Aktuelles Bischofswort - zum Sonntag, 17. Juni 2012
Gegen eine Kultur des Todes
Von Bischof Heinz Josef Algermissen
n diesen Tagen wird dem Kabinett in Berlin ein Gesetzentwurf der Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) vorgelegt, der die „gewerbsmäßige Förderung der Selbsttötung“ unter Strafandrohung stellt.
Ein großes Problem ist, daß der Entwurf sich lediglich auf die gewerbsmäßige, also auf Gewinnerzielung ausgerichtete Sterbehilfe zum Suizid bezieht. Mit der geplanten Regelung und deren Bedingungen ist aber die Gefahr verbunden, die Handlungen bereits existierender Sterbehilfeorganisationen wie die vom Hamburger Ex-Senator Roger Kusch betriebene „Sterbehilfe Deutschland“, „Dignitas“ und „Exit“ nachträglich zu legitimieren.
Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hatte kürzlich ein Verbot jeglicher Form organisierter Sterbehilfe gefordert, nicht nur der gewerbsmäßigen. Es dürfe keine Grauzone geschaffen werden, in der Organisationen unter einem bestimmten Rechtsstatus durch das Land reisen und Suizid-Beihilfe anbieten könnten.
Es ist sicher gut, sich im Zusammenhang einer so grundsätzlichen Frage wie dem menschenwürdigen Sterben einiger Grundsätze zu vergewissern:
Jeder Mensch hat Anspruch auf ein Sterben, daß seine letzte große Lebensaufgabe ist. Diese Aufgabe kann ihm niemand abnehmen, auch nicht der liebste und naheste Mensch. Wohl aber kann und muß ihm dabei geholfen werden. Das bedeutet in erster Linie, daß die Schmerzen des Kranken, ggf. auch unter Anwendung von schmerzstillenden Mitteln, so gelindert werden, daß er seine letzte Lebensphase menschlich zu bewältigen vermag. Das bedeutet weiterhin, daß dem Kranken die bestmögliche Pflege zuteil werden muß. Dabei geht es nicht nur um die medizinische Versorgung, sondern vor allem auch um die menschlichen Aspekte dieser Pflege.
Zur Sterbehilfe nach christlichem Glauben gehört, daß der Schwerkranke in seiner seelischen Not nicht allein gelassen wird. Gerade im Sterben werden die Fragen nach dem Woher und Wohin des Lebens bewusst. Es sind im Letzten religiöse Fragen. Sie dürfen weder ausgeklammert noch verdrängt werden. Dabei ist der Glaube eine wirksame Hilfe, die Angst vor dem Tod durchzustehen, ja zu überwinden. Er schenkt dem Sterbenden auch im Angesicht des Todes eine feste Hoffnung. Der Glaube gibt dem Leiden, das uns unverständlich erscheint, seinen Sinn: Denn es ist Teilnahme am Leiden Jesu Christi selbst (vgl. Kol 1,24).
Aktive Sterbehilfe gleich welcher Art ist und bleibt ein tragischer Irrtum, weil es eine Alternative gibt. Statt das Töten zur Therapie zu erheben ist die umfassende Zuwendung als Antwort auf den Schrei nach Hilfe bei der letzten Etappe des Lebens notwendig.
Die Haltung der katholischen Kirche ist unaufgebbar eindeutig: „Willentliche Euthanasie, gleich in welcher Form und aus welchen Beweggründen, ist Mord. Sie ist ein schwerer Verstoß gegen die Würde des Menschen und gegen die Ehrfurcht vor dem lebendigen Gott, seinem Schöpfer“ (Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 2324). Diese Grundhaltung wird uns immer dazu bringen, gegen die Kultur des Todes, die sich in unserer Gesellschaft mehr und mehr breit macht, zu kämpfen.



Aktuelle Meldungen
10.000 Zeichen der Solidarität - himmlische Hilfe in kürzester Zeit
Nur 72 Stunden hatten die Kinder und Jugendlichen der 270 hessischen Aktionsgruppen ab Donnerstagnachmittag um 17:07 Uhr Zeit, um ihr soziales oder ökologisches Projekt zu realisieren. Auch der Schirmherr der Aktion im Bistum Fulda, Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, dankt den Kindern und Jugendlichen für ihren Einsatz: "Die 72-Stunden-Aktion des BDKJ war rundherum ein toller Erfolg. Ich danke ganz herzlich allen Jugendlichen, allen Koordinierungskreisen und allen anderen Organisatorinnen und Organisatoren und auch allen Einrichtungen, die sich daran beteiligt haben."Geschafft! 72 Stunden die Welt ein Stück besser gemacht!
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In einer Eucharistiefeier im Dom zu Fulda hat Bischof Heinz Josef Algermissen am Donnerstag knapp 40 Religionslehrerinnen und Religionslehrern aus der Diözese die „Missio canonica“ (kirchliche Lehrbeauftragung) erteilt.Orientierung geben inmitten der Gleichgültigkeiten der Welt
„Gott, der uns berufen hat, ist treu; er wird das Entscheidende tun!“ So in Anlehnung an Offb 1,6 das Fazit der Predigt von Bischof Heinz Josef Algermissen am Mittwoch beim traditionellen Priestertag der Diözese in Fulda.Verleihung des Josef-Leinweber-Preises
Der Förderkreis der Theologischen Fakultät Fulda e.V. verleiht den Josef Leinweber-Preis 2012/2013, der alle drei Jahre vom Förderkreis der Theologischen Fakultät verliehen wird. In diesem Jahr geht der mit 2.600 € dotierte Preis an Herrn Dipl.-Theol. Torsten W. Müller MA aus Erfurt.RSS-Feeds abonnieren
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