Bistum Fulda

Weihbischof Kapp begeht Diamantenes Priesterjubiläum

Fulda/Hofgeismar (bpf). Am Samstag, 5. April, begeht Weihbischof Johannes Kapp (84) sein Diamantenes Priesterjubiläum. Er wurde am 3. April 1954 im Hohen Dom zu Fulda von Bischof Dr. Johannes Baptist Dietz zum Priester geweiht. Aus diesem Anlass findet um 10 Uhr im Fuldaer Dom ein Dankamt statt, zu dem alle Gläubigen aus dem Bistum, die mitfeiern möchten, herzlich eingeladen sind. Weihbischof Kapp wird den Gottesdienst in Konzelebration mit Bischof Heinz Josef Algermissen, Weihbischof Karlheinz Diez, dem emeritierten Erfurter Bischof Joachim Wanke und dem emeritierten Erfurter Weihbischof Hans-Reinhard Koch feiern. Domkapitular i. R. Prälat Hermann Mühl hält die Festpredigt. Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle Gläubigen zu einem Empfang und einem einfachen Mittagessen ins Priesterseminar eingeladen.

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Bei seiner Bischofsweihe 1976 in Fulda hatte sich Weihbischof Kapp ein Schlüsselwort der Heiligen Schrift zum Leitspruch gewählt: „Gaudium Domini fortitudo nostra – Die Freude am Herrn ist unsere Stärke“. Aus solch befreiender Kraft heraus wollte er immer die frohe Botschaft verkünden, Gottes Freude weitergeben und nahe bei den Menschen bleiben. Weihbischof Johannes Kapp hat das Bistum Fulda in seiner fruchtbaren Amtszeit entscheidend mitgeprägt – sei es als Seelsorger, Regens, Domdechant, Leiter der Personalabteilung, Personalreferent für Geistliche und Laien im pastoralen Dienst, Kommissionsmitglied bei der Deutschen Bischofskonferenz und Beauftragter zur Regentenkonferenz und für die Berufungspastoral, Diözesanadministrator und Bischofsvikar für die Ständigen Diakone.

Schon während seiner Kaplanszeit hat der Jubilar durch zwei charismatische Priesterpersönlichkeiten – Konviktsdirektor Pius Burkardt und Pfarrer Alfons Lins – eine starke spirituelle Ausprägung erfahren. So versteht er sich vor allem als „Brückenbauer“, der zusammenführt, sich den Menschen zuwendet und ihre Sorgen wahrnimmt. Was ihn auszeichnet, ist die besondere Gabe, die christliche Frohbotschaft in meditativen Bildern ansprechend und lebensnah zu verkünden. Kapp verfügt über eine langjährige Seelsorgserfahrung, und sieht sich bis heute, da er seinen Ruhestand in seiner nordhessischen Heimat verbringt, in erster Linie als Seelsorger. „Ich bin leidenschaftlich gern Pfarrer gewesen und möchte auch als Bischof leidenschaftlich gern Seelsorger bleiben“, hat er einmal gesagt. So hilft er bis heute in Hofgeismar und anderen Pfarreien seiner Heimat in der Pfarrseelsorge mit.

Von unzähligen Firmreisen her kennt Kapp jede Gemeinde des Bistums. In seinen fast 38 Bischofsjahren hat er weit über 1.000 Firmtermine wahrgenommen und dabei mehr als 52.000 Jugendlichen das Firmsakrament gespendet. Die Verbindung zur Basis, der enge Kontakt besonders auch zum Diözesanklerus, mitbrüderliche Sorge und stete Gesprächsbereitschaft sind charakteristisch für das Wirken des seit 2010 in Hofgeismar lebenden Weihbischofs. Rund 400 Seminaristen und Bewerber um den Ständigen Diakonat hat er zum Lektoren- und Akolythendienst beauftragt; an die 350 nahm er unter die Kandidaten für Diakonat und Presbyterat auf und weihte sie zu Diakonen. 13 Diakonen hat er die Priesterweihe gespendet.

