In seinem Gebet erinnerte der Fuldaer Weihbischof und Domdechant Prof. Dr. Karlheinz Diez „an die Menschen, an die Grabsteine auf dem Friedhof in Fulda und an die vielen aus unserer Stadt, von denen keine Grabsteine zeugen, die verschleppt und dann umgebracht wurden. Menschen, die die meisten von uns nicht persönlich gekannt haben, deren Schicksal uns jedoch beschäftigt und umtreibt."
Gemeinsam gedenke man der „schrecklichen Nacht im November 1938. Hier in unserer Stadt brannte die Synagoge, wurde die Freiheit des Denkens verhöhnt, Heilige Schriften in den Schmutz gezogen.“ Man könne sich all das kaum vorstellen – „hier vor unseren Haustüren mitten in Fulda“.
Diez betete für ein gutes Miteinander der Religionen in Stadt und Land. Alle Religionen teilten Gebote der Menschlichkeit, die der Herr – der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs – ihnen ans Herz lege. „Und doch tun wir uns oft so schwer, diese Gebote auch umzusetzen“. Der Fuldaer Weihbischof und Domdechant erbat Hilfe zur Achtung zwischen Menschen, unterschiedlicher Kultur und unterschiedlichen Glaubens, „dass wir voneinander lernen, und dass wir einander besser verstehen und uns mit Respekt begegnen“.
Gebete sprachen auch Dekan Dr. Thorsten Waap von der evangelischen Kirche, Roman Melamed von der Jüdischen Gemeinde und Imam Ijaz Ahmed Janjua für die Ahmadiyya Gemeinde.
Während der Feier legten der Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Vertreter der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kränze nieder, während Besucher Kerzen am gemalten Davidstern entzündeten. Den Abschluss bildete eine Präsentation im Kanzlerpalais, bei der Clemens Rudolph und Anja Listmann die digitale Rekonstruktion der 1938 zerstörten Synagoge vorstellten.
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