Bischofswort zum 7. Mai 2017

Diakon als „Auge der Kirche“

Von Bischof Heinz Josef Algermissen

„Der Diakon wird das Auge der Kirche sein“. In diesem schönen Wort spiegelt sich der hohe Anspruch wider, den die frühe Kirche an den Diakon stellte. Es ist auch heute des Nachdenkens wert, zumal am kommenden Samstag, 6. Mai, im Fuldaer Dom vier Kandidaten zu Diakonen geweiht werden.

Das Bild vom „Auge der Kirche“ muss nicht groß erläutert werden. Es spricht für sich und erklärt sich durch zahlreiche Redewendungen. Ich denke da an Redensarten wie: „Mit offenen Augen durch die Welt gehen, Augen für etwas haben, ein Auge auf etwas werfen, nicht aus den Augen verlieren“.

Eine Kirche, die gelernt hat, sich als „Sakrament“, d. h. „als Zeichen und Werkzeug“ Gottes für die Welt zu verstehen, wird wachen Auges auf eben diese Welt und die Menschen in ihr blicken. Sie wird auf die Nöte der Menschen achten und ihnen zur Hilfe kommen, wo immer und wie immer es ihr möglich ist. Das ist die diakonale Aufgabe unserer Kirche, die - im Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) programmatisch formuliert - Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute teilen will.
Auf solchem Hintergrund muss man das Amt des Diakons sehen. Der Diakon soll in seiner Person das „Auge der Kirche“ verkörpern. Er muss einen Blick haben, ein Gespür entwickeln für die materiellen, geistigen und geistlichen Nöte der Menschen und diese in der Kirche zu Gehör und zum Bewusstsein bringen. Damit versucht er, der im Kapitel 29 der Dogmatischen Konstitution über die Kirche gestellten Aufgabe der „Diakonie der Liturgie, des Wortes und der Nächstenliebe“ zu entsprechen.

Mehr noch: der Diakon hat den Auftrag, den diakonalen Dienst der Kirche dort einzuklagen, wo er hinter wenn auch noch so richtigen Worten und Lehren, hinter noch so erhabenen, aber konsequenzenlosen Liturgien in Vergessenheit zu geraten droht.

Augen sind wie ein Buch. An ihnen kann man eine Menge ablesen: Jemand hat ehrliche, leuchtende, offene, wohlwollende, gütige Augen. Aus den Augen eines Menschen lässt sich ersehen, wie ernst er es meint.

Wenn sich die Kirche als diakonale Kirche versteht, darf dies nicht nur in Grundsatzerklärungen ausgesprochen, sondern muss von ihr in konkreter Münze eingelöst werden. Wenn der Diakon „Auge der Kirche“ ist, muss in diesem Auge auch der Glaube an das erlösende und befreiende Tun Jesu Christi aufleuchten. Infolgedessen sollen die Diakone, wie es im Direktorium (1998) für den Dienst und das Leben der Diakone heißt, im Dienst der Nächstenliebe „die Gleichgestaltung mit Christus, dem Gottesknecht, anstreben, den sie repräsentieren“.

„Repräsentieren“ heißt: gegenwärtig machen, darstellen, keinesfalls aber herstellen.
Das müssen wir uns immer wieder klarmachen: Das Entscheidende können wir nicht herstellen. Wir können Jesus Christus nicht herstellen, allenfalls darstellen. Wir können bestenfalls den Vorgang, dass ER sich uns erlösend mitteilt, zur Darstellung bringen: in Diakonie, Liturgie, Katechese verleiblichen.

Vielleicht kann uns ein Bild hilfreich sein, das der hl. Bernhard von Clairvaux gebraucht hat, um die Existenz geistlicher Menschen zu deuten. Er vergleicht deren Existenz mit einer Muschel und einer Röhre.
Muschel bedeutet: Der geistliche Mensch muss ganz Ohr sein, muss gesammelt leben, denn er kann nichts weitergeben, wenn er nichts gesammelt hat.
Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass da heute manches im Argen liegt. Ich weiß, dass manche geistliche Berufskrise hier ihren Ausgangspunkt hat.
Röhre bedeutet: Der geistliche Mensch ist Vermittler. Alles, was er erhält, muss er weitergeben. Gilt schon von jedem und jeder Getauften, dass er oder sie nicht Christ sein kann für sich selber, sondern nur mit anderen und für andere, so erst recht von dem, der aus dem Dienst der Vermittlung einen Beruf gemacht hat.
Muschel und Röhre: Nie darf der Diakon oder Priester nur Röhre sein, ausgegossen, veräußerlicht, nur funktionierendes Vermittlerglied. Nie darf er aber auch nur Muschel sein, in sich selbst verschlossen, introvertiert. Beides zusammen in Balance ergibt erst den, den eine Gemeinde und die ganze Kirche brauchen.


 

 
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