"Berufen, im Heiligen Geist zu leben"
Fulda/Sydney (bpf). Nach dem offiziellen Start des Weltjugendtages mit dem Eröffnungsgottesdienst in Sydney, an dem 100.000 Jugendliche aus aller Welt teilnahmen, predigte Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez am ersten Tag der Katechese vor 350 deutschsprachigen Pilgern. Neben den 250 Jugendlichen aus der Diözese Fulda nahmen auch Jugendliche aus Südtirol, Augsburg, Rottenburg-Stuttgart, Münster und Freiburg teil. Thema der Katechese war: "Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen". Nach der Begrüßung der Gruppe durch den Fuldaer Diözesanjugendpfarrer Sebastian Blümel und einem Anspiel der Jugendlichen führte Weihbischof Diez die Jugendlichen in das Thema ein. "Mit dem Heiligen Geist hat manch einer seine Schwierigkeiten. Es fällt ja schon schwer, genauer darzulegen, was es mit dem menschlichen Geist auf sich hat, welche Tiefen ihm zu eigen sind und zu was er fähig ist. Wie viel hilfloser fühlen wir uns dann erst, wenn wir sagen sollen, welche Bedeutung der Geist Gottes für uns und unser Leben hat?"
In seiner Katechese wolle er diese Hilflosigkeit beseitigen und zu vermitteln versuchen, wer der Heilige Geist sei und welche Rolle er im Leben des Einzelnen einnehmen könne, so Diez in seiner Einführung. Wie relativ Raum und Zeit seien, hätten die Pilger als eigene Erfahrung nach 20 Stunden am eigenen Leib erfahren. "Einmal in der Zukunft leben und in die Vergangenheit zurückreisen" sei eine Erfahrung, die deutlich mache, daß die Welt nicht eine Zeit habe. Dadurch werde laut Diez deutlich, daß zu jeder Zeit Christen auf der ganzen Welt Eucharistie feierten und gemeinsam beteten. "Der heilige Geist wirkt immer und überall. Diese Erfahrungen können wir durch die internationalen Begegnungen gerade hier am Weltjugendtag in Sydney in großartiger Weise erleben", so der Weihbischof.
Den Heiligen Geist als Quelle der Kraft und Ausweg aus der eigenen Enge und Beschränktheit anzunehmen, dazu wollte Diez die Teilnehmer seiner Katechese ermutigen. "Nur wer seine eigene Beschränktheit anerkennt, der kann mit Hilfe des heiligen Geistes aus dieser befreit werden." Den heiligen Geist gelte es als Ursprung allen Lebens begreifen zu lernen, denn nicht der Mensch selbst für sich entscheide über das, was erschaffen werde, sondern der Heilige Geist habe mit seinem Wirken das Empfangen des Lebens erwirkt. "Jeder von euch ist ein Original, welches von Gott gewollt und geliebt ist. Jeder und Jede ist ein Gedanke Gottes. Glaube ist keine Formel und auch der Heilige Geist nicht", betonte Diez. Glaube sei nichts anderes als gelebte Nächstenliebe und Aufforderung zu einem Leben nach den Geboten Gottes. "Gott schenkt uns mit dem heiligen Geist Anteil an uns selbst." Gerade der Weltjugendtag sei ein klares Ja zum heiligen Geist, denn Tausende von Jugendlichen versammelten sich hier im Geiste Gottes. Auf den Weg der nächsten Tage mit gab Weihbischof Diez den Jugendlichen die einfache, aber auch gleichzeitig schwierige Frage, was einem das Leben bedeute und was man gerne im Alter über seinem Leben als Überschrift stehen haben wolle. Mit der Ankunft der jungen Pilger in Sydney sei hier die Sonne aufgegangen. "So soll auch der Heilige Geist mit seiner Ankunft in euren Herzen die innere Sonne aufgehen lassen", so Diez. Der gute Gott sei ein Gott des Lebens, und wer Gott bejahe, der bejahe das Leben, schloß der Weihbischof.
In den nächsten Tagen ging es für die Fuldaer Gruppe weiter mit Katechesen von Kardinal Joachim Meisner (Köln) und Bischof Friedhelm Hofmann (Würzburg). Die Stimmung der Jugendlichen vor Ort wurde als großartig und mutmachend für die nächsten Tage beschrieben. Auch die Fuldaer Gruppe erwartete wie viele andere Gruppen mit Spannung die Ankunft des Heiligen Vaters im Hafen von Sydney.
(Frank Post)
17.07.2008


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