Ökumene in Vellmar

Besuch des Luther-Theaterstückes bei den Bad Hersfelder Festspielen

Luther löst in seinem Jubiläumsjahr eine besondere Anziehungskraft aus. Für die vom Ökumenischen Arbeitskreis angebotene Fahrt zur Aufführung des Luther-Theatrstückes nach Bad Hersfeld hatten sich mehr als siebzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Der hierfür georderte Bus konnte diese erstaunlich hohe Zahl von Interessierten nicht aufnehmen,.mit Kleinbussen und Privatfahrzeugen kamen aber trotzdem alle nach Bad Hersfeld.

Vor der Aufführung war ausreichend Zeit für einen Stadtbummel und für die Einnahme eines Mittagessens gegeben. Dann ging es zur Stiftsruine, wo eine Einführung in das Theaterstück "Martin Luther - Der Anschlag" gegeben wurde. Die danach folgende Aufführung war beeindruckend. Man erlebte Luther in verschiedenen Phasen seines Lebens auf der Bühne. Es war nicht nur die gefeierte Person des Reformators, die hier dargestellt wurde, sondern auch eine gewisse Zwiespältigkeit Luthers kam hier zum Ausdruck. Am Ende gab es viel Beifall für diese Aufführung, die Akteure und deren schauspielerische Leistung hatten diesen verdient. 

       


Ökumenischer Gottesdienst

Der Ökumneische Gottedienst am Pfingstmontag ist eine inzwischen langjährige Tradition. Auch in diesem Jahr fand er am Pfingstmontag, im Theaterrund des Ahneparks statt. Er stand unter dem Leitwort "Wir feiern Geburtstag (der Kirche)". Für die musikalische Gestaltung sorgte der Posaunenchor Niedervellmar. Anschließend war bei dem zur Tradition gewordenen Picknick die Möglichkeit zu Begegnungen und Gesprächen gegeben. ..      


Aufnahmen: Peter Kepper.

 
 

Ökumenischer Kinderkirchentag

Unter dem Motto "Kids in Action" fand am 10.06.2017, ein Ökumenischer Kinderkirchentag für Kinder ab 6 Jahren statt. Er begann beim Gemeindezentrum Heilig Geist, der Abschluss war bei der Adventskirche in Niedervellmar..   ,   

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Weltgebetstag 2017

In vielen Ländern zählen Frauen zu den Unterprivilegierten. Von einer Emanzipation sind sie weit entfernt, Doch am Weltgebetstag kommen Frauen aus solchen Ländern einmal im Jahr zu Wort. Ihre Stimme wird dann weltweit gehört. 

In diesem Jahr konnten Frauen von den Philippinen unter dem Leitwort "Was ist denn fair?" auf sich aufmerksam machen. Sie hatten die Texte für diesen Tag verfasst. Für die Liturgie hatten sie die Bibelstelle von den Arbeitern im Weinberg gewählt.

Das Leitbild für diesen Tag war von der zweiunddreißigjährigen Künstlerin Rowena Laxqmana-Sta. Rosa entworfen worden. Sie lebt auf den Philippinen und ist dort Mitglied der evangelisch-methodistischen Kirche.

In Vellmar war für den Weltgebetstag in das Gemeindezentrum der Johannes-Gemeinde Vellmar-West eingeladen worden. Erfreulicherweise hat eine hohe Zahl von Besucherinnen, dazu auch einige Besucher, dieser Einladung Folge geleistet. Vorbereitet wurde der Tag von einem Kreis von Frauen der evangelischen Gemeinden und der katholischen Kirchengemeinde. Sie haben nicht nur Zeit für die Vorbereitung geopfert, sie haben auch Besucherinnen und Besucher mit einem verlockenden Büfett selbst bereiteter Speisen, Salate und Kuchen, manches davon nach Rezepten von den Philippinen, erfreut.

Dem Vorbereitungsteam, das bei der Liturgie musikalisch von Andreas Speer (Bild unten rechts) unterstützt wurde, galt der besondere Dank der Besucherinnen und Besucher.      


Aufnahmen: Manfred Sander

 
 
 
 

Ökumenische Gottesdienste

Es ist gute Tradition, dass Christen aller Konfessionen in Vellmar miteinander beten. Das geschieht jeweils bei den Ökumenischen Gottesdiensten an Pfingstmontag, bei den Gottesdiensten zur Einschulung sowie im Rahmen besonderer Heimatfest-Aktionen des Kuratoriums Vellmar.

Sie finden diese Gottesdienste jeweils hier sowie auf der Seite "Aktuelles" angekündigt.

