Bischofswort-Archiv
Wie finden wir einen gerechten Frieden?
Der Krieg kann im atomaren Zeitalter nicht mehr das geeignete Mittel zur Wiederherstellung verletzter Rechte sein, das hat die Enzyklika Pacem in terris vor 50 Jahren in zugespitzter weltpolitischer Lage zur Sprache gebracht. Für Papst Johannes XXIII. steht der Krieg im klaren Wider-spruch zur menschlichen Vernunft. In seiner Enzyklika fordert er u. a. ein Ende des Rüstungswettlaufs und ein Verbot der Atomwaffen.Angesichts der Priesterweihe
„Denkt an eure Vorsteher, die euch das Wort Gottes verkündet haben“, so fordert der Verfasser des Hebräerbriefes die Gemeinde auf. „Schaut auf das Ende ihres Lebens und ahmt ihren Glauben nach!“ (Hebr 13, 7). Denn mehr noch als Erfolg oder Misserfolg in der Verkündigung, als alle mehr oder weniger gelungenen pastoralen Aktivitäten und administrativen und baulichen Leistungsbilanzen zählt vor Gott das Glaubens- und Lebenszeugnis des Priesters, seine persönliche Frömmigkeit, Integrität und gewinnende Menschlichkeit. Ich danke allen hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die unsere Priester in ihrer Verantwortung und in den vielfältigen, einen Einzelnen stets überfordernden Aufgaben unterstützen.Wer glaubt, der bleibt…
Der französische Dichter George Bernanos schreibt im „Tagebuch eines Landpfarrers“: „Man verliert den Glauben nicht wie einen Gegenstand, sondern er hört auf, dem Leben Form, Inhalt und Orientierung zu geben.“ Den Glauben langsam aber sicher dadurch zu verlieren, dass er das eigene Leben nicht mehr prägt, wäre ein großer Verlust. Unser Leben würde arm und banal. Aber genau dieser fortschreitende Verlust kennzeichnet das Leben vieler Menschen heute.Rückkehr in die Diakonie
Jesus Christus nimmt am kommenden Samstag im Hohen Dom zu Fulda Männer aus unserer Mitte als Diakone in seinen Dienst. Er gibt ihnen seine Prägung, sein Profil mit auf ihren Weg, damit sie ihr eigenes Leben immer mehr von ihm bestimmen lassen. Das geschieht in einer Zeit, in der viele Werte eingeebnet sind.Geschlossene Gesellschaft?
Jean Paul Sartre führt uns in seinem Drama „Bei geschlossenen Türen“ in einen widerwärtigen Raum ohne Fenster und ohne Tageslicht, künstliches Licht dafür, das man nicht abdrehen kann, mit einer eisernen Tür verschlossen, die sich nur von außen öffnen lässt. Bald stellt sich heraus, dass dies der Ort der Verdammnis ist, die Hölle des heutigen Menschen. Hier sollen drei Menschen, zwei Frauen und ein Mann, die Rechnung ihres verpfuschten Lebens bezahlen.Ostern – Eine Frage auf Leben und Tod
„Na, wo soll’s denn Ostern hingehen?“ „In die Kirche natürlich!“ Der Mann auf dem Nachbarstuhl beim Friseur drehte ruckartig den Kopf zur Seite. So war die Frage gar nicht gemeint. Osterurlaub auf den Balearen oder Ski-fahren in den Alpen, darüber hätte man unverfänglich reden können. Aber Kirche?Über dem Abgrund
Der amerikanische Friedensforscher Ch. Osgood schlägt folgendes Gedankenexperiment vor: Man stelle sich zwei kräftige Männer vor, wie sie sich nahe der Mitte auf einer langen Wippe gegenüberstehen. Die Wippe befindet sich über einem Abgrund im Gleichgewicht. Sobald einer der beiden Männer einen Schritt von der Mitte weg nach außen unternimmt, muss der andere diesen Schritt mit einem eigenen Schritt nach außen ausgleichen, einem Schritt, der nahezu gleich groß sein muss, weil sonst das Gleichgewicht verloren geht. Je weiter sich die Männer nun nach außen bewegen, desto größer ist mit jedem Schritt das Gleichgewicht gefährdet, und desto beweglicher und schneller müssen die beiden Männer in ihren Reaktionen werden, um das unsichere Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.Vertrauen auf Gottes Rettung
Die Jünger Jesu sind in einem Boot, das im heftigen Sturm hin- und hergerissen wird. Ihre Not ist die Erkenntnis der eigenen Ohnmacht. Mit dem Ruf an den Herrn „Wir gehen zugrunde“ (vgl. Mk 4, 38) berühren sie unsere eigenen mitunter stummen Schreie.Kirche, was sagst du über dich selbst?
Impulse aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 – 1965) für eine zu-kunftsfähige Kirche ergeben sich vor allem aus den beiden Basisdokumen-ten, die wie zwei Pole aufeinander bezogen sind: Die Kirchenkonstitution Lumen gentium und die Pastoralkonstitution Gaudium et spes.Unerledigte Aufgaben
Wir haben tatsächlich allen Grund, im 50. Jahr der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils für seine große Wegweisung in die Zukunft unserer Kirche dankbar zu sein und in die Hoffnung unseres Papstes mit einzustimmen, dass das Konzil „eine große Kraft für die stets notwendige Erneuerung der Kirche sein und immer mehr zu einer solchen werden“ möge.
Aktuelle Meldungen
Bischof Algermissen weihte sechs junge Männer zu Priestern
Im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes hat Bischof Heinz Josef Algermissen am Samstag im überfüllten Hohen Dom zu Fulda sechs bisherige Diakone zu Priestern geweiht.Christen in Ägypten vor einer ungewissen Zukunft
Am Montag, 13. Mai, haben sich missio Fulda und das Bonifatiushaus an einem Studientag mit dem arabischen Frühling in Ägypten beschäftigt. Nach Aussage von Monsignore Joachim Schroedel, der seit 18 Jahren für die deutschsprachigen Katholiken in Ägypten zuständig ist, und Bischof Antonios Aziz Mina aus Guizeh hat sich dieser „Frühling“ für die Christen in der Region in einen Herbst verwandelt. Denn das 80-Millionen-Einwohner-Land, das seit dem Sturz von Präsident Mubarak durch die Muslimbruderschaft regiert wird, hat an Stabilität, Sicherheit und Wirtschaftsleistung verloren.Prof. Kemper 75 Jahre
Am 23. Mai vollendet Prälat Prof. Dr. Max-Eugen Kemper (Fulda/Rom) sein 75. Lebensjahr. Der Jubilar ist Domherr von St. Peter, war lange Jahre als Geistlicher Botschaftsrat an der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl in Rom tätig und wirkte von 2003 bis 2011 als Professor für Didaktik der Christlichen Kunst in Fulda.Pfarrer Bräscher 75 Jahre
Am 22. Mai vollendet Pfarrer Heribert Bräscher (Neuhof) sein 75. Lebensjahr. Er wurde 1938 in Fulda geboren und studierte nach dem Abitur an der Freiherr-vom-Stein-Schule Philosophie und Theologie in Fulda und Lyon. Bischof Dr. Adolf Bolte weihte ihn am 21. März 1964 im Fuldaer Dom zum Priester.Sonntagsgedanken in hr1
Innerhalb des Magazins „hr1 am Sonntag“ wird Pater Dirk Fey OMI (Hünfeld) am Pfingstmontag, 20. Mai, um 7.45 Uhr im zehnminütigen Verkündigungsbeitrag „Sonntagsgedanken“ die Ansprache halten.RSS-Feeds abonnieren
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