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Beim Akademieabend zum Thema „Gorbatschow“ im Fuldaer Bonifatiushaus der Katholischen Akademie  (von links): Nathalie Burg (Hessische Landeszentrale für politische Bildung), Dr. Ignaz Lozo (Referent) und Gunter Geiger (Akademiedirektor).
 

Akademieabend über Michail Gorbatschow

Mit Historiker und Russland-Kenner Dr. Ignaz Lozo

"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." Dieser berühmt gewordene Ausspruch von Michail Gorbatschow aus dem Jahr 1989 wurde und wird nahezu einhellig auf die damalige Führung der DDR bezogen. Der Historiker und Russland-Kenner Dr. Ignaz Lozo weiß, dass dies nicht stimmt.

Woher er das weiß? Von Gorbatschow selbst, wie er vor Kurzem bei einem Akademieabend im Fuldaer Bonifatiushaus erzählte. Er fand im Rahmen der Ringvorlesung der Katholischen Akademie Fulda und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung statt.


Anders als seine Vorgänger an der Spitze der UdSSR war Gorbatschow redegewandt, volksnah und mit 54 Jahren "jung". Das begeisterte die Menschen. Dabei war es sein Bestreben, das kommunistische System zu reformieren, nicht abzuschaffen. Aber für Lozo steht fest: "Er war ein Jahrhundertreformer." Denn er führte Grundrechte wie die Religions- und Pressefreiheit ein. Die Kirchen erhielten ihre Gotteshäuser zurück.


Während der Friedensnobelpreisträger von 1990 weltweit bis heute hohes Ansehen genießt, wurde dies Gorbatschow in seiner Heimat weniger zuteil. So wird er von vielen für den Untergang der Sowjetunion verantwortlich gemacht. Dabei seien es Boris Jelzin und andere gewesen, die sich für die Unabhängigkeit Russlands und anderer Sowjetrepubliken einsetzten, sagte Lozo.

 

03.07.2025


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