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Aktuelles Bischofswort - zum Sonntag 18. September 2011

Brückenbauer

Liebe Leserinnen und Leser! Zur bevorstehenden apostolischen Reise unseres Hl. Vaters nach Deutschland möchte ich Ihnen einige grundsätzliche Gedanken zum Nachdenken anbieten:
„Der Bischof der Kirche von Rom, in dem das vom Herrn einzig dem Petrus, dem Ersten der Apostel, übertragene und seinen Nachfolgern zu vermittelnde Amt fortdauert, ist Haupt des Bischofskollegiums, Stellvertreter Christi und Hirte der Gesamtkirche hier auf Erden“ (Codex des kanonischen Rechtes, can. 331). Vielleicht ist von allen Päpstlichen Titeln der Begriff „Pontifex“ der schönste. Pontifex/Brückenbauer wurde im 4. Jahrhundert zu einem Begriff für alle Bischöfe als Inhaber der höchsten Rangstufe des Priestertums. Ab dem 8. Jahrhundert wurde der Papst als „Summus Pontifex“ bezeichnet, parallel verwendete man den Titel noch bis zum 11. Jahrhundert für alle Bischöfe. Dann wurde er mehr und mehr exklusiv auf den Papst bezogen. Besonders Anselm von Canterbury (+1109) und Bernhard von Clairvaux (+1153) trugen zur Verbreitung bei, da sie den Papst konsequent so anredeten.


In ihrem dritten Kapitel stellt die Kirchenkonstitution des II. Vatikanischen Konzils (1962 - 1965) „Lumen Gentium“ (LG) Bischofskollegium und Papst als die beiden obersten Gewaltenträger innerhalb der katholischen Kirche dar, die ihre Gewalt in spezifischer Weise in der Leitung und in der Lehre ausüben. Im Hinblick auf die Leitungsgewalt erinnert das Konzil daran, dass das Bischofskollegium von Anfang an kollegial verfasst ist. Synoden, Konzilien, aber auch die Bischofsweihe als kollegialer Akt machen dies deutlich. Das Kollegium ist nicht als nachträglicher Zusammenschluss einzelner Bischöfe zu verstehen, sondern als eine umfassende Einheit, welche dem einzelnen Bischof vorausliegt. Die Vollmacht der Heiligung, der Lehre und der Leitung kommt dem Bischof zu, insofern er diesem Kollegium zugehört und nicht unabhängig von ihm. In solchem Zusammenhang ist dann auch ausführlicher vom Bischof von Rom die Rede: „Wie nach der Verfügung des Herrn der Hl. Petrus und die übrigen Apostel ein einziges apostolisches Kollegium bilden, so sind in entsprechender Weise der Bischof von Rom, der Nachfolger Petri, und die Bischöfe, die Nachfolger der Apostel, untereinander verbunden“ (LG 22).


Welche Rolle kommt dem Bischof von Rom innerhalb des Bischofskollegiums zu? „Der Papst ist haupt- und mitkonstituierendes Element dieses Kollegiums; ohne ihn hört es auf, Kollegium zu sein. Dieses Kollegium hat die höchste und volle Gewalt in der Kirche inne, also mit und unter dem Papst dieselbe Vollmacht wie der Papst, die ihm nicht vom Papst erteilt wird. Die Ausübung dieser Vollmacht des Kollegiums muss ein kollegialer Akt sein; dazu ist aus dem Wesen dieses Kollegiums heraus die Mitwirkung des Papstes erforderlich“ (Karl Rahner, Einleitung zu Lumen Gentium, in „Kleines Konzilskompendium“, Freiburg 1966).


Wie der Bischof von Rom „als Nachfolger Petri das immerwährende, sichtbare Prinzip und Fundament für die Einheit der Vielheit von Bischöfen und Gläubigen“ ist, so sind „die Einzelbischöfe … sichtbares Prinzip und Fundament der Einheit in ihren Teilkirchen, die nach dem Bild der Gesamtkirche gestaltet sind. In ihnen und aus ihnen besteht die eine und einzige katholische Kirche“ (LG 23). Die katholische Kirche ist kein starrer Einheitsblock, sondern ein lebendiges Gebilde mit vielen lebendigen Zellen: „Die Kirche Christi ist wahrhaft in allen rechtmäßigen Ortsgemeinschaften der Gläubigen anwesend, die in der Verbundenheit mit ihren Hirten im Neuen Testament auch selbst Kirchen heißen. Sie sind nämlich je an ihrem Ort, im Heiligen Geist und mit großer Zuversicht (vgl. 1 Thess 1,5), das von Gott gerufene neue Volk“ (LG 26). Die Eucharistiefeier, deren letztverantwortlicher Leiter der jeweilige Bischof ist, bildet das Fundament und den Kern dieses Kirchenverständnisses. In der mit ihrem Bischof Eucharistie feiernden Gemeinde wird das Wesen der Kirche deutlich. Dieser Sicht entspricht es, dass den Bischöfen als Leiter ihrer Ortskirchen eine „eigene, ordentliche und unmittelbare Gewalt“ zukommt, sie ihre Teilkirche also „als Stellvertreter und Gesandte Christi“ und „nicht als Stellvertreter der Bischöfe von Rom“ leiten (LG 27).


Die große Freude über den bevorstehenden Besuch des Hl. Vaters in Berlin, Erfurt und Freiburg mündet bei mir in die Hoffnung, dass sich Papst Benedikt XVI. für unsere Kirche und Gesellschaft in Deutschland angesichts der deutlichen Fiebersymptome einer Krise als Brückenbauer erweist.

 
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„Tag der Literatur“ in Bibliothek des Priesterseminars
In diesem Jahr veranstaltet der Hessische Rundfunk die vierte hessenweite Aktion „Ein Tag für die Literatur“. Die Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars nimmt an der Veranstaltungsreihe mit einer Lesung zum Thema „Fulda als Reiseziel in Erzählungen und Reiseberichten“ teil.
Studientag „Tatort Bibel“ im Bonifatiushaus
Am Samstag, 25. Mai, findet ab 10 Uhr im Fuldaer Bonifatiushaus ein Studientag mit Pfarrer Ferdinand Rauch (Poppenhausen) zum Thema „Tatort Bibel – Kriminalfälle in den Testamenten“ statt.
Grundsolidarität unter Christen angemahnt
„Weil es nur einen Geist gibt, muss es unter denen, die sich zu Jesus Christus bekennen, eine Grundsolidarität geben, die weit vor allen persönlichen Vorlieben, kirchlichen Strömungen, theologischen und politischen Richtungen liegt.“ Dies stellte der katholische Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, am Pfingstmontag in Kassel heraus.
Telefonseelsorge informierte in Stein-Schule
Das hatte es weder für die Freiherr-vom-Stein-Schule noch für die Gäste des Fuldaer Gymnasiums bislang gegeben: Vorstandsmitglieder des Fördervereins der Telefonseelsorge Fulda informierten etwa 60 Abiturienten über den Dienst der 70 weiblichen und männlichen ehrenamtlichen Mitarbeiter am Telefon.
Bischof Algermissen predigte am Pfingstsonntag im Fuldaer Dom
Emanzipation von Gott hat fatale Folgen - Bischof Algermissen predigte am Pfingstsonntag im Fuldaer Dom.
 

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