Arbeitskreis Ökumene

Dem Arbeitskreis Ökumene Vellmar gehören Vertreter aller fünf evangelischen Kirchengemeinden sowie der katholischen Heilig Geist-Gemeinde an. Mehrmals im Jahr treffen sich die 14 Frauen und Männer, um Ökumenische Gottesdienste und Veranstaltungen zu planen und vorzubereiten. Dem Ökumenausschuss gehört auch der Pfarrer der katholischen Heilig Geist-Gemeinde an. Die Vellmarer evangelischen Gemeinden werden von Pfarrer Rudolf Hocke vertreten.

Die evangelischen Schwestergemeinden

Obervellmar

Mittelpunkt für rund 3000 Gemeindeglieder aus dem Stadtteil Obervellmar ist die altehrwürdige Kirche. Sie befindet sich auf einer kleinen Anhöhe, die den Mittelpunkt des ehemaligen Dorfes Obervellmar bildete. Das genaue Alter der Kirche ist nicht mehr feststellbar, doch auf den Glocken, die heute noch läuten, sind die Jahreszahlen 1440 und 1444 erkennbar. Aber die Kirche existierte schon vorher, denn Biografien der Obervellmarer Pfarrer lassen sich bis 1309 zurück verfolgen. In dieser Zeit stand vermutlich eine Holzkirche auf dem Platz der wahrscheinlich im 14. Jahrhundert errichteten Steinkirche.

Die Vellmarer Katholiken haben zu der Obervellmarer Kirche einen besonderen Bezug, denn sie öffnete in einer Zeit, als noch niemand von Ökumene sprach, ihre Pforten für die zahlreich nach Vellmar gekommenen Heimatvertriebenen , damit diese in einem würdigen Rahmen ihre Gottesdienst feiern konnten. Und noch in der Zeit, als bereits die erste Heilig Geist-Kirche am Oberen Weißen Weg in Niedervellmar existierte, wurden am frühen Sonntagmorgen katholische Gottesdienste in der Obervellmarer Kirche gefeiert. 

Nebenstehend ein Bild der Obervellmarer Kirche. Aufnahme: Georg Engelhardt.   

 

Niedervellmar

Gemessen an den beiden altehrwürdigen Kirchen von Obervellmar und Frommershausen ist die Niedervellmarer Kirche noch sehr jung. Niedervellmar hatte in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg bereits rund 3000 Einwohner, aber erstaunlicherweise noch keine eigene Kirche. Für die Niedervellmarer war die Pfarrkirche in Frommershausen. Dies änderte sich erst 1959, als die heutige Adventskirche in Niedervellmar gebaut wurde. 

 

Frommershausen

Die Kirche von Frommershausen hat ein ehrwürdiges Alter. Sie kann 1282 erstmals urkundlich belegt werden. Es wird aber angenommen, dass in ihr Bauteile enthalten sind, die aus einer an gleicher Stelle im 10. Jahrhundert errichteten Kirche stammen. Damit zählt die Frommershäuser Kirche zu den ältesten Nordhessens. 

Über viele Jahrhunderte war sie auch die Kirche für die Niedervellmarer. Erst nach dem starken Anwachsen dieses Ortes in den 1950er Jahren bestand der Wunsch, auch in Niedervellmar eine evangelische Kirche zu errichten. 

Für die Vellmarer Katholiken hat die Frommershäuser Kirche eine besondere Bedeutung. Als nach dem Zweiten Weltkrieg eine große Zahl katholischer Heimatvertriebener nach Vellmar kam, öffneten die Frommershäuser, ebenso wie die Obervellmarer, ihre Kirche, um den katholischen Neubürgern die Möglichkeit zu geben, ihre Gottesdienste in einem würdigen Rahmen zu feiern. 

Heute umfasst die evangelische Gemeinde Frommershausen rund 1800 Gemeindeglieder. Ihr Gebiet ist nicht nur auf den Stadtteil Frommershausen beschränkt, denn auch Teile von Niedervellmar bis zur Ahne sowie das Neubaugebiet Sechsäcker gehören zu dieser Gemeinde. 



 

Vellmar-West

Der Stadtteil Vellmar-West ist 1961 als umfangreiches Neubaugebiet entstanden. Die dort wohnhaften evangelischen Christen wurden von der Kirchengemeinde am Jungfernkopf betreut. 1971 wurde die Kirchengemeinde Vellmar-West gegründet, am 09.11.1975 wurde deren Kirchenzentrum geweiht. 2005 erhielt die evangelische Gemeinde Vellmar-West die Bezeichnung Johannes-Kirchengemeinde Vellmar. 

Das Betreuungsgebiet ging später nach der Gründung der Kirchengemeinde Vellmar-West über den Stadtteil hinaus, nach Niedervellmar zur Günterslohe und nach Obervellmar zum Waidmannsweg. Seit 2006 gehören auch das Neubaugebiet am Osterberg, der Kastanienweg sowie der obere Teil der Harleshäuser Straße in Obervellmar zur Kirchengemeinde Vellmar-West.

