Für freiwillig Engagierte

Für freiwillig Engagierte

Fortbildungsangebote 2012 für freiwillig Engagierte - jetzt komplett online.

Interessante Orte

Weltfamilientage

Stellenangebote

www.katholisch.de
www.dbk.de
www.mach-dich-auf-und.com
Virtueller Rundgang durch den Dom
Kartendarstellung: Dekanate und Pastoralverbünde
Kartendarstellung: Dekanate und Pastoralverbünde

Bistum Fulda - Karte

Traditioneller Priestertag im Hotel Maritim– Mainzer Pastoraltheologe Pater Sievernich sprach vor über 170 Geistlichen

Überzeugte bringen Kirche auch in schwerer Zeit weiter  

Fulda/Hanau/Kassel/Marburg (bpf). Die Zahl der Gläubigen in der katholischen Kirche sei kleiner geworden und werde es in Zukunft noch deutlicher sein, auch dadurch, daß Menschen enttäuscht die Kirche verließen. Davon zeigte sich Bischof Heinz Josef Algermissen am Mittwoch im Fuldaer Dom überzeugt. Der Bischof dankte den über 170 Priestern und Diakonen für ihre Bereitschaft, Jesus Christus zu suchen und ihn „in ihrer Mitte wohnen zu lassen“ sowie die Menschen immer wieder zu dieser Mitte mit hinzuziehen. Denn nur überzeugte Priester könnten die Kirche weiterbringen, wie Papst Benedikt XVI. jüngst zum Ende des Priesterjahres in Rom betont habe. Macht und Einfluß der Kirche hätten abgenommen, und die Priester seien „zu neuer Demut gerufen“. Die Kraft überzeugender Menschen bleibe nach wie vor von vielen ersehnt und gesucht.

„Jesus Christus muß die entscheidende Notwendigkeit unserer Existenz und die Mitte unseres priesterlichen Lebens sein. In seiner Person handeln können wir glaubwürdig nur, wenn wir aus der Mitte der Begegnung mit Christus leben und bereit sind, mit ihm in der Mitte der Menschen zu wohnen, um sie in ihren Herzen zu berühren“, hatte Algermissen eingangs hervorgehoben. Nichts sei schlimmer in der Kirche als „laue, graue und kraftlose Mittelmäßigkeit“, insbesondere bei Amtsträgern. „Die Mitte unseres Glaubens ist kein kleinster gemeinsamer Nenner, den irgendwie die meisten noch mitmachen können, sondern eine Fülle, die es immer neu zu ermessen gilt“, betonte der Oberhirte. In der Eucharistie versammle der Priester die Menschen zur Mitte und lasse Christus in ihr Innerstes gelangen; im Bußsakrament trage er dazu bei, daß Menschen mit sich und Gott ins reine kämen; in der Krankensalbung richte er wie Jesus den Kranken im Herzen wieder auf.

Vortrag über Neuevangelisierung im Kontext der späten Moderne
Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke kam in seiner Begrüßung der im Anschluß an den Gottesdienst in der Orangerie (Hotel Maritim) versammelten Geistlichen auf die Herausforderungen an die Kirche und den vom Bischof von den Gemeinden erbetenen „Brief der Hoffnung“ zu sprechen. Besonders begrüßte er die diesjährigen Jubilare unter den Geistlichen sowie die Missionare, neugeweihten Priester und Diakone und die Pensionäre. „Es bedarf einer neuen Aufmerksamkeit für die Gaben der einzelnen Personen, um die vorhandenen humanen und spirituellen Ressourcen ins Spiel zu bringen. Wir haben die einmalige Chance, einen Prozeß der Reform in Gang zu setzen, der auch eine spirituelle Erneuerung impliziert und die passiven Mitglieder mit ihren Talenten ernstnimmt und vor ihre Verantwortung stellt.“ Dies stellte Pater Prof. Dr. Michael Sievernich SJ in seinem anschließenden Festvortrag über die „Neuevangelisierung in der späten Moderne“ heraus. Der Mainzer Professor für Pastoraltheologie legte in seinem Vortrag dar, daß die Kirche für ihren missionarischen Auftrag den zeitgenössischen Kontext ins Auge fassen müsse, da ihre Symbole und Gesten nicht mehr ohne weiteres verstanden würden.

Veränderte religiöse Landschaft und neue Figuren
Eine neue religiöse Landschaft habe sich dadurch herausgebildet, daß die kirchenbezogene Religiosität zurückgegangen sei, es aber auch eine gegenläufige Tendenz einer religiösen Revitalisierung gebe. Neue Religionsformen seien oft auf unmittelbare Lebensbedürfnisse zugeschnitten, aber „nicht mehr am moralischen Kanon des Christentums orientiert“. Das bedeute letztendlich eine Entkonkretisierung und Entpersonalisierung der Religion, so Prof. Sievernich. Wie schon Pater Alfred Delp 1941 festgestellt habe, sei eine neue Inkulturation im „Missionsland Deutschland“ erforderlich. In der religiösen Landschaft seien neue Phänomene und Figuren aufgetaucht, so die „globale Neujustierung“ der katholischen Kirche in der Welt, mit dem Rückgang der Kirche in Europa, und die Entstehung neuer christlicher Gruppierungen außerhalb des klassischen Pfarreimodells. Die Jugend, „der eigentliche Schatz der Gesellschaft und der Kirche“, weise neue Einstellungen auf, die eine zunehmende Familienorientierung und mehrheitlich konfessionelle Bindung ebenso beinhalteten wie eine überraschende Kirchenakzeptanz. Dabei meinten viele Jugendlichen jedoch, daß die Kirche sich ändern müsse, wenn sie eine Zukunft haben wolle, und daß sie oft keine Antworten auf ihre Fragen habe.

