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300 Jahre Dom zu Fulda

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Kartendarstellung: Dekanate und Pastoralverbünde
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Bistum Fulda

„Kirchenraum als Ausdruck der Sehnsucht“

Religionspädagoge Prof. Wagner hielt Abschiedsvorlesung in Fulda  
v.l.n.r.: Rektor Prof. Müller, Studiendirektor Mahr, Prof. Wagner, Oberstudienrat Tabelling, Oberstudienrat Ballmeier und Bischof Algermissen.zoom
v.l.n.r.: Rektor Prof. Müller, Studiendirektor Mahr, Prof. Wagner, Oberstudienrat Tabelling, Oberstudienrat Ballmeier und Bischof Algermissen.

Fulda (bpf). „Unser Dom ist ein geerdeter Himmel“, lautete das Fazit der Abschiedsvorlesung von Prof. Dieter Wagner am Dienstag im Auditorium maximum der Theologischen Fakultät Fulda. In vielen der künstlerisch-liturgischen Darstellungen im Fuldaer Dom werde nämlich die „Unendlichkeit Gottes in die Endlichkeit des Alltags geholt“. Unter dem Titel „Spuren der Sehnsucht – Kirchenraumpädagogische An-Sichten des Doms zu Fulda“ stellte Wagner, der seit über 30 Jahren Lehrveranstaltungen unter anderem an der Theologischen Fakultät Fulda und dem Katholischen Seminar Marburg hielt, am Beispiel des barocken Doms die Bedeutung von Kirchenraumpädagogik für den Religionsunterricht heraus. Ausgehend von der Sehnsucht nach dem Religiösen und vor dem Hintergrund mangelnder kirchlicher Erfahrung heutiger Schüler könne über die künstlerische und liturgische Gestaltung eines Kirchenraums eine Beziehung zu Bibel und Glaubenstradition gestiftet werden. „Der Kirchenraum selbst stellt ein Glaubenszeugnis vergangener und gegenwärtiger Generationen dar“, so Wagner. Zugleich verwies er auf die überzeitliche Gemeinschaft von Lebenden und Toten, die im Kirchenraum greifbar werde. Den Schülern den Kirchenraum dementsprechend zu entschlüsseln müsse das Ziel der Kirchenraumpädagogik sein.


In der planvollen Beschäftigung mit der jedem Menschen vorhandenen Sehnsucht könne man mit Heranwachsenden und Erwachsenen viel vom Leben verstehen, religiöse Grunderfahrungen aufspüren und „religiöse und glaubensgebundene Basisfähigkeiten“ entwickeln, zeigte sich Prof. Wagner überzeugt. Hierzu eigne sich gerade auch der Umgang mit der sakralen Architektur. Der barocke Dom zu Fulda, dessen 300-jähriges Jubiläum in diesem Sommer gefeiert wird, zeige die Spannung im Leben der damaligen Menschen, die in der Wahrnehmung von Schönheit einerseits und leidvollen Erfahrungen andererseits liege. „Der Dom inszeniert eine Dramaturgie der Gegensätze, in der ein vernetzter Raum des Verstehens erzeugt wird, in dem These und Antithese, Leben und Tod, Sinnlichkeit und Geist sich ausbalancieren.“ Nicht zuletzt sei das architektonische und bildnerische Programm des Fuldaer Doms eine interessante Predigt darüber, wie menschliche Sehnsucht zu einer christlichen Lebenshaltung werden könne. Der Erlösungsgedanke, die Auferstehung von den Toten und die Sehnsucht Gottes nach den Menschen spiegelten sich laut Wagner im Kirchenraum des Domes wider.


Mit dem laufenden Sommersemester beenden die Lehrbeauftragten OStR Rudolf Ballmeier (Psychologie), Studiendirektor a. D. Paul Mahr (Griechisch), OStR i. R. Wolfgang Tabeling (Latein) und Oberschulrat a. D. Prof. Dieter Wagner (Religionspädagogik) ihre Vorlesungstätigkeit an der Theologischen Fakultät Fulda und dem Katholisch-Theologischen Seminar in Marburg. Sie wurden von Großkanzler Bischof Heinz Josef Algermissen, Rektor Prof. Dr. Christoph Gregor Müller, Dr. Klaus Dorn vom Katholischen Seminar in Marburg und einer Delegation ihrer Studenten in einer akademischen Feier verabschiedet. Prof. Müller verwandte für seine Würdigung das Bild einer Quadriga, eines römischen Viererwagens, mit vier „Schlachtrössern“ für die vier langjährigen Dozenten. Bischof Algermissen dankte ihnen für die Zeit, die sie dem Dienst an der Kirche von Fulda gewidmet hätten. Paul Mahr wurde zudem mit der Sturmiusmedaille des Bistums ausgezeichnet. Der Rektor hatte zu Beginn zahlreiche Gäste aus Kirche, Gesellschaft und Wissenschaft begrüßt. Die Feier wurde musikalisch umrahmt durch Domkapellmeister Franz-Peter Huber (Gesang) und Claudia Regel (Klavier) mit Werken von F. Mendelssohn-Bartholdy und F. Schubert.

22.06.2012


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Redaktion: Christof Ohnesorge

 
 
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