Weihbischof Kapp wurde am 14. Mai 1929 in Burguffeln bei Hofgeismar als Sohn eines Gutsinspektors geboren. Aufgewachsen in der Diaspora, wo es in den Kriegs- und Nachkriegsjahren viele Zeichen ökumenischen Miteinanders gab, hat ihn diese Situation sehr geprägt. Seiner nordhessischen Heimat ist er immer besonders verbunden geblieben und hat sich in besonderer Weise für die Ökumene engagiert, die ihm von seiner Herkunft her wichtig ist. Als Konviktorist besuchte er das Fuldaer Domgymnasium. Nach dem Abitur absolvierte er von 1948 an seine Studien an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Fulda und an der Theologischen Fakultät der Universität Bonn. Seine erste Anstellung nach der Priesterweihe führte ihn in das Bischöfliche Konvikt in Fulda, wo er bis 1958 als Geistlicher Assistent tätig war. Gleichzeitig war er Religionslehrer am heutigen Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Danach wirkte er als Kaplan und von 1963 an als Pfarrer in der Kurstadt Bad Orb, wo er im inneren und äußeren Aufbau der Gemeinde segensreich wirkte. 1971 wurde er darüber hinaus zum Dechanten des damaligen gleichnamigen Dekanates ernannt. Als Seelsorger einer der größten Gemeinden des Bistums ging es Kapp darum, Kirche als frohmachende und bergende Heimat erfahrbar zu machen.

Im März 1975 berief Bischof Eduard Schick den erfahrenen Pfarrgeistlichen in das Fuldaer Domkapitel und bestellte ihn gleichzeitig zum Regens des Priesterseminars. Diesen wichtigen Dienst für das Bistum hat er über fünf Jahre wahrgenommen, auch als er im Juli 1976 durch Papst Paul VI. zum Titularbischof von Melzi und Weihbischof in Fulda ernannt wurde. Hauptkonsekrator bei der Bischofsweihe am 12. September gleichen Jahres im Hohen Dom zu Fulda war Bischof Dr. Eduard Schick; Mitkonsekratoren waren der damalige Paderborner Weihbischof und heutige Kurienkardinal Paul Josef Cordes sowie der 2001 verstorbene Hildesheimer Weihbischof Heinrich Machens. 1977 folgte die Ernennung zum Bischofsvikar und die gleichzeitige Übertragung des Amtes eines Personalreferenten für Priester und Ständige Diakone. 1980 vom Amt des Regens entpflichtet, wurde Weihbischof Kapp die Leitung der neugeschaffenen Personalabteilung im Bischöflichen Generalvikariat übertragen. In den 15 Jahren, die er dieses Amt ausübte, hat er sich um die Personalverwaltung der Diözese große Verdienste erworben und als Abteilungsleiter in vielfältigen Gremien mitgewirkt. Seit 1995 konzentrierte er sich wieder ganz auf seine Aufgabe als Referent für Geistliche und Laien im pastoralen Dienst. Im Sommer 2003 gab er die Leitung des Personalreferats für Geistliche ab. Bischofsvikar für die Ständigen Diakone ist er bis Anfang 2009 geblieben. Weihbischof Kapp hat in der Deutschen Bischofskonferenz neben seiner Zugehörigkeit zur Kommission für geistliche Berufe auch in der Kommission für liturgische Fragen mitgearbeitet.

Von 1980 bis 2004 war Weihbischof Kapp Domdechant der Fuldaer Kathedralkirche. Während seiner Amtszeit wurden nicht nur der Dom innen und außen renoviert, sondern auch das Dommuseum neu eingerichtet und für das Kirchenmusikinstitut und die Chöre am Dom neue Räume geschaffen. Die Gründung der Fuldaer Mädchenkantorei und Domsingknaben, des heutigen Jugendkathedralchors, im Jahre 1989 ist wesentlich sein Verdienst. Weniger bekannt dürfte sein, dass auf Initiative Kapps und inspiriert von seinem Freund Prälat Alois Lang bereits vor über zwei Jahrzehnten mit den adventlichen Rorategottesdiensten der Jugend in der Fuldaer Stadtpfarrkirche begonnen wurde. Diese „Frühschicht“-Angebote, die bald auch für die Fastenzeit übernommen wurden, haben ein erstaunliches Echo gefunden. Mehrere hundert Jugendliche nehmen Jahr für Jahr daran teil.

Nach dem plötzlichen Tod des unvergessenen Bischofs von Fulda, Erzbischof Dr. Dr. Johannes Dyba, am 23. Juli 2000 leitete Weihbischof Kapp als Diözesanadministrator das Bistum Fulda bis zur Amtseinführung von Bischof Heinz Josef Algermissen am 23. September 2001. Papst Johannes Paul II. entsprach Kapps Rücktrittsgesuch anlässlich der Vollendung seines 75. Lebensjahres mit Datum vom 13. Juli 2004. Nachfolger von Weihbischof Kapp wurde damals Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez.

24.03.2014


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