Neue evangelisierende Pastoral
Neben den „klassischen Typus des praktizierenden Katholiken“ seien neue Figuren getreten, die Prof. Sievernich im folgenden charakterisierte. Da sei zum einen der „Bastler“, der sich auf verschiedene Art mit Teilaspekten – emotional, kulturell, humanitär, politisch, humanistisch oder ästhetisch – des Christentums identifiziere. „Diese sechs Typen der religiösen Zugehörigkeit geben ein hilfreiches Instrument der Wahrnehmung und Interpretation an die Hand, um die heutige junge Generation besser zu verstehen“, zeigte sich der Referent überzeugt. Sodann nannte er die Figur des „Pilgers“, der eine mobil, autonom, freiwillig, individuell geprägte religiöse Kultur pflege. Als weiteren Typ charakterisierte er den „Konvertiten“, der in der Kirche eine neue Heimat suche bzw. zu ihr zurückkehre. All dies mache deutlich, daß die zukünftige Sozialform des Christentums diversifiziert werden müsse. Eine „neue evangelisierende Pastoral“ müsse sich diesem Kontext anpassen, also nicht nur die klassische, sondern auch die Seelsorge an Fernstehenden, Nichtpraktizierenden und Un- bzw. Halbgläubigen in Angriff nehmen. Das sei laut Sievernich durch eine entsprechende liturgische und spirituelle Präsenz, entsprechend den Gaben der einzelnen Personen, durch eine pastorale und diakonale Präsenz, besonders durch den Beruf des Priesters als konkreten Ansprechpartners vor Ort, und eine missionarische und interkulturelle Präsenz, bezogen auf die Lebenswelt der Menschen, erreichbar.

17.06.2010

Bischöfliche Pressestelle, 36001 Fulda / Postfach 11 53 / Telefon: 0661 / 87-299 / Telefax: 87-568 / E-Mail: presse@bistum-fulda.de / Internet: www.bistum-fulda.de / Redaktion: Christof Ohnesorge.

Kirchenchöre nach Rom

Papstbesuch

Hotline: 0800 - 1201000
Hotline: 0800 - 1201000

Beratung bei sexuellem Missbrauch

Präventionsrichtlinien

Aktuelle Meldungen

Bischof Heinz Josef Algermissen: Interview auf www.predigtpreis.de
Bischof Heinz Josef Algermissen gibt Internetportal www.predigtpreis.de Interview zu seiner Predigtarbeit.
Lourdes-Wallfahrt 2012 der hessischen Bistümer
Vom 24. bis 28. Mai 2012 findet wieder eine gemeinsame Lourdes-Wallfahrt der Bistümer Fulda, Limburg und Mainz sowie des Malteser Ritterordens für Gesunde, Behinderte, Kranke und Pflegebedürftige statt. Das Leitwort lautet „Mit Bernadette den Rosenkranz beten“.
Das Kreuz Christi als die Mitte des Glaubens
„Christen stellen das Kreuz Christi bewusst in den Mittelpunkt der gottesdienstlichen Feiern und machen es zum Vor-Zeichen des Christseins“, unterstrich der Großkanzler der Theologischen Fakultät Fulda, Bischof Heinz Josef Algermissen, am Freitag zum Abschluss der traditionellen Hrabanus-Maurus-Akademie, des Patronatsfestes der Fakultät, hervor.
Vortrag im Kloster Frauenberg
Ein Vortrag im Kloster Frauenberg befasst sich am Mittwoch, 8. Februar, mit dem Thema „Evolution auch der Religion?“. Pater Dr. Sigfrid Klöckner OFM untersucht darin, ob sich im Werden des Menschen auch Religion und Glaube entwickelten und ob man von einem „Gottes-Gen“ im Menschen sprechen kann.
Lebendiger Gott wandelt Perspektiven
Die neue Broschüre mit den Kursangeboten des Bistums Fulda zu Exerzitien, Besinnung und Meditation ist erschienen. Die Übersicht über das ganze Jahr 2012 soll Interessierten eine Einplanung von Besinnungs- und geistlichen Tagen in ihren Alltag erleichtern und auf dem persönlichen Glaubensweg ermutigen.
 

RSS-Feeds abonnieren

News und Informationen aus dem Bistum - schnell und komfortabel via RSS

 
 
 
 
zurück | nach oben | Seite weiterempfehlen | Seite drucken