Aktuelles Bischofswort - zum Sonntag, 8. Januar 2012
"Demütig für unser Heil..."
Der unlösbare Zusammenhang zwischen dem historischen Bethlehem (= „Haus des Brotes“), wo der Gottessohn geboren wurde, und der Eucharistie lag dem Hl. Franz von Assisi besonders am Herzen. Denn hier wie da hat er die Demut Gottes wahrgenommen. Was sich historisch bei der Geburt Jesu ereignet hat, das geschieht mystisch-sakramental in der Eucharistie: Während sich Gott im historischen Bethlehem in die Zerbrechlichkeit eines neugeborenen Kindes entäußert hat, entäußert er sich in der Eucharistie in die winzige Gestalt des Brotes. Von diesem Geheimnis der Demut Gottes war Franziskus so sehr fasziniert, dass er es nur poetisch zum Klingen bringen kann:
„Der Herr des Alls, Gott und Gottes Sohn, demütigt sich. Für unser Heil verbirgt er sich in der winzigen Gestalt des Brotes.“
Im Geheimnis des verwandelten Brotes legt sich Christus selbst in unsere Hände und vor allem in unsere Herzen, wobei unsere Hände nur ausdrücken, was das Herz fühlt. Der große Theologe Cyrill von Jerusalem hat im 4. Jahrhundert in seinen Mystagogischen Katechesen den Gestus des Empfangens der Hl. Kommunion tief mit diesen Worten gedeutet: „Wenn du dann hingehst, komm nicht mit vorgestreckten Handflächen oder gespreizten Fingern. Mache die Linke zum Thron für die Rechte, die den König empfangen soll. Mache die Hand hohl, empfange so den Leib Christi und sage Amen dazu“ (Cyrill von Jerusalem, Mystagogische Katechesen V 21). Wir bilden also mit unseren Händen ein Kreuz, in dem wir die rechte auf die linke legen, die gleichsam einen Thron bilden, in den sich unser König hineinbeugt. Jeder Kommunionempfang ist somit ein kleines Bethlehem.
Unsere ausgestreckte, geöffnete Hand wird zum Zeichen dafür, dass wir Menschen uns selbst dem in der Eucharistie gegenwärtigen Christus entgegenhalten und uns seine Nähe schenken lassen. Gerade in der Eucharistie leuchtet das Weihnachtsgeheimnis auf: Dass Gott unendlich viel größer ist, als wir ihn zu denken vermögen. Seine wahre Größe aber besteht darin, dass er zum endlich Kleinen, in dem wir ihn gar nicht erwarten, fähig ist. Er, der Schöpfer des Kosmos, der die ganze Welt umfasst, macht sich klein und begegnet uns in der Hilflosigkeit eines Neugeborenen. Der unendliche, erhabene und unfassbare Gott ist in Armut und Ohnmacht für uns anrührbar geworden.
An der Krippe finden wir Antwort auf unsere eigene Armut und Ohnmacht, wenn uns denn die Augen aufgehen. Dort ist auch die Perspektive der Hoffnung und Liebe für den Weg durch das Jahr 2012, das einige mit Angst auf sich zukommen sehen.



Aktuelle Meldungen
Bischof Algermissen bei Kirchweihjubiläum in Lütter
Am Sonntag, 26. Mai, wird Bischof Heinz Josef Algermissen um 9.30 Uhr ein Pontifikalamt aus Anlass des 100-jährigen Kirchweihjubiläums der Pfarrkirche Hl. Kreuz in Lütter feiern.Kassel 1100: Die Bibel - Tag und Nacht gelesen
Im Rahmen des Kasseler Stadtjubiläums „Kassel 1100“ wird die gesamte Bibel an sieben Tagen – vom 20. bis 26. Mai – rund um die Uhr an verschiedenen Orten in Kassel vorgelesen. Die Lesung endet am Sonntag, 26. Mai, um 18 Uhr mit einem Abschlussgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Familia.BDKJ-Jugendgottesdienst am 26. Mai
Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) lädt für Sonntag, 26. Mai, um 18.30 Uhr zum Gottesdienst für Jugendliche in die Pfarrkirche St. Paulus in Fulda (Goerdelerstraße) ein.„Tag der Literatur“ in Bibliothek des Priesterseminars
In diesem Jahr veranstaltet der Hessische Rundfunk die vierte hessenweite Aktion „Ein Tag für die Literatur“. Die Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars nimmt an der Veranstaltungsreihe mit einer Lesung zum Thema „Fulda als Reiseziel in Erzählungen und Reiseberichten“ teil.Studientag „Tatort Bibel“ im Bonifatiushaus
Am Samstag, 25. Mai, findet ab 10 Uhr im Fuldaer Bonifatiushaus ein Studientag mit Pfarrer Ferdinand Rauch (Poppenhausen) zum Thema „Tatort Bibel – Kriminalfälle in den Testamenten“ statt.RSS-Feeds abonnieren
News und Informationen aus dem Bistum - schnell und komfortabel via RSS


