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Sakrament der Firmung

Wie heute der Weg zu mir selbst verläuft - der Prozess der Selbstfindung -, ist immer weniger vorhersehbar und berechenbar. Vorgeschriebene Lebenswege, vorgegebene Lebensentwürfe, klar umrissene Lebenskonzepte lassen sich kaum mehr finden. Der Weg in die Lebenswirklichkeit, in die Realität alltäglichen Lebens veläuft selten geradlinig und oft anders als gedacht. Die ersten Gehversuche sind häufig zögernd und zaudernd, gelegentlich beschwerlich und mühsam. Eine Vielfalt von Möglichkeiten, Versprechungen und Verheißungen erwartet uns - und fordert unsere ganz persönliche Entscheidungen heraus. Immer wieder heißt es für uns: abwägen, auswählen, beschließen, verantworten! Wer die Wahl hat, hat die Qual.


In dieser schwierigen, aber auch entscheidenden Lebensphase mit ihren vielen Herausforderungen und Ansprüchen ist die Firmung im wahrsten Sinne des Wortes ein "starkes" Sakrament. Firmung - vom lateinischen firmare - heißt stärken, festigen, bekräftigen. Die Firmung will stark machen fürs Leben! Gerade in dieser oft labilen Situation des Übergangs. Viel Gegenwind schlägt Jugendlichen bei der Verwirklichung ihrer ersten Berufs- und Lebenspläne entgegen; da braucht es den Rückenwind des Geistes Gottes. Der Weg in die Selbstständigkeit erfordert viel Kraft, Mut und Zuspruch.

Firmung - einige praktische, organisatorische und theologische Gedanken

Praktisches
Der Ablauf der Firmvorbereitung
Theologischer Hintergrund

Die Feier der Firmung in unserer Gemeinde: 


  • Jedes zweite Jahr werden die jungen Christen im Alter von ca. 14-15 Jahren in der Gemeinde zum Empfang des Sakraments der Firmung herangeführt.
  • Die Firmvorbereitung wird im Pastoralverbund ausgeführt. Die nächste Firmvorbereitung startet Anfang 2019.
  • Die Jugendlichen können verschiedene Formen der Vorbereitung wählen. Dort lernen sie die Kirche, den Gottesdienst, die Sakramente und unseren Glauben näher kennen. Näheres zum Ablauf der Vorbereitung finden Sie weiter unten.
  • Die Firmspendung erfolgt in diesem Jahr durch Bischof Heinz Josef Allgermissen.


Zur Vorbereitung auf die Firmung bietet der Pastoralverbund verschiedene Arten von Vorbereitungskursen an. Die Jugendlichen können zwischen regelmäßigen Treffen, einem Crashkurs in einem Bildungshaus oder als Wandertour im Karwendelgebirge wählen.


Die Katechese wird von den Hauptamtlichen der Gemeinde in Zusammenarbeit mit weiteren Katecheten und Katechetinnen durchgeführt.


Neben den verschiedenen Kursen gibt es verbindliche Treffen aller Firmlinge an den Kar- und Ostertagen sowie dem Abend der Versöhnung, der eine Woche vor der Firmung stattfindet und den Jugendlichen die Möglichkeit bietet das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.


Thematische Schwerpunkte der Vorbereitung sind:

  • Ich
  • Kirche
  • Glaubensbekenntnis
  • Gott
  • Jesus Christus
  • der Heilige Geist
  • die Sakramente

Ziel der Vorbereitung ist es, dass die Jugendlichen mit den kirchlichen Themen auseinandersetzen und so selbst zu mündigen Christen werden, die sich aus ihrer eigenen Entscheidung der Kirche und dem christlichen Glauben zugehörig fühlen und sich deshalb firmen lassen.

    Karwendeltour 2017

    Die Firmung gehört zu den Sakramenten der Initiation, das heißt der Aufnahme in die Kirche. Das was in der Taufe die Eltern und Paten für das Kind bestimmt haben, nämlich, dass es zur katholischen Kirche gehören soll, dass bestimmt der Jugendliche in der Firmung nun selbst: Möchte ich ein Christ sein und zu dieser Gemeinschaft gehören?


