Aktuelles Bischofswort - zum Sonntag 11. September 2011
Kreuzerhöhung
Immer wieder zieht es uns an jene Orte, die etwas mit unserer Identität zu tun haben: der Geburtsort, die Tauf- oder Trauungskirche oder auch der Platz, an dem sich Menschen zum ersten Mal begegnet sind.
Die Kernmitte des christlichen Glaubens enthält die ungemein tröstliche, aber auch herausfordernde Botschaft, dass selbst Gott einen solchen Ort kennt, an dem er von uns Menschen immer wieder gefunden und erkannt sein will. Dieser Ort markiert ein Stück unserer menschlichen Geschichte, es ist das Kreuz Jesu Christi auf Golgotha. Um unsere Identität als Glaubende finden zu können, müssen wir uns an diesen Ort begeben.
Dazu lädt uns in besonderer Weise das Fest der Kreuzerhöhung ein, das wir am kommenden Mittwoch feiern. In seinem Ursprung geht es zurück auf die Einweihungsfeierlichkeiten der Martyriumsbasilika in Jerusalem im Jahre 335, die auf dem Hügel Golgotha neben dem Grab Christi unter Kaiser Konstantin errichtet worden ist. Von diesem Ursprung leitet sich auch der in den Kirchen des Ostens noch heute übliche Brauch her, dass der Priester an diesem Festtag das mit Zweigen geschmückte Kreuz in einem festlichen Zug ins Kirchenschiff trägt, es in die vier Himmelsrichtungen erhebt und nach jeder Erhebung eine Verneigung bis zum Boden vollzieht, wobei jeweils ein „Kyrie eleison“ gerufen wird. Wie die Mutter Kaiser Konstantins, die Hl. Helena, auf Golgotha die Grabeskirche errichten und über dem Altar das Kreuz erhöhen ließ, so bringt dieser liturgische Brauch in den Ostkirchen zum Ausdruck, dass auch uns heute zugemutet ist, über unserem Leben das Kreuz Jesu Christi als Zeichen der Hoffnung zu erheben.
An diesem Kreuz haben wir alle Anteil erhalten in der Taufe auf den Namen Jesu Christi. Denn getauft werden heißt im buchstäblichen Sinn sterben und als neue Menschen auferstehen, wie Paulus im Römerbrief unmissverständlich betont. Wenn wir uns in die Tiefe des Geheimnisses unserer Taufe einlassen, können auch wir nicht anders, als mit Paulus von Christus und folglich auch von uns zu bekennen: „Zwar wurde er in seiner Schwachheit gekreuzigt, aber er lebt aus Gottes Kraft. Auch wir sind schwach in ihm. Aber wir werden zusammen mit ihm vor euren Augen aus Gottes Kraft leben“ (2 Kor 13,4).
Von der Konsequenz des Kreuzes im Leben der Christen handelt eine Legende, die sich um das liturgische Fest der Kreuzerhöhung gebildet hat, weil man über lange Zeit hin den historischen Ursprung dieses Festes in der triumphalen Rückführung der Kreuzesreliquie durch Kaiser Heraklios im Jahre 628 erblickt hat. In diesem Zusammenhang will die Legende wissen, dass, nachdem Kaiser Heraklios das Kreuz den Persern wieder entrissen hat, er selbst, geschmückt mit den Insignien des Weltherrschers, das Kreuz in einer triumphalen Prozession auf den Hügel Golgotha zurückträgt. In dem Moment, als er am Stadttor ankommt, vermag er plötzlich nicht mehr weiterzugehen. Bischof Zacharias von Jerusalem löst den Knoten dieser für den Kaiser blamablen Verlegenheit, indem er zu ihm sagt: „Merke, Kaiser, dass du mit diesem triumphalen Ornat beim Tragen des Kreuzes allzu wenig die Armut und Niedrigkeit Jesu Christi nachahmst“. Daraufhin legte der Kaiser seine Prunkgewänder ab; und in der gewöhnlichen Gewandung des Volkes vermag er den Weg des Kreuzes zu Ende zu gehen.
Die bestechende wie unbestechliche Wahrheit dieser Legende liegt auch für die heutige Zeit darin, dass sich das Kreuz Jesu Christi, Zeichen seiner äußersten Ohnmacht und der nackten Entleerung seiner Würde, in keiner Weise mit weltlichem Ornat und triumphalem Prunk bei denjenigen, die im Zeichen des Kreuzes leben, verträgt. Das Kreuz verlangt vielmehr, dass diejenigen, die es tragen, etwas durchscheinen lassen von der Armut und Niedrigkeit dessen, der am Kreuze hängt. Das bedeutet konkret: Alle, die Christus nachfolgen wollen, müssen auf die eine oder andere Weise Ballast abwerfen. Es fällt nicht schwer, den Wunsch nach einer demütigeren Kirche, heutzutage vielfach artikuliert, hier festzumachen.
