Aktuelles Bischofswort - zum Sonntag 30. Oktober 2011
Im Ende die Vollendung
In jeder Messfeier gedenkt die Kirche ihrer lebenden und verstorbenen Glieder. So ist die Eucharistiefeier Ausdruck der bleibenden Verbundenheit aller Glieder der Kirche, zugleich aber auch die reale Verbindung mit dem Geheimnis des Todes und der Auferstehung Jesu Christi und gibt Anteil an seiner Lebenshingabe aus Liebe, dem Opfer der Versöhnung, durch dass dem Verstorbenen Gottes Barmherzigkeit und Vergebung aller Schuld zu Teil werden sollen.
Auch wenn das kirchliche Begräbnis zuerst ein Dienst an den Verstorbenen ist, so ist es doch zugleich auch ein Dienst an den Trauernden. Die Kirche begleitet mit ihrer Liturgie die Angehörigen, die vor allen anderen die Aufgabe haben, den Leichnam des Verstorbenen zu begraben. In einer menschlich häufig nur schwer zu ertragenden Situation vermögen die Feier der Liturgie, die anwesende Gemeinde und das rituelle Handeln der Kirche den Trauernden Halt zu geben.
Texte und Riten der Begräbnisliturgie können helfen, mit den eigenen Fragen vor Gott zu treten, ihm für das Leben der Verstorbenen zu danken und ihn zu bitten, dass er den Verstorbenen die Vollendung in seinem Reich schenke. Manche Psalmen ermutigen dazu, den eigenen Schmerz wahrzunehmen und vor Gott zu trauern und zu klagen. Doch darf der Zuspruch des Trostes und der Hoffnung nicht fehlen. Deshalb gibt es keine kirchliche Begräbnisfeier, ohne dass das Wort Gottes und die frohe Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu Christi und die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten verkündet werden.
Die kirchliche Begräbnisfeier hat aber nicht nur für die engsten Angehörigen eine wichtige Funktion. Es kommt ihr vielmehr auch eine Bedeutung für die Lebenden insgesamt und für die Gesellschaft zu. Die Aufmerksamkeit und Liebe, mit der die Kirche ihre Verstorbenen bestattet, sowie das Gedenken der Toten vor Gott sind deutliche Zeichen dafür, dass der Mensch über den Tod hinaus Würde und Zukunft hat. Der Verzicht etwa auf gottesdienstliche Feiern beim Begräbnis hat auch Konsequenzen für die Begräbniskultur insgesamt und für die humane Gestalt der Gesellschaft.
Besondere Bedeutung für die Trauerkultur und das christliche Gedenken an die Verstorbenen haben unabhängig von einem konkreten Todesfall die traditionellen Tage des Totengedenkens mit ihren gottesdienstlichen Feiern und ihrem Brauchtum. In der Pfarrseelsorge soll deshalb der Feier von Allerheiligen und Allerseelen große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Neben besonderen Totenandachten und dem Friedhofsgang mit Gräbersegnung hat sich an manchen Orten der empfehlenswerte Brauch entwickelt, bei der Messfeier am Allerseelentag der im letzten Jahr verstorbenen Gemeindeglieder namentlich zu gedenken.
Es gab Zeiten, da übten die Menschen die „ars moriendi“, die Kunst, dem Tod entgegen zu gehen. Die Totentanzzyklen des 17. und 18. Jahrhunderts offenbaren diese Kunst eindrücklich. Es gab Zeiten, da gehörte das Gebet um eine gute Sterbestunde zu den täglichen Gebeten. Leider wird das heutzutage kaum mehr praktiziert. Wie wir aber mit dem Tod und unseren Toten umgehen, ist ein direkter Hinweis darauf, wie wir leben.
Der wirklich Glaubende sieht mehr. Ihm tut sich der Himmel auf und er sieht die große Communio, die Gemeinschaft der Heiligen um den Thron Gottes versammelt und erfährt dieselbe Gemeinschaft in der Kirche. Und bis heute heißt es immer am Ende der Präfation, dass sich die feiernde Gemeinde dem Chor der Engel und Heiligen im Himmel anschließt und in ihr „Heilig, heilig“ einstimmt.
