Jugendliche erkunden Sydney
Eröffnungsmesse bei winterlichen Temperaturen
Sydney. Die Jugendlichen aus dem Bistum Fulda erkundeten am zweiten Tag des Weltjugendtreffens in Sydney die Stadt und den Hafen. In Kleingruppen zogen sie an den Hafen mit Opera House und Harbour Bridge. Einige machten eine Schifffahrt und genossen die Skyline Sydneys von der Wasserperspektive aus. Andere besuchten das Aquarium. Am Nachmittag nahmen die Jugendlichen am offiziellen Eröffnungsgottesdienst mit Kardinal George Pell teil.
Die Pilgergruppe aus dem Main-Kinzig-Kreis unter der Leitung von Regens Dr. Cornelius Roth und Kaplan Thomas Renze fuhr mit der Fähre in den Stadtteil Manly. Die Fahrt ging direkt vorbei am Opera House und der Harbour Bridge in Richtung Pazifik. Außerdem eröffnete die Wasserperspektive eine Vorstellung von der Größe der Weltmetropole mit ihren vielen Buchten und Häfen. Die 30-minütige Fahrt bot nicht nur einen Blick auf die Skyline Sydneys, sondern auch auf den Pazifik hinaus. Am Strand von Manly luden strahlender Sonnenschein und leichte Wellen zum Baden ein. Die Temperaturen von etwa 15 Grad hinderten aber daran. Dafür entlohnten Delphine, die in Strandnähe schwammen.
Am Nachmittag zog die Kleingruppe durch die Altstadt zum Gelände "Barangaroo" am Hafen von Syndey. Dort feierte sie zusammen 143.000 Jugendlichen den offiziellen Eröffnungsgottesdienst des Weltjugendtreffens mit. Die Messe leitete Kardinal George Pell. Der Erzbischof von Sydney rief die Jugendlichen auf, sich für den Heiligen Geist zu öffnen, der Thema dieses Treffen ist. "Wenn wir Gottes Hände nehmen, wird er den Rest schon machen. Vertraut auf ihn, Gott wird uns nicht verlassen", rief der Bischof den Jugendlichen zu. Bezogen auf das Gleichnis vom Säen ermahnte er die Pilger, die Sprache des Kreuzes zu lernen und es in ihr Herz einzuschreiben. Nur so brächten sie gute Frucht, die bleibt und wächst. "Bleibt nicht auf euren Talenten sitzen, nutzt sie, gerade auch in kleinen Dingen und regelmäßig."
Da in Australien Winter ist, ging die Sonne bereits gegen 17 Uhr Ortszeit unter. Danach sanken die Temperaturen auf unter 10 Grad. Viele halfen sich gegen Kälte und Dunkelheit mit Rettungsdecken und Taschenlampen, die vorsorglich im offiziellen Pilgerrucksack waren. Die äußeren Bedingungen konnte aber die Stimmung nicht trüben. Der Abend klang mit einem Popkonzert verschiedener australischer Musiker und einem Feuerwerk aus. Marcel Schäfer aus Petersberg freut sich trotz der Witterung auf den Abschlussgottesdienst am Sonntag, der mit einer Übernachtung auf der hergerichteten Pferderennbahn "Randwick Racecourse" verbunden ist. "Es ist eine Spitzenstimmung. Die Jugendlichen rocken sogar zu Blasmusik", schwärmt der Saxophonspieler. Das Jugendblasorchester der Schule Marianum aus Fulda gibt morgen ein Konzert am Hafen. Christine Siemer und Simona Grosser aus Kassel besuchten das Aquarium. "Außerdem gefällt mir das ganze Drumherum sehr gut. Die Atmosphäre ist toll", sagte Simona Grosser. Christine Siemer schwärmt von ihrem Besuch im Opernhaus. Am Dienstagabend gaben zwei Chöre ein kostenloses Konzert für Pilger. "Die konnten richtig gut singen", bemerkt die Kasslerin.
Gefragt nach den Highlights der bisherigen Tage, fallen den Jugendlichen verschiedene Ereignisse ein. Christin Kling aus Gelnhausen-Höchst erinnert sich an die das Vorprogramm mit Aufenthalt in Hongkong. "Die Stadtrundfahrt war sehr interessant. Die Menschen dort leben auf sehr engem Raum, sechs Personen aus 40 Quadratmeter. Das ist wie in Hasenkisten", berichtet der Jugendliche mit einem Lächeln. Einzig das schwüle Wetter mit über 30 Grad machte dem Höchster in der chinesischen Metropole zu schaffen. "Dafür war die Gastfamilie in Goulburn total freundlich und offen. Sie haben uns herzlich aufgenommen."
Auch Corina Lypp aus Gelnhausen-Haitz war in einer Gastfamilie untergebracht. Sie wohnte 20 Kilometer von der Stadt entfernt im australischen "Outback". "Ich habe zum ersten Mal ein Kängurubaby auf dem Arm gehabt", berichtet die Jugendliche. "Zudem hat mich die Verabschiedung tief beeindruckt. Das ganze Dorf hat uns ein Fest bereitet. Das war super." Thomas Renze, Kaplan in der Gemeinde Mehrholz-Hailer, bleibt der Gottesdienst in Canberra vom vergangenen Samstag in Erinnerung. "Ich war nach der Messe unter freiem Himmel so durchgefroren und kalt, dass ich dachte, jetzt sehe ich nur lange Gesichter. Aber ganz im Gegenteil, alle waren fröhlich und haben geklatscht."
In den kommenden drei Tagen stehen Vorträge und Workshops auf dem Programm. An den Nachmittagen finden an verschiedenen Orten in Sydney Konzerte und Vorführungen statt.
(Sebastian Pilz)
16.07.2008
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