Ein Zusammenschluss der Johannes-Kirchengemeinde mit der evangelischen Gemeinde NIedervellmar zum Kirchspiel Niedervellmar-Johanneskirche erfolgte 2015.    


 

Vellmar-Mitte

Vellmar-Mitte ist die jüngste der Vellmarer evangelischen Kirchengemeiden. Sie umfasst im Wesentlichen das Wohngebiet im Stadtzentrum sowie das so genannte Musikerviertel.   



 

Praktische Ökumene in Vellmar

In einer Reihe unterschiedlicher Aktivitäten kommt es in Vellmar sehr häufig zur Begegnung evangelischer und katholischer Christen. Die wichtigsten hiervon sind:
- Weltgebetstag
- Regelmäßige Treffen der Pfarrer beider Konfessionen
- Regelmäßige Sitzungen des Arbeitskreises Ökumene
- Ökumenische Tagesfahrten
- Ökumenischer Gottesdienst im Rahmen von Veranstaltungen der Stadt Vellmar
- Ökumenischer Gottesdienst am Pfingstmontag im Ahnepark
- Ökumenischer Schulanfangsgottesdienst
- Gemeinsamer Bibeltag für Kinder bzw. Ökumenischer Kinderkirchentag

- Mitwirkung des Posaunenchors der evangelischen Gemeinden beim Fronleichnamsgottesdienst
- Regelmäßige Begegnungen der Seniorinnen und Senioren
- Gemeinsame Konzerte der Kirchenchöre
- Ökumenische Männerwallfahrt 
Termine aller Veranstaltungen finden Sie selbstverständlich auf der Homepage. 

Die Geschichte der Ökumene in Vellmar

Der erste Schritt zur Ökumene wurde in Vellmar bereits zu einer Zeit getan, als kaum jemand diese Wort kannte und gebrauchte. Es war eine praktizierte Ökumene, als nach der Ansiedlung vieler katholischer Heimatvertriebener die evangelischen Pfarrer ihre Kirchen in Obervellmar und Frommershausen zur Feier der Hl. Messe ihren katholischen Mitchristen zur Verfügung stellten. Diese hätten sonst bis zum Rothenberg oder in die Stadt Kassel zum Gottesdienst gehen müssen. Das war in den Nachkriegsjahren sehr schwierig, da weder Busse noch Straßenbahnen fuhren und nicht, wie heute, jede Familie ein Auto zur Verfügung hatte.

Ein weiterer Anreiz zur ökumenischen Begegnung war die gemeinsame Feier des Weltgebetstages. Der zunächst von evangelischen Frauen getragenen Bewegung schlossen sich 1969 auch katholische Frauenverbände an. Die erste Einladung zur Mitfeier des Weltgebetstages an die Frauen der katholischen Kirchengemeinde in Vellmar wurde bereits am 01. März 1968 von den Frauen der evangelischen Kirchengemeinde Niedervellmar ausgesprochen. Diese Einladung führte drei Jahre später zur gemeinsamen Gestaltung.
Bei der Vorbereitung zum Weltgebetstag 1973, den wieder Frauen beider Konfessionen erarbeiteten, wurde dann auch der Wunsch ausgesprochen, in regelmäßigen Abständen ökumenische Gespräche durchzuführen. Dieser Wunsch fand sehr rasch seine Realisierung in einem im Frühjahr 1973 gemeinsam durchgeführten Seminar mit evangelischen und katholischen Referenten. Es war eine Art Bestandserfassung, das Einende wurde in den Vorträgen dieses Seminars genauso angesprochen wie das Trennende.

Von den evangelischen Gemeinden waren es vor allem Pfarrer Paul Eichhorn aus Niedervellmar sowie Pfarrer Hans-Jürgen Wiesenbach aus Frommershausen, die zusammen mit Pfarrer Josef Pimper von der Katholischen Kirchengemeinde als Motoren dieser ökumenischen Basisarbeit wirkten. Diese Initiative führte zur Bildung eines Ökumenischen Arbeitskreises, der die für die Durchführung der Veranstaltungen nötigen Arbeiten übernahm. Diesem Arbeitskreis schlossen sich bald auch die Pfarrer Gerd Hänisch, Vellmar-West, und Bodo Kienzler, Obervellmar, an.
Als besonderer Vellmarer Ökumene-Markstein muss das Jahr 1975 erwähnt werden. Zum einen fand im März wieder ein gemeinsames Seminar statt, dieses Mal zum Thema "Kirche und Staat". Ganz besonders bedeutend wurde aber der erste ökumenische Gottesdienst, der aus Anlass der 1200 Jahr-Feier von Vellmar am 30.08.1975 in der Adventskirche Niedervellmar gefeiert wurde. 
Die Ökumene hat in Vellmar fest Fuß gefasst. Die oben aufgelisteten ökumenischen Aktivitäten zeigen deutlich, wie vielfältig die Begegnungen zwischen evangelischen und katholischen Christen in Vellmar sind.