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Aktuelles Bischofswort - zum Sonntag 25. Dezember 2011

Hinabgestiegen

Die Basilika Santa Maria Maggiore in Rom wird wegen der ungewöhnlich reichen Mosaiken an den Hochwänden des Längsschiffes, am Triumphbogen und in der Apsis vielfach als die schönste aller römischen Kirchen angesehen. Sie ist gleichzeitig auch die Weihnachtskirche der Ewigen Stadt.

 

Die Mosaiken an den beiden Längsseiten legen sozusagen die ganze Geschichte der Menschheit als Prozession zu Jesus Christus hin aus. Langsamen Schrittes geht der Betrachter mit dem Blick auf diese Bilder nach vorn, bis hin zum Triumphbogen über dem Hochaltar. Doch dort im zentralen Mosaik, am Zielpunkt des Weges, wo eigentlich die Geburt Christi dargestellt sein müsste, sieht er stattdessen nur einen leeren Thron. Davor liegt, wie ein Kissen, das Bündel der Geschichte, von sieben roten Fäden zusammengehalten.

 

Das also ist das Weihnachtsbild dieser Kirche: ein leerer Thron und ihm zu Füßen die Geschichte!

 

Um die Bedeutung des Bildes zu verstehen, muss man tiefer hinabsteigen. Unter dem Triumphbogen befindet sich nämlich die Krypta, und sie birgt das Kostbarste dieser Weihnachtskirche: ein paar schäbige Bretter. Der Überlieferung nach stammen sie von der Krippe in Bethlehem.

 

Hier unten wird alles klar: Der Thron ist leer, denn Gott ist hinabgestiegen in den Stall, „für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen“.

 

Der Rhythmus des Raumes reißt den Betrachter in einen jähen Umbruch hinein, aus der glanzvollen Welt antiker Kunst hinab in die raue Wirklichkeit der Krippe. Ein paar Bretter werden zum Anhaltspunkt, dass diese Botschaft nicht Einbildung ist: Gott bleibt nicht auf dem erhabenen Thron, ER steigt hinab bis zum tiefsten Punkt, um uns von ganz unten her nahe zu sein.
Die Theologen der frühen Kirche wiederholen immer neu diese Einsicht: Nichts kann geheilt und erlöst werden, was nicht angenommen ist. Gott hat sich weit herausgewagt - in der Annahme der äußersten Konsequenz. Das ist die Bedingung der Möglichkeit einer tiefen Freude und Hoffnung, die uns angesichts einer blutenden Welt nicht verzweifeln lässt.

 

Im Advent und zur Weihnacht richtet die Kirche den Blick auf das Geheimnis der Menschwerdung des Gottessohnes. „Die Geburt Jesu in Bethlehem ist kein Ereignis, das sich in die Vergangenheit verbannen liesse. Denn vor ihm steht die ganze Menschheitsgeschichte: unsere Gegenwart und die Zukunft der Welt werden von seinem Dasein erleuchtet“ (Enzyklika Incarnationis Mysterium, Nr. 1).

 

Solche Erleuchtung, die uns tröstet und froh macht, wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, zum Weihnachtsfest von Herzen.

 
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Aktuelle Meldungen

Kirchliche Sendungen im Hörfunk
In einer katholischen Morgenfeier am Sonntag, 26. Mai, um 7.30 Uhr im 2. Programm des Hessischen Rundfunks (hr2-kultur) wird Monsignore Pfarrer Elmar Gurk (Fulda) die Ansprache halten. Marcus C. Leitschuh (Kassel) wird vom 27. bis 31. Mai sowie am 2. Juni innerhalb der Sendereihe „Übrigens …“ auf hr4 zu hören sein. Den „Zuspruch“ im ersten Programm des Hessischen Rundfunks (hr1) wird in der Woche vom 27. Mai bis 1. Juni Dr. Peter Felix Ruelius (Fulda) übernehmen.
Jugendlobpreis in der Michaelskirche
Am Sonntag, 2. Juni, findet um 18 Uhr ein Jugendlobpreis in der Michaelskirche statt. Im Jahr des Glaubens stehen die Lobpreisgebete unter der Überschrift „Feel the Spirit!“. Jugendpfarrer Thomas Renze wird dazu eine Katechese halten.
Bistum Fulda fordert Nachbesserungen bei Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraftanlagen
Die Bauabteilung des Bischöflichen Generalvikariats in Fulda hat erhebliche Bedenken gegen den „Teilregionalplan Energie Nordhessen 2013“, durch den Vorrangflächen für den Bau von Windkrafträdern ausgewiesen werden, und fordert hier erhebliche Nachbesserungen, da die Kulturlandschaft des Fuldaer Landes und denkmalpflegerische Aspekte in dem Plan nicht genügend berücksichtigt worden sind. Eine detaillierte Stellungnahme zu dem Teilregionalplan hat das Bistum daher an das Regierungspräsidium und die Mitglieder der Regionalversammlung versandt.
Musical „Auf Leben und Tod“ über den hl. Augustinus in Neuhof
Am Dienstag, 4. Juni, wird im Gemeindezentrum in Neuhof das Musical „Auf Leben und Tod – Bist du bereit für die Wahrheit?“ aufgeführt. Beginn ist um 19 Uhr. Es handelt sich bei dem Stück um eine Produktion der Emmanuel School of Mission (Altötting).
Pfarrer Dr. Ernst 70 Jahre
Akademikerseelsorger Geistlicher Rat Pfarrer Dr. Norbert Ernst (Grebenstein) kann am 25. Mai seinen 70. Geburtstag begehen. Er wurde 1943 in Kassel geboren und legte 1962 am Realgymnasium in Rotenburg/Fulda die Abiturprüfung ab.
 

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