Aktuelles Bischofswort - zum Sonntag, 6. Mai 2012
Prophet an der Schwelle des 3. Jahrtausends
Ein Bild, das um die Welt ging: der schlichte Holzsarg mit dem aufgeschlagenen Evangelium wirkte fast verloren auf dem weiten Rund des Petersplatzes. Als Papst Johannes Paul II. nach langer geduldig ertragener Krankheit am 2. April 2005 starb, kamen in Rom so viele weltliche und geistliche Führer zusammen wie noch nirgends zuvor. Und aus dem Volk, das ihm zu Millionen die letzte Ehre erwies, erscholl der Ruf „Santo subito!“ – „Heiligsprechung jetzt“. Sechs Jahre später, am 1. Mai 2011, wieder am selben Ort, waren mehr als zwei Millionen Gläubige gekommen, um an seiner Seligsprechung, der kirchenamtlichen Bestätigung seines vorbildlichen Lebens, Anteil zu nehmen.
Was ist es, dass sich in unserer schnelllebigen Zeit, in der die Halbwertzeit von Politikern und Künstlern immer kürzer wird und Stars ebenso schnell hochgejubelt wie fallengelassen werden, ausgerechnet jene schmerzgebeugte Gestalt des geistlichen Oberhauptes von 1,2 Milliarden Katholiken bis heute in das Gedächtnis der Weltöffentlichkeit eingegraben hat? Vielleicht war es jene seltene Kombination von politischer Autorität und moralischer Integrität, persönlicher Ausstrahlung und tiefer Frömmigkeit, dass dem Papst aus Polen, Staatsmann und Mystiker in einem, über alle Konfessions- und Religionsgrenzen hinweg so große Verehrung entgegengebracht wurde.
Mit dem Friedensgebet von Assisi, den Besuchen an Klagemauer und in Moscheen hat Johannes Paul II. im Dialog mit den Weltreligionen Maßstäbe gesetzt. Sein Schuldbekenntnis im Namen der Kirche im Jahre 2000 war ein notwendiger Schritt zur Aufarbeitung der Vergangenheit und zur „Reinigung des Gewissens“. Mit seinem kompromisslosen Einsatz für die unveräußerlichen Rechte des Menschen von dessen vorgeburtlichem bis dessen sterbendem Leben hat er sich auch mit den Mächtigen dieser Welt angelegt und mit dazu beigetragen, das sowjetische Imperium zum Einsturz zu bringen. Der „Diener Gottes“ Karol Wojtyla war vor allem eine prophetische Gestalt, die ihre Kraft bis heute nicht verloren hat. Seine Worte, mit denen er Millionen Jugendlichen das Evangelium anvertraute, klingen im Nachhinein wie sein Vermächtnis: „Ich sehe in euch die Wächter auf den Morgen“. Ein Erbe, das ermutigt, ein Testament, das wir einlösen müssen.



Aktuelle Meldungen
Kirchliche Sendungen im Hörfunk
In einer katholischen Morgenfeier am Sonntag, 26. Mai, um 7.30 Uhr im 2. Programm des Hessischen Rundfunks (hr2-kultur) wird Monsignore Pfarrer Elmar Gurk (Fulda) die Ansprache halten. Marcus C. Leitschuh (Kassel) wird vom 27. bis 31. Mai sowie am 2. Juni innerhalb der Sendereihe „Übrigens …“ auf hr4 zu hören sein. Den „Zuspruch“ im ersten Programm des Hessischen Rundfunks (hr1) wird in der Woche vom 27. Mai bis 1. Juni Dr. Peter Felix Ruelius (Fulda) übernehmen.Jugendlobpreis in der Michaelskirche
Am Sonntag, 2. Juni, findet um 18 Uhr ein Jugendlobpreis in der Michaelskirche statt. Im Jahr des Glaubens stehen die Lobpreisgebete unter der Überschrift „Feel the Spirit!“. Jugendpfarrer Thomas Renze wird dazu eine Katechese halten.Bistum Fulda fordert Nachbesserungen bei Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraftanlagen
Die Bauabteilung des Bischöflichen Generalvikariats in Fulda hat erhebliche Bedenken gegen den „Teilregionalplan Energie Nordhessen 2013“, durch den Vorrangflächen für den Bau von Windkrafträdern ausgewiesen werden, und fordert hier erhebliche Nachbesserungen, da die Kulturlandschaft des Fuldaer Landes und denkmalpflegerische Aspekte in dem Plan nicht genügend berücksichtigt worden sind. Eine detaillierte Stellungnahme zu dem Teilregionalplan hat das Bistum daher an das Regierungspräsidium und die Mitglieder der Regionalversammlung versandt.Musical „Auf Leben und Tod“ über den hl. Augustinus in Neuhof
Am Dienstag, 4. Juni, wird im Gemeindezentrum in Neuhof das Musical „Auf Leben und Tod – Bist du bereit für die Wahrheit?“ aufgeführt. Beginn ist um 19 Uhr. Es handelt sich bei dem Stück um eine Produktion der Emmanuel School of Mission (Altötting).Pfarrer Dr. Ernst 70 Jahre
Akademikerseelsorger Geistlicher Rat Pfarrer Dr. Norbert Ernst (Grebenstein) kann am 25. Mai seinen 70. Geburtstag begehen. Er wurde 1943 in Kassel geboren und legte 1962 am Realgymnasium in Rotenburg/Fulda die Abiturprüfung ab.RSS-Feeds abonnieren
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