Bischofswort zum 9. Juli 2017

Erinnerung an unsere Kernkompetenz

Von Bischof Heinz Josef Algermissen

Die würdige Feier der Liturgie ist für alle, die an Christus glauben, eine Notwendigkeit, denn es geht darum, im und durch den Gottesdienst Gottes Heil zu empfangen, zur Fülle des Lebens zu gelangen (vgl. Joh 10,10).
Dass Gott selbst im Gottesdienst handelt, muss in einer würdigen liturgischen Feier, die mir als Bischof sehr am Herzen liegt, Gestalt annehmen. Die Begegnung mit dem Heiligen und Absoluten ist zentral. Alles Unwürdige, was dieser Begegnung im Wege steht, muss deshalb aus der gottesdienstlichen Feier verschwinden.

Indes muss ich mitunter feststellen, dass Messfeiern z. B. unter irgendein Thema gestellt werden, obwohl die Messe als Feier des Erlösungsopfers so sehr sich selbst Thema genug ist, dass eigentlich kein anderes dazukommen kann. Die Bibel wird als Steinbruch von Textstellen missbraucht, um den Menschen irgendetwas beizubringen oder sie zu einer Aktion zu bewegen. Im Gottesdienst gibt es jedoch nur ein einziges Thema: Gott, der Vater, schenkt uns seinen Sohn zur Erlösung der Welt und zum Leben der Menschen. Wenn Gott aber höchstens am Rande erwähnt wird, ist die Liturgie Menschendienst, der belehren, bewegen oder auch nur unterhalten will. Mitwirkende können sich dann profilieren, sodass die Liturgie in Gefahr ist, zur Show zu verkommen. Ihre letzte Ursache haben solche Zerrbilder von Gottesdienst darin, dass Gott mit seinem Heilsdienst für Mensch und Welt nicht zum Zuge kommt; dafür feiern oder problematisieren Menschen sich selbst. Papst Benedikt XVI. hat das einmal so zur Sprache gebracht: „Ich bin überzeugt, dass die Kirchenkrise, die wir heute erleben, weitgehend auf dem Zerfall der Liturgie beruht, die mitunter sogar so konzipiert wird, …als ob es Gott nicht gäbe…“ (Aus meinem Leben, Stuttgart 1998, S. 173).
Zudem leidet der Gottesdienst an den Eigenmächtigkeiten mancher Zelebranten, die durch ihr Tun nicht nur den Gehorsam dem Bischof gegenüber verletzen, sondern auch Gläubige verunsichern. Solche eigenmächtigen Eingriffe waren nicht nur früher verboten, sie sind es nach wie vor.

Was heißt das alles nun für die gottesdienstlichen Feiern in unserem Bistum? Ganz konkret: Die Liturgie muss so gefeiert werden, wie es ihr Wesen als Gottesdienst verlangt. Gott und seine Ehre müssen im Zentrum stehen, nicht primär der Mensch. Das geschieht dann, wenn die Feiernden mit ihren Sinnen wahrnehmen können, dass etwas ganz Anderes geschieht als das, was zum Alltag gehört. „Fromm“ hängt auch mit dem Wort „fremd“ zusammen: In der liturgischen Feier bricht eine andere Welt, der Himmel, in unsere gewöhnliche Alltäglichkeit ein. So kann der hl. Benedikt im Prolog seiner Ordensregel die Mönche zum Gottesdienst mit den Worten einladen: „Öffnen wir unsere Augen dem göttlichen Licht!“ Wenn wir dieses Licht spüren, erfahren wir Trost und Aufrichtung in der liturgischen Feier. Dann ist auch der Entlassruf „Gehet hin in Frieden“ wirklich wörtlich zu nehmen, denn wir gehen hinaus in unsere Alltagswelt, gestärkt durch Gottes Wort und das Sakrament.
Damit das gelingt, braucht es sicher auch das Einhalten des Gehorsams gegenüber den verbindlichen Vorgaben der amtlichen liturgischen Bücher. Keine eigenmächtige Formulierung oder Geste des Zelebranten kann den großen Geist der Jahrhunderte atmen, wie ihn die Gebete und Riten haben, die in unserem Messbuch vorgesehen sind. Manches selbst erfundene Wort oder Gebet, mancher aus dem Internet bezogene Text bringt den Glauben der Kirche keineswegs vollständig oder richtig zum Ausdruck. Darum will ich allen Verantwortlichen ans Herz legen, die Gläubigen mit der authentischen kirchlichen Liturgie, mit ihren Worten, Gesten und Symbolen vertraut zu machen.

Das Zweite Vatikanum beschreibt in der Liturgiekonstitution die Aufgabenstellung, die dabei den Priestern zukommt, so: „Die Seelsorger sollen… bemüht sein um die liturgische Bildung und die tätige Teilnahme der Gläubigen, die innere und die äußere, je nach deren Alter, Verhältnissen, Art des Lebens und Grad der religiösen Entwicklung. Damit erfüllen sie eine der vornehmsten Aufgaben des treuen Spenders der Geheimnisse Gottes“ (Art. 19).
In diesem Zusammenhang will ich nochmals, wie schon häufig, den Wunsch äußern, dass die Mystagogie in unserem Bistum eine geistlich fruchtbare Wirklichkeit wird. Die Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst, ebenso die in der Seelsorge tätigen Schwestern und Brüder möchte ich ermutigen und motivieren, die heiligen Zeichen der Liturgie selbst geistlich zu durchdringen, sie für sich neu zu entdecken und durch Fortbildungsmaßnahmen, Predigten und Katechesen in die Gemeinde hinein weiterzuschenken. Dann kann es gelingen, dass das Prägende und Tiefste, was unsere Kirche hat und tut, zur lebendigen Mitte allen kirchlichen Handelns wird, weil darin die heiligende und heilende Gegenwart des lebendigen Gottes aufscheint.


 
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