Bischofswort zum 28. Mai 2017

Wert in sich selbst

Von Bischof Heinz Josef Algermissen

„Wie geht’s?“ Wir kennen diese zumeist sehr oberflächliche Frage. Oft fügen wir schnell noch hinzu, so als hätten wir etwas ganz Wichtiges ausgelassen: „Was machst du jetzt?“ Man will wissen, was der andere tut. Kommt dann die Antwort „Zur Zeit nichts“, denkt man unwillkürlich: Es geht ihm nicht gut. Oder noch schlimmer: Der andere verliert sogar an Wert, weil er nichts tut, aus welchen Gründen auch immer.

„Der Mensch ist, was er tut“, hat einmal der Philosoph Friedrich Hegel gesagt: Unsere Einstellung scheint das zu bestätigen. So mancher Arbeitslose weiß von dieser Einschätzung ein Lied zu singen.

Aber der Mensch ist ja auch geneigt, sein eigenes Selbstbewusstsein vor allem von seiner Leistung her abhängig zu machen. Zweifel an sich selbst kommen ja gerade dann auf, wenn er, wie er meint, nichts Sinnvolles zu tun hat. Wozu bin ich noch zu gebrauchen? Man sieht sich gewissermaßen mit den Augen der anderen. Der Maßstab, den andere an mich anlegen, wird zur Messlatte des eigenen Wertes.

Gerade in den Todesanzeigen hat sich solche Wertung niedergeschlagen. So lese ich allzu oft in Nachrufen auf Pfarrer, dass sie Kirchen, Kindergärten und Seniorenheime gebaut haben. Davon, dass sie großartige Menschen, gute Seelsorger waren, ist kaum je die Rede. Wer nichts zum Vorzeigen hat, kann offensichtlich kaum beschrieben werden.

Ich frage mit dem Beter des Psalms 8: „Was ist der Mensch?“ Der tut es angesichts der Größe des Weltalls. Ich frage so angesichts des Vorurteils: Der Mensch ist, was er tut. Und ich suche nach dem anderen Bild vom Menschen.

Die biblische Botschaft sagt eindeutig: Der Mensch ist mehr. Er bezieht seinen Wert nicht aus dem, was er leistet, sondern aus dem, was er ist. Das ist der entscheidende Unterschied und eine fundamentale Aussage des christlichen Glaubens. Ich habe mein Ansehen vom Vater Jesu Christi, der mich liebevoll und barmherzig anschaut und mich will. Ich war und bin immer mehr wert als das, was ich tue. Und werde es immer sein. Nicht die Zustimmung der anderen macht mich wertvoll, Gott sei Dank!

Wo Menschen einen Großteil ihrer Kraft investieren, um anerkannt zu werden, für soziale Anerkennung fast jeden Preis bezahlen und argwöhnisch vor Missachtung auf der Hut sind, da schafft mir der Glaube innere Stärke und Zuversicht, auf jeden Fall etwas zu gelten, Anerkennung zu haben bei Gott und daraus zu leben.

Wo Menschen unter selbstgewähltem Erfolgszwang leiden, wo die Verstrickungen des Lebens sie fesseln und das eigene Tun nicht ausreicht, dem Leben eine positive Bilanz zu geben, da ist der Glaube die befreiende Gewissheit, dass fürs Gelingen im Letzten der sorgt, der mehr Möglichkeiten hat als Menschen.

Die Zusagen des Glaubens schenken uns Erlösung und eine gelöste Freude, die je durch die österliche Botschaft des Sonntags erinnert und verlebendigt wird. Unter diesem Aspekt wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen gesegneten Sonntag mit viel Konsequenz.

 

 

 
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