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Aktuelles Bischofswort - zum Sonntag 11. Dezember 2011

Hoffnung in der Wüste

„Die Welt – ein Tor zu tausend Wüsten stumm und kalt“, schreibt Friedrich Nietzsche. Manchmal und mancherorts müssen wir ihm Recht geben. Denn was Wüste kennzeichnet: Einsamkeit und Weglosigkeit, Unfruchtbarkeit, Ungeborgenheit und Ausgesetztsein, ist ein Merkmal vieler. Häufiger als uns lieb ist steigen aber auch in uns Öde und Leere auf, die zu füllen es kein Mittel zu geben scheint. Dazu kommen mitunter Erschrecken und Resignation, weil einige Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft sich wie eine dunkle Wolke über uns breiten.

 

Mitten in die Wüste unserer Welt stellt das Evangelium des dritten Adventssonntags eine Gestalt, die aufhorchen lässt: Johannes, Täufer genannt. Er hat in der Wüste gelebt, sie in ihrer Abgründigkeit erlebt und sich mit ihr auseinandergesetzt. Und ist dennoch zu der Erkenntnis gekommen, dass Gott mit der Wüste der Welt etwas zu tun haben will. Einer kam, der Antwort ist auf alles Fragen und Suchen der Menschen. Weil er weiß, dass es IHN gibt, fühlt sich Johannes berufen, erneut und endgültig jenen Ruf zu erinnern, der bereits 500 Jahre zuvor aus prophetischem Mund erging: „Durch die Wüste bahnt einen Weg für den Herrn!“ (Jes 40, 3).

 

Beim Namen Johannes kommt uns Matthias Grünewalds Kreuzigungsbild aus dem Isenheimer Altar mit der Gestalt des Täufers in den Sinn, der mit seinem überlangen Finger auf den Gekreuzigten weist. In diesem expressiv ausgestreckten Finger wird des Täufers Hinweisfunktion zusammengefasst.

 

Wir, liebe Leserinnen und Leser, haben jetzt diese Aufgabe zu übernehmen, füreinander und für die Welt. Uns kommt zu, je „Stimme des Rufers“ zu sein, Perspektive für die, deren Blick verdunkelt ist. Uns ist aufgegeben, Zeugnis für die Macht des Lichts zu geben. Wir sollen zeigen, dass der Heiland und Erlöser schon mitten unter uns gegenwärtig ist und wir seine Spuren entdeckt haben in den Heilserfahrungen unseres Lebens – trotz allem.

 

„Man erwartet von denen, die in einer solchen Hoffnung leben, Zuversicht anstelle von Angst und Skepsis, Gelassenheit und Ruhe anstelle von Hektik und Leistungsdruck, Hilfsbereitschaft und Güte anstelle von Egoismus“, stellte der Wiener Kardinal König in einem berühmt gewordenen Referat auf den Salzburger Hochschulwochen 1982 fest.

 

Was der Sauerstoff für die Lunge ist, das bedeutet Hoffnung, die im Gekreuzigten und Auferstandenen begründet ist, für unsere menschliche Existenz. Und diese Hoffnung hängt eben nicht ab von menschlicher Weisheit und Klugheit, sondern von dem, der sich auf Augenhöhe zu uns Menschen begeben hat.

 
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Aktuelle Meldungen

Kirchliche Sendungen im Hörfunk
In einer katholischen Morgenfeier am Sonntag, 26. Mai, um 7.30 Uhr im 2. Programm des Hessischen Rundfunks (hr2-kultur) wird Monsignore Pfarrer Elmar Gurk (Fulda) die Ansprache halten. Marcus C. Leitschuh (Kassel) wird vom 27. bis 31. Mai sowie am 2. Juni innerhalb der Sendereihe „Übrigens …“ auf hr4 zu hören sein. Den „Zuspruch“ im ersten Programm des Hessischen Rundfunks (hr1) wird in der Woche vom 27. Mai bis 1. Juni Dr. Peter Felix Ruelius (Fulda) übernehmen.
Jugendlobpreis in der Michaelskirche
Am Sonntag, 2. Juni, findet um 18 Uhr ein Jugendlobpreis in der Michaelskirche statt. Im Jahr des Glaubens stehen die Lobpreisgebete unter der Überschrift „Feel the Spirit!“. Jugendpfarrer Thomas Renze wird dazu eine Katechese halten.
Bistum Fulda fordert Nachbesserungen bei Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraftanlagen
Die Bauabteilung des Bischöflichen Generalvikariats in Fulda hat erhebliche Bedenken gegen den „Teilregionalplan Energie Nordhessen 2013“, durch den Vorrangflächen für den Bau von Windkrafträdern ausgewiesen werden, und fordert hier erhebliche Nachbesserungen, da die Kulturlandschaft des Fuldaer Landes und denkmalpflegerische Aspekte in dem Plan nicht genügend berücksichtigt worden sind. Eine detaillierte Stellungnahme zu dem Teilregionalplan hat das Bistum daher an das Regierungspräsidium und die Mitglieder der Regionalversammlung versandt.
Musical „Auf Leben und Tod“ über den hl. Augustinus in Neuhof
Am Dienstag, 4. Juni, wird im Gemeindezentrum in Neuhof das Musical „Auf Leben und Tod – Bist du bereit für die Wahrheit?“ aufgeführt. Beginn ist um 19 Uhr. Es handelt sich bei dem Stück um eine Produktion der Emmanuel School of Mission (Altötting).
Pfarrer Dr. Ernst 70 Jahre
Akademikerseelsorger Geistlicher Rat Pfarrer Dr. Norbert Ernst (Grebenstein) kann am 25. Mai seinen 70. Geburtstag begehen. Er wurde 1943 in Kassel geboren und legte 1962 am Realgymnasium in Rotenburg/Fulda die Abiturprüfung ab.
 

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