Bistum Fulda

„Schatz in zerbrechlichen Gefäßen“

Theologische Fakultät Fulda gab Festschrift zu Ehren von Bischof Algermissen heraus

Fulda (bpf). Den Einsatz ihres Großkanzlers für die theologische Aus- und Weiterbildung an den universitären Institutionen in der Diözese Fulda hat die Theologische Fakultät Fulda jüngst auf besondere Art und Weise gewürdigt: Zu seinem 75. Geburtstag, den der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen am 15. Februar beging, überreichten ihm der Rektor der Theologischen Fakultät, Prof. Dr. Christoph Gregor Müller, und sein Vorgänger, Prof. Dr. Dr. Bernd Willmes, eine von ihnen herausgegebