Aktuelles Bischofswort - zum Sonntag 20. November 2011
Notwendige Vergewisserung und Klärung
„Die Deutsche Bischofskonferenz lädt … für die kommenden vier Jahre zu einem Gesprächsprozess ein, der dem Glaubensweg unserer Kirche in Deutschland … theologisches Profil und kirchlichen Zusammenhalt verleihen soll. Wir müssen, um ein uns vertrautes Bild aufzugreifen, gemeinsam in ‚Exerzitien’ gehen, von den Bischöfen angefangen bis hin zu denen, die im Begriff sind, aus Ärger oder Enttäuschung der Kirche den Rücken zu kehren.“
Die deutschen Bischöfe werden sich also mit ihren Diözesen auf einen geistlichen Weg machen, wie in ihrem Wort an die Gemeinden „Im Heute glauben“ versprochen, der 2015 in die Feier des Konzilsjubiläums einmünden soll. Dieser Weg begann am 8. und 9. Juli d. J. in Mannheim, wo die Bischöfe mit 300 Frauen und Männern aus allen deutschen Diözesen unter der Frage „Wo stehen wir?“ eine Standortbestimmung versuchten. Aus Orden und geistlichen Gemeinschaften, Verbänden und der Caritas, dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken und der akademischen Theologie war man zusammengekommen, um ernsthaft miteinander zu sprechen.
Als es gegen Ende dieser Veranstaltung, die in Gebet und Gottesdienst geistlich verankert war, darum ging, Zukunftsbilder von unserer Kirche zu entwerfen, hieß das Szenario: „Es ist 2015 – Das Jubiläumsjahr des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils: Was zeichnet die Kirche jetzt aus?“ Da lautete, ich erinnere mich genau, die Vision einer Gruppe: „Die Beschlüsse des Zweiten Vaticanums und der Würzburger Synode sind umgesetzt und werden gelebt.“ „Schön und gut“, fragte ich, „aber wie viele Priester und Gemeinden kennen diese Beschlüsse überhaupt noch?“ Ist es deshalb nicht notwendig, die entscheidenden Texte des Zweiten Vaticanums noch einmal oder erstmalig gründlich zu studieren, in theologischer Erwachsenenbildung sich neu zu vergegenwärtigen, auf dass wir verstehen, was Gottes Geist uns durch die Konzilsväter sagen wollte?
Diese Fragen sind angesichts eines besonderen Datums wichtig: Vor genau 47 Jahren, am 21. November 1964, wurde die wesentliche Dogmatische Konstitution über die Kirche, Lumen Gentium (LG), feierlich verkündet.
Ich weiß nicht, ob die Gruppe, die die Umsetzung der Beschlüsse des Zweiten Vaticanums forderte, auch etwa an jene Bitte des Konzils gedacht hat, dass „alle Gläubigen sich die kostbare Gabe des priesterlichen Zölibats ein wirkliches Anliegen sein lassen“, denn dieser sei „eine köstliche göttliche Gnadengabe“ (LG 42). Und wer kennt z. B. noch die Konzilsbestimmung: „Das Recht, die heilige Liturgie zu ordnen, steht einzig der Autorität der Kirche zu. Diese Autorität liegt beim Apostolischen Stuhl und nach Maßgabe des Rechts beim Bischof… Deshalb darf niemand sonst, auch wenn er Priester wäre, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern“ (Konstitution über die heilige Liturgie, Nr. 22).
Damit wir als Kirche nicht Quelle, Fundament und Perspektive verlieren, ist eine Vergewisserung dringend geboten. Ich bitte die Gemeinden und Pastoralverbünde, diese Aufgabe bald anzugehen.



Aktuelle Meldungen
Kirchliche Sendungen im Hörfunk
In einer katholischen Morgenfeier am Sonntag, 26. Mai, um 7.30 Uhr im 2. Programm des Hessischen Rundfunks (hr2-kultur) wird Monsignore Pfarrer Elmar Gurk (Fulda) die Ansprache halten. Marcus C. Leitschuh (Kassel) wird vom 27. bis 31. Mai sowie am 2. Juni innerhalb der Sendereihe „Übrigens …“ auf hr4 zu hören sein. Den „Zuspruch“ im ersten Programm des Hessischen Rundfunks (hr1) wird in der Woche vom 27. Mai bis 1. Juni Dr. Peter Felix Ruelius (Fulda) übernehmen.Jugendlobpreis in der Michaelskirche
Am Sonntag, 2. Juni, findet um 18 Uhr ein Jugendlobpreis in der Michaelskirche statt. Im Jahr des Glaubens stehen die Lobpreisgebete unter der Überschrift „Feel the Spirit!“. Jugendpfarrer Thomas Renze wird dazu eine Katechese halten.Bistum Fulda fordert Nachbesserungen bei Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraftanlagen
Die Bauabteilung des Bischöflichen Generalvikariats in Fulda hat erhebliche Bedenken gegen den „Teilregionalplan Energie Nordhessen 2013“, durch den Vorrangflächen für den Bau von Windkrafträdern ausgewiesen werden, und fordert hier erhebliche Nachbesserungen, da die Kulturlandschaft des Fuldaer Landes und denkmalpflegerische Aspekte in dem Plan nicht genügend berücksichtigt worden sind. Eine detaillierte Stellungnahme zu dem Teilregionalplan hat das Bistum daher an das Regierungspräsidium und die Mitglieder der Regionalversammlung versandt.Musical „Auf Leben und Tod“ über den hl. Augustinus in Neuhof
Am Dienstag, 4. Juni, wird im Gemeindezentrum in Neuhof das Musical „Auf Leben und Tod – Bist du bereit für die Wahrheit?“ aufgeführt. Beginn ist um 19 Uhr. Es handelt sich bei dem Stück um eine Produktion der Emmanuel School of Mission (Altötting).Pfarrer Dr. Ernst 70 Jahre
Akademikerseelsorger Geistlicher Rat Pfarrer Dr. Norbert Ernst (Grebenstein) kann am 25. Mai seinen 70. Geburtstag begehen. Er wurde 1943 in Kassel geboren und legte 1962 am Realgymnasium in Rotenburg/Fulda die Abiturprüfung ab.RSS-Feeds abonnieren
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