Bistum Fulda

„Das Leben soll allen Menschen offenstehen“

Offener Brief Bischof Algermissens und Bischof Heins zur Präimplantationsdiagnostik

 

Fulda/Kassel (ekkw/bpf). In einem gemeinsamen Brief zur Präimplantationsdiagnostik (PID) haben Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein (Kassel), und der katholische Bischof Heinz Josef Algermissen (Fulda) sich gegen eine Freigabe der Präimplantationsdiagnostik (PID) ausgesprochen. „Wir treten dafür ein, dass das Leben, wie es mit seinen schönen und schweren Seiten aus Gottes Hand kommt, allen Menschen offen stehen soll“, so die beiden Bischöfe. Das Schreiben geht unter anderem an die hessischen Bundestagsabgeordneten, da in den kommenden Monaten der Deutsche Bundestag die Freigabe der PID-Zulassung neu regeln wird.

Die Auswahl gesunder Embryonen schließe immer eine Verwerfung anderer mit ein, wenngleich alle Menschen, die sich im Wissen um eine eigene Erbkrankheit gesunde Kinder wünschten, Solidarität verdienten. Die Bischöfe benennen drei Argumente, die gegen die Zulassung der PID sprächen. Zuerst nehme jeder für sich – zu Recht – die Würde des eigenen Lebens in Anspruch. Das eigene Leben zu haben – mit allen Stärken und Schwächen, Begabungen und Beschränkungen – bedeute auch: „Was aber für uns unumstößlich gewiss gilt, können wir auch anderen nicht absprechen. Denn das hieße ja, ihnen das Menschsein absprechen.“ Zweitens entwickle sich ein Embryo nicht zum Menschen, sondern als Mensch. „Wer immer Entscheidungen über das Leben eines Embryos trifft, muss wissen: Biologisch unzweideutig geht es hier um einen – anfanghaften, zerbrechlichen – Menschen.“ Die Bischöfe widersprechen damit der Auffassung, es wäre möglich, „dem Menschen je nach Entwicklungsstand und Kompetenzen unterschiedliche Schutzrechte und Achtungsgrade zuzuschreiben“. Drittens würde, selbst wenn durch die PID ein von Erbkrankheiten verursachtes Leid umgangen werden könnte, neues Leid erzeugt, „wenn nämlich Betroffene mit der Vermutung leben sollen, eigentlich nicht lebenswert zu sein“. Mittelfristig würde sich das Bild vom Menschen in unserer Gesellschaft nachteilig verändern.

Beide Bischöfe bitten darum, sich in dieser wichtigen Frage gewissenhaft ein eigenes Urteil zu bilden. „Wir glauben fest daran, dass das entschiedene Eintreten von Christen für die unbedingte Anerkennung menschlichen Lebens und menschlicher Würde von Anfang an zu Gesetzen führt, die allen Menschen dienen“, so Bischof Algermissen und Bischof Hein zum Schluss ihres Briefes.

Der Brief im Original-Wortlaut kann über die Bischöfliche Pressestelle angefordert werden.  

04.03.2011

Bischöfliche Pressestelle, 36001 Fulda / Postfach 11 53 / Telefon: 0661 / 87-299 / Telefax: 87-568 / E-Mail: presse@bistum-fulda.de / Internet: www.bistum-fulda.de / Redaktion: Christof Ohnesorge.

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