Aktuelles Bischofswort - zum Sonntag, 3. Juni 2012
Glaubensvater in der Not
Von Bischof Heinz Josef Algermissen
Jedes Jahr im Herbst, wenn die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda stattfindet, beginnen die Beratungen mit dem Gebet der Vesper am Grab des Hl. Bonifatius. Dazu steigen alle Bischöfe hinab in die Krypta des Domes. Diese Schritte sind wie eine Berührung mit dem Anfang der Kirche in unserem Land, sind eine Begegnung mit dem Apostel der Deutschen im Gebet.
Am 5. Juni des Jahres 754 erlitt er mit zahlreichen Gefährten in Friesland den Martertod. Ein Zeuge, der für unsere Heimat zum Halt im Glauben geworden ist. Zu seinem Andenken findet in Fulda jedes Jahr das große Bonifatiusfest statt. So treffen sich am kommenden Sonntag, dem 10. Juni, wieder Tausende auf dem Domplatz, um ihren Glauben zu stärken.
Am Grab unseres Bistumspatrons kann man unmittelbar spüren, was Papst Johannes Paul II. im Blick auf die Heiligen der Kirchengeschichte gesagt hat: „Heilige veralten nie; sie verlieren nie ihre Gültigkeit. Sie bleiben ständige Zeugen für die Jugend der Kirche. Sie werden nie Menschen der Vergangenheit, Männer und Frauen von gestern. Im Gegenteil: Sie sind immer Männer und Frauen von morgen, Menschen der im Evangelium verheißenen Zukunft, Zeugen der kommenden Welt.“
Wer in die Krypta des Domes zu Fulda hinabsteigt, begreift, wie Zeugnisse des Glaubens zum Fundament für neue Erfahrungen mit dem Evangelium werden, die sich aus bestandenen Herausforderungen bilden. Unser Glaube basiert auf Gewissheiten, für die Menschen vor uns einstehen. Wer sich an das Grab des Hl. Bonifatius begibt, begreift, dass seine Mission die Grundlage ist für ein Bekenntnis zu Jesus Christus und seiner Kirche in stürmischen Zeiten. Der Apostel der Deutschen schreibt in einem seiner Briefe: „Die Kirche, die wie ein großes Schiff auf dem Meer dieser Welt dahinfährt und von den verschiedenen Flutwellen der Versuchungen hin und her geworfen wird, dürfen wir nicht verlassen; wir müssen vielmehr das Steuer ergreifen und sie auf Kurs halten.“
Die Kirche zur Zeit des Bonifatius war, wie die heutige, manchem Gegenwind ausgesetzt. Der große Missionar wusste darum, dass solche Zeiten immer beides beinhalten, die Versuchung, von Bord zu gehen, das Schiff treiben zu lassen, und die Gnade, die Gott da gibt, wo Menschen treu bleiben.
Auch in der Krise, die die Kirche heute zu bestehen hat, ist bei manchen Christen die Versuchung groß, auszutreten oder sich zurückzuziehen. Gerade in solchen Stürmen brauchen wir Menschen mit der Festigkeit von Felsen in der Brandung. Zu allen Zeiten beginnt die Erneuerung der Kirche mit Christen, die sich aus Leidenschaft und Liebe für Jesus Christus, für seine Kirche, zu Eigen machen, was der Hl. Bonifatius schreibt: „Lasst uns nicht wie stumme Hunde sein, nicht wie Menschen, die nur zusehen und schweigen. Lasst uns nicht wie Mietlinge sein, die fliehen, wenn der Wolf kommt…“
Nur wer bleibt, wird auch das andere erfahren: „Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung und Bewährung Hoffnung“ (Röm 5, 3-4). Diese Worte des Apostels Paulus sprechen an, wie Läuterung zu einer neuen Leidenschaft führt. Nicht zusehen, sondern hinsehen; nicht kritisieren, sondern engagieren; nicht lamentieren, sondern motivieren. Die Mentalität des Hl. Bonifatius zeigt, welchen Mut zur Mission die Kirche auch heute braucht. Es ist so: Heilige sind nie Menschen der Vergangenheit, sondern immer Zeugen für die Zukunft der Kirche.
Liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie sich am kommenden Sonntag diese Hoffnung neu schenken, kommen Sie zum Fest nach Fulda!
Am 5. Juni des Jahres 754 erlitt er mit zahlreichen Gefährten in Friesland den Martertod. Ein Zeuge, der für unsere Heimat zum Halt im Glauben geworden ist. Zu seinem Andenken findet in Fulda jedes Jahr das große Bonifatiusfest statt. So treffen sich am kommenden Sonntag, dem 10. Juni, wieder Tausende auf dem Domplatz, um ihren Glauben zu stärken.
Am Grab unseres Bistumspatrons kann man unmittelbar spüren, was Papst Johannes Paul II. im Blick auf die Heiligen der Kirchengeschichte gesagt hat: „Heilige veralten nie; sie verlieren nie ihre Gültigkeit. Sie bleiben ständige Zeugen für die Jugend der Kirche. Sie werden nie Menschen der Vergangenheit, Männer und Frauen von gestern. Im Gegenteil: Sie sind immer Männer und Frauen von morgen, Menschen der im Evangelium verheißenen Zukunft, Zeugen der kommenden Welt.“
Wer in die Krypta des Domes zu Fulda hinabsteigt, begreift, wie Zeugnisse des Glaubens zum Fundament für neue Erfahrungen mit dem Evangelium werden, die sich aus bestandenen Herausforderungen bilden. Unser Glaube basiert auf Gewissheiten, für die Menschen vor uns einstehen. Wer sich an das Grab des Hl. Bonifatius begibt, begreift, dass seine Mission die Grundlage ist für ein Bekenntnis zu Jesus Christus und seiner Kirche in stürmischen Zeiten. Der Apostel der Deutschen schreibt in einem seiner Briefe: „Die Kirche, die wie ein großes Schiff auf dem Meer dieser Welt dahinfährt und von den verschiedenen Flutwellen der Versuchungen hin und her geworfen wird, dürfen wir nicht verlassen; wir müssen vielmehr das Steuer ergreifen und sie auf Kurs halten.“
Die Kirche zur Zeit des Bonifatius war, wie die heutige, manchem Gegenwind ausgesetzt. Der große Missionar wusste darum, dass solche Zeiten immer beides beinhalten, die Versuchung, von Bord zu gehen, das Schiff treiben zu lassen, und die Gnade, die Gott da gibt, wo Menschen treu bleiben.
Auch in der Krise, die die Kirche heute zu bestehen hat, ist bei manchen Christen die Versuchung groß, auszutreten oder sich zurückzuziehen. Gerade in solchen Stürmen brauchen wir Menschen mit der Festigkeit von Felsen in der Brandung. Zu allen Zeiten beginnt die Erneuerung der Kirche mit Christen, die sich aus Leidenschaft und Liebe für Jesus Christus, für seine Kirche, zu Eigen machen, was der Hl. Bonifatius schreibt: „Lasst uns nicht wie stumme Hunde sein, nicht wie Menschen, die nur zusehen und schweigen. Lasst uns nicht wie Mietlinge sein, die fliehen, wenn der Wolf kommt…“
Nur wer bleibt, wird auch das andere erfahren: „Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung und Bewährung Hoffnung“ (Röm 5, 3-4). Diese Worte des Apostels Paulus sprechen an, wie Läuterung zu einer neuen Leidenschaft führt. Nicht zusehen, sondern hinsehen; nicht kritisieren, sondern engagieren; nicht lamentieren, sondern motivieren. Die Mentalität des Hl. Bonifatius zeigt, welchen Mut zur Mission die Kirche auch heute braucht. Es ist so: Heilige sind nie Menschen der Vergangenheit, sondern immer Zeugen für die Zukunft der Kirche.
Liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie sich am kommenden Sonntag diese Hoffnung neu schenken, kommen Sie zum Fest nach Fulda!



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