    In der Firmung erfahren die Jugendlichen Gottes Kraft, den Heiligen Geist. Gott verteilt an dem Tag der Firmung in besonderer Weise seine Gaben:

    • Weisheit - damit du nicht wegen unwichtiger Dinge aus der Haut fährst.
    • Einsicht - damit du einsiehst, dass immer gut ist, was Gott mit dir vorhat.
    • Rat - damit dir in schwierigen Fällen eine Lösung einfällt.
    • Stärke - ddamit du auch Schwierigkeiten verkraftest.
    • Erkenntnis - damit du erkennst, was richtig und falsch, gut und böse ist.
    • Frömmigkeit - damit du immer mit Gott in Kontakt bleibst.
    • Gottesfurcht - damit du nie anfängst zu denken, Menschen könnten so groß wie Gott sein.


    Während der Feier der Firmung tritt jeder Firmling mit seinem Paten nach vorne und nennt dem Firmspender seinen Namen. Der Bischof legt ihm die Hand auf den Kopf und zeichnet mit Chrisam ein Kreuz auf seine Stirn. Dabei spricht er: N., sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.

    Diese Handlung beinhaltet drei wichtige Zeichen: Die Handauflegung, die Salbung und die Besiegelung:


    • die Handauflegung:
      Wenn ich jemandem die Hand auf die Schulter lege, möchte ich ihm zeigen, dass ich zu ihm stehe, dass er mit mir rechnen kann. Wenn ein Vater seinem Kind die Hand auflegt, so zeigt er damit an, dass er es annimmt und es beschützt. Im Alten Testament bedeutet das Auflegen der Hände darüber hinaus, den Segen Gottes weitergeben. Im Neuen Testament lesen wir, wie Jesus den Kindern die Hände auflegt und sie segnet (Markus 10, 16). Durch das Auflegen der Hände wurde auch die Vollmacht zu wichtigen Diensten weitergegeben.
      Die Handauflegung durch den Firmspender bei der Firmung will ausdrücken: Gott schützt dich. Gott segnet dich und steht zu dir. Gott beauftragt dich, als Christ zu leben.


    • die Salbung:
      Ein weiteres Zeichen der Firmung ist die Salbung mit Chrisam. Chrisam ist eine Mischung aus Olivenöl und Balsam und wird am Gründonnerstag vom Bischof geweiht. Die Salbung ist zunächst ein Zeichen der Heiligung und Kräftigung. So werden Wunden gesalbt, damit sie besser heilen. Schon im Alten Testament ist die Salbung Zeichen für die Anwesenheit Gottes. Könige, Priester und Propheten wurden deshalb gesalbt. Gottes Geist sollte ihnen die Kraft geben, das Volk nach dem Willen Gottes zu führen. So wird auch Jesus im Neuen Testament der "Christos", d.h. der Gesalbte, gennant. "Gesalbter" heißt im Griechischen "Christos", im Hebräischen "Messias". Mit der Zeit wurde der Ehrentitel "Christos" für Jesus zum Eigennamen: Jesus Christus.
      Bei der Taufe wird das Kind durch die Salbung zu einem Christen. Die Salbung bei der Firmung macht deutlich, dass die erste Salbung zum Christen bei der Taufe nun vom Jugendlcihen selbstverantwortlich bestätigt und übernommen wird.


    • die Besiegelung:
      Bei der Firmung spricht der Bischof: "Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist." Dabei macht er ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Dieses Kreuz haben bei der Taufe neben dem Priester auch die Eltern und Paten zum ersten Mal auf die Stirn des Kindes gezeichnet. Sie wollten damit zum Ausdruck bringen, dass sie durch ihr persönliches Leben den Segen Gottes weitergeben wollen. Viele Eltern machen auch später ihrem Kind ein Kreuzzeichen auf die Stirn, wenn es zur Schule geht oder für längere Zeit verreist.
      In er Besiegelung soll die unverbrüchliche Treue Gottes zum Ausdruck kommen. So wie ein Siegel das Geschriebene beglaubigen, vor Fälschung schützen, seine Echtheit garantieren und die Unversehrtheit bewahren soll, so schützt und bewahrt und Gott selbst durch seinen Geist, den Christus uns gegebben hat. Paulus schreibt im Brief an die Epheser: "Durch Christus habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt." (Epheser 1,13).
      Das christliche Leben, das wir mit der Taufe übernommen haben, wird also durch die Firmung noch einmal besiegelt und beglaubigt. Gott nimmt seine Zusage nicht zurück. So sagt man auch, die Firmung prägt uns ein "unsauslöschliches Merkmal" ein. Deshalb kann die Firmung - wie auch die Taufe - nur einmal im Leben empfangen werden.