Das Kreuz ist und bleibt das entscheidende Identitätszeichen der Christen. Das Fest seiner Erhöhung in dieser Woche ist ein willkommener Anlass, uns neu auf das Kreuz als die Kernmitte unseres Glaubens zu verpflichten.
Die Kernmitte des christlichen Glaubens enthält die ungemein tröstliche, aber auch herausfordernde Botschaft, dass selbst Gott einen solchen Ort kennt, an dem er von uns Menschen immer wieder gefunden und erkannt sein will. Dieser Ort markiert ein Stück unserer menschlichen Geschichte, es ist das Kreuz Jesu Christi auf Golgotha. Um unsere Identität als Glaubende finden zu können, müssen wir uns an diesen Ort begeben.
Dazu lädt uns in besonderer Weise das Fest der Kreuzerhöhung ein, das wir am kommenden Mittwoch feiern. In seinem Ursprung geht es zurück auf die Einweihungsfeierlichkeiten der Martyriumsbasilika in Jerusalem im Jahre 335, die auf dem Hügel Golgotha neben dem Grab Christi unter Kaiser Konstantin errichtet worden ist. Von diesem Ursprung leitet sich auch der in den Kirchen des Ostens noch heute übliche Brauch her, dass der Priester an diesem Festtag das mit Zweigen geschmückte Kreuz in einem festlichen Zug ins Kirchenschiff trägt, es in die vier Himmelsrichtungen erhebt und nach jeder Erhebung eine Verneigung bis zum Boden vollzieht, wobei jeweils ein „Kyrie eleison“ gerufen wird. Wie die Mutter Kaiser Konstantins, die Hl. Helena, auf Golgotha die Grabeskirche errichten und über dem Altar das Kreuz erhöhen ließ, so bringt dieser liturgische Brauch in den Ostkirchen zum Ausdruck, dass auch uns heute zugemutet ist, über unserem Leben das Kreuz Jesu Christi als Zeichen der Hoffnung zu erheben.
An diesem Kreuz haben wir alle Anteil erhalten in der Taufe auf den Namen Jesu Christi. Denn getauft werden heißt im buchstäblichen Sinn sterben und als neue Menschen auferstehen, wie Paulus im Römerbrief unmissverständlich betont. Wenn wir uns in die Tiefe des Geheimnisses unserer Taufe einlassen, können auch wir nicht anders, als mit Paulus von Christus und folglich auch von uns zu bekennen: „Zwar wurde er in seiner Schwachheit gekreuzigt, aber er lebt aus Gottes Kraft. Auch wir sind schwach in ihm. Aber wir werden zusammen mit ihm vor euren Augen aus Gottes Kraft leben“ (2 Kor 13,4).
Von der Konsequenz des Kreuzes im Leben der Christen handelt eine Legende, die sich um das liturgische Fest der Kreuzerhöhung gebildet hat, weil man über lange Zeit hin den historischen Ursprung dieses Festes in der triumphalen Rückführung der Kreuzesreliquie durch Kaiser Heraklios im Jahre 628 erblickt hat. In diesem Zusammenhang will die Legende wissen, dass, nachdem Kaiser Heraklios das Kreuz den Persern wieder entrissen hat, er selbst, geschmückt mit den Insignien des Weltherrschers, das Kreuz in einer triumphalen Prozession auf den Hügel Golgotha zurückträgt. In dem Moment, als er am Stadttor ankommt, vermag er plötzlich nicht mehr weiterzugehen. Bischof Zacharias von Jerusalem löst den Knoten dieser für den Kaiser blamablen Verlegenheit, indem er zu ihm sagt: „Merke, Kaiser, dass du mit diesem triumphalen Ornat beim Tragen des Kreuzes allzu wenig die Armut und Niedrigkeit Jesu Christi nachahmst“. Daraufhin legte der Kaiser seine Prunkgewänder ab; und in der gewöhnlichen Gewandung des Volkes vermag er den Weg des Kreuzes zu Ende zu gehen.
Die bestechende wie unbestechliche Wahrheit dieser Legende liegt auch für die heutige Zeit darin, dass sich das Kreuz Jesu Christi, Zeichen seiner äußersten Ohnmacht und der nackten Entleerung seiner Würde, in keiner Weise mit weltlichem Ornat und triumphalem Prunk bei denjenigen, die im Zeichen des Kreuzes leben, verträgt. Das Kreuz verlangt vielmehr, dass diejenigen, die es tragen, etwas durchscheinen lassen von der Armut und Niedrigkeit dessen, der am Kreuze hängt. Das bedeutet konkret: Alle, die Christus nachfolgen wollen, müssen auf die eine oder andere Weise Ballast abwerfen. Es fällt nicht schwer, den Wunsch nach einer demütigeren Kirche, heutzutage vielfach artikuliert, hier festzumachen.
Das Kreuz ist und bleibt das entscheidende Identitätszeichen der Christen. Das Fest seiner Erhöhung in dieser Woche ist ein willkommener Anlass, uns neu auf das Kreuz als die Kernmitte unseres Glaubens zu verpflichten.



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