Wir sind also mit allen unseren Lieben verbunden, die von uns gegangen sind, denen wir viel zu verdanken haben und die uns den Weg des Glaubens beispielhaft vorausgegangen sind. Ihre Namen und Gesichter können und dürfen wir nicht vergessen. Das muss uns in den nächsten Tagen wieder ganz plausibel werden.
Auch wenn das kirchliche Begräbnis zuerst ein Dienst an den Verstorbenen ist, so ist es doch zugleich auch ein Dienst an den Trauernden. Die Kirche begleitet mit ihrer Liturgie die Angehörigen, die vor allen anderen die Aufgabe haben, den Leichnam des Verstorbenen zu begraben. In einer menschlich häufig nur schwer zu ertragenden Situation vermögen die Feier der Liturgie, die anwesende Gemeinde und das rituelle Handeln der Kirche den Trauernden Halt zu geben.
Texte und Riten der Begräbnisliturgie können helfen, mit den eigenen Fragen vor Gott zu treten, ihm für das Leben der Verstorbenen zu danken und ihn zu bitten, dass er den Verstorbenen die Vollendung in seinem Reich schenke. Manche Psalmen ermutigen dazu, den eigenen Schmerz wahrzunehmen und vor Gott zu trauern und zu klagen. Doch darf der Zuspruch des Trostes und der Hoffnung nicht fehlen. Deshalb gibt es keine kirchliche Begräbnisfeier, ohne dass das Wort Gottes und die frohe Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu Christi und die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten verkündet werden.
Die kirchliche Begräbnisfeier hat aber nicht nur für die engsten Angehörigen eine wichtige Funktion. Es kommt ihr vielmehr auch eine Bedeutung für die Lebenden insgesamt und für die Gesellschaft zu. Die Aufmerksamkeit und Liebe, mit der die Kirche ihre Verstorbenen bestattet, sowie das Gedenken der Toten vor Gott sind deutliche Zeichen dafür, dass der Mensch über den Tod hinaus Würde und Zukunft hat. Der Verzicht etwa auf gottesdienstliche Feiern beim Begräbnis hat auch Konsequenzen für die Begräbniskultur insgesamt und für die humane Gestalt der Gesellschaft.
Besondere Bedeutung für die Trauerkultur und das christliche Gedenken an die Verstorbenen haben unabhängig von einem konkreten Todesfall die traditionellen Tage des Totengedenkens mit ihren gottesdienstlichen Feiern und ihrem Brauchtum. In der Pfarrseelsorge soll deshalb der Feier von Allerheiligen und Allerseelen große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Neben besonderen Totenandachten und dem Friedhofsgang mit Gräbersegnung hat sich an manchen Orten der empfehlenswerte Brauch entwickelt, bei der Messfeier am Allerseelentag der im letzten Jahr verstorbenen Gemeindeglieder namentlich zu gedenken.
Es gab Zeiten, da übten die Menschen die „ars moriendi“, die Kunst, dem Tod entgegen zu gehen. Die Totentanzzyklen des 17. und 18. Jahrhunderts offenbaren diese Kunst eindrücklich. Es gab Zeiten, da gehörte das Gebet um eine gute Sterbestunde zu den täglichen Gebeten. Leider wird das heutzutage kaum mehr praktiziert. Wie wir aber mit dem Tod und unseren Toten umgehen, ist ein direkter Hinweis darauf, wie wir leben.
Der wirklich Glaubende sieht mehr. Ihm tut sich der Himmel auf und er sieht die große Communio, die Gemeinschaft der Heiligen um den Thron Gottes versammelt und erfährt dieselbe Gemeinschaft in der Kirche. Und bis heute heißt es immer am Ende der Präfation, dass sich die feiernde Gemeinde dem Chor der Engel und Heiligen im Himmel anschließt und in ihr „Heilig, heilig“ einstimmt.
Wir sind also mit allen unseren Lieben verbunden, die von uns gegangen sind, denen wir viel zu verdanken haben und die uns den Weg des Glaubens beispielhaft vorausgegangen sind. Ihre Namen und Gesichter können und dürfen wir nicht vergessen. Das muss uns in den nächsten Tagen wieder ganz plausibel werden.



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