Aktuelles Bischofswort - zum 5. März 2017

Vom Ende der Nacht

Von Bischof Heinz Josef Algermissen

„Wächter, wie lange noch dauert die Nacht?“ (Jes 21,11), das ist ein Hilferuf des Propheten Jesaja aus lang zurückliegender Zeit. Ein Ruf, der durch die Jahrhunderte hindurch zum Himmel dringt, auch heute. Wann endlich endet die Nacht der Bosheit und Gemeinheit, von Terror, Gewalt und Krieg? Wo denn zeigt sich ein Silberstreif am Horizont?

Jesaja sieht sich mit der Ungeduld der Geängstigten und Verzweifelten konfrontiert und muss doch zugleich die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Elends dämpfen. Er weiß nicht, wie lange die Nacht der Bedrängnis noch dauern wird. Der Prophet hat anzusagen, was er sieht, nicht was er erhofft. Aber er kann andeuten, wo sich ein Weg aus der Nacht zeigt, und wer es ist, der sein Volk einem neuen Morgen entgegenführt. Und so ist die Bitte an Gott, er möge dem Bösen ein Ende setzen, eine logische Konsequenz.

Mir stehen die zerbombten Städte in Syrien und im Irak vor Augen, die gesprengten Tempel in Nimrod und Palmyra ─ Weltkulturerbe und „Wiege der Menschheit“. Vor allem aber denke ich an Menschen, die vor der Brutalität und Grausamkeit des „IS“ und der anderen islamistischen Terrormilizen geflohen sind und oft auch Angehörige und Freunde dort verloren haben. „Wächter, wie lange noch dauert die Nacht?“, die Nacht des Mordens, der Zerstörung und Verzweiflung? Auch wenn keiner vorhersagen kann, wie lange das Wüten noch dauert: Es ist wichtig, dass es solche „Wächter“ gibt, die inmitten der Zerstörung aushalten, in all dem Chaos und Leid, in der Ungewissheit, was der morgige Tag bringen wird. „Wächter“ eben, die auch in bedrängter Zeit tiefer sehen und in der Schwärze der Nacht bereits den Silberstreif des Morgens erkennen können.

„Wächter, wie lange noch dauert die Nacht?“, diese bange Frage schwingt auch heute mit, im Nahen und Mittleren Osten und ebenso in Europa. Die Attentate in Paris, Brüssel und Berlin, die Hass-Tiraden im Internet und auf den Straßen, die Bilder von geretteten und ertrunkenen Flüchtlingen: über all den Gräueln erhebt sich eindringlich der Schrei „So kann und darf es nicht weitergehen!“

Und tatsächlich, es gibt sie, diese Wächter der Hoffnung, auch heute und mitten unter uns. Antoine, ein Journalist in Paris, ist so jemand. Seine Frau Hélène ist bei dem Attentat von Bataclan ums Leben gekommen. Zwei Tage später wendet er sich auf Facebook direkt an die Attentäter von Paris und schreibt: „Freitagabend habt ihr das Leben eines außerordentlichen Menschen geraubt, der Liebe meines Lebens, der Mutter meines Sohnes. Aber meinen Hass bekommt ihr nicht… Wenn dieser Gott, für den ihr blind tötet, uns nach seinem Bild geschaffen hat, dann muss jede Kugel, die meine Frau getroffen hat, eine Wunde in sein Herz gerissen haben…“
Das sind Worte des Friedens gegen das Dunkel der Nacht. Sie haben sich wie ein Lauffeuer verbreitet, millionenfach. Worte der Hoffnung, die nachdenklich stimmen und Anstoß sind für die beginnende österliche Bußzeit.


Vorstehender Beitrag erscheint als „Wort des Bischofs“ in der Kirchenzeitung „Bonifatiusbote“

 
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