurück“ (Genesis 3, 19).
In der Religionsgeschichte nimmt die Asche als Bild der Vergänglichkeit, Trauer und Buße breiten Raum ein. Die Verbrennungsöfen der Konzentrationslager haben diesem Bild einen furchtbaren Realitätsbezug gegeben. In dem berühmten Gedicht „Todesfuge“ von Paul Celan bildet eines der fugenähnlich wiederkehrenden Motive das Gegensatzpaar zweier Frauennamen, wobei der Gegensatz in der Beschreibung des Haares der Namenträgerinnen deutlich wird: „dein goldenes Haar Margarete / dein aschenes Haar Sulamith“.
Staub und Asche erscheinen angesichts dieses Erfahrungshintergrundes ungeeignet, Symbol für einen Neubeginn zu sein. Darin kommt lediglich die Gewissheit, sterben zu müssen zum Ausdruck, die Ausweglosigkeit gegenüber dem Todesschicksal.
Die Zeichenhandlung will uns in der Tat auf die Begrenztheit unseres Lebens aufmerksam machen. Aber es ist ja eine zweifache Begrenzung, nach hinten und nach vorn. Nach hinten will sagen: Du bist aus dem Nichts, aus Staub erschaffen worden, aber nicht per Zufall, sondern nach dem Willen Gottes, der dich gewollt, sein Ja zu dir gesprochen hat. Darum ist die Begrenzung nach vorn, der Tod, nicht ein Versinken ins Nichts, sondern eine Rückkehr zu Gott: „Fürchte dich nicht, ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir“ (Jesaja 43, 1).
Die Errettung aus dem völligen Vergessen, der Namenlosigkeit, ist kein Automatismus. Im Alten wie im Neuen Testament heißt es wiederholt: Wer den Namen Gottes anruft, wird gerettet werden. So auch der Eröffnungsvers der Messfeier vom ersten Fastensonntag: „Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören“ (Psalm 91, 15). Wer sich zu Jesus Christus bekennt, zu dem und zu der wird auch er sich bekennen (vgl. Offb 3, 5).
So ist der Empfang der Asche in der Form des Kreuzes nicht nur eine Anerkennung der eigenen Begrenztheit, sondern zugleich ein Bekennen Jesu Christi, des Gekreuzigten, und eine Bekundung des Willens zur Nachfolge.
Das zweite Deutewort bei der Austeilung der Asche ist der Ruf des Täufers Johannes: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1, 15). Wer also die am Aschermittwoch beginnende österliche Bußzeit ernst nimmt, muss unbedingt Ballast abwerfen. Erst dann kommt man auf dem Weg nach Ostern voran.



Aktuelle Meldungen
Kirchliche Sendungen im Hörfunk
In einer katholischen Morgenfeier am Sonntag, 26. Mai, um 7.30 Uhr im 2. Programm des Hessischen Rundfunks (hr2-kultur) wird Monsignore Pfarrer Elmar Gurk (Fulda) die Ansprache halten. Marcus C. Leitschuh (Kassel) wird vom 27. bis 31. Mai sowie am 2. Juni innerhalb der Sendereihe „Übrigens …“ auf hr4 zu hören sein. Den „Zuspruch“ im ersten Programm des Hessischen Rundfunks (hr1) wird in der Woche vom 27. Mai bis 1. Juni Dr. Peter Felix Ruelius (Fulda) übernehmen.Jugendlobpreis in der Michaelskirche
Am Sonntag, 2. Juni, findet um 18 Uhr ein Jugendlobpreis in der Michaelskirche statt. Im Jahr des Glaubens stehen die Lobpreisgebete unter der Überschrift „Feel the Spirit!“. Jugendpfarrer Thomas Renze wird dazu eine Katechese halten.Bistum Fulda fordert Nachbesserungen bei Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraftanlagen
Die Bauabteilung des Bischöflichen Generalvikariats in Fulda hat erhebliche Bedenken gegen den „Teilregionalplan Energie Nordhessen 2013“, durch den Vorrangflächen für den Bau von Windkrafträdern ausgewiesen werden, und fordert hier erhebliche Nachbesserungen, da die Kulturlandschaft des Fuldaer Landes und denkmalpflegerische Aspekte in dem Plan nicht genügend berücksichtigt worden sind. Eine detaillierte Stellungnahme zu dem Teilregionalplan hat das Bistum daher an das Regierungspräsidium und die Mitglieder der Regionalversammlung versandt.Musical „Auf Leben und Tod“ über den hl. Augustinus in Neuhof
Am Dienstag, 4. Juni, wird im Gemeindezentrum in Neuhof das Musical „Auf Leben und Tod – Bist du bereit für die Wahrheit?“ aufgeführt. Beginn ist um 19 Uhr. Es handelt sich bei dem Stück um eine Produktion der Emmanuel School of Mission (Altötting).Pfarrer Dr. Ernst 70 Jahre
Akademikerseelsorger Geistlicher Rat Pfarrer Dr. Norbert Ernst (Grebenstein) kann am 25. Mai seinen 70. Geburtstag begehen. Er wurde 1943 in Kassel geboren und legte 1962 am Realgymnasium in Rotenburg/Fulda die Abiturprüfung ab.RSS-Feeds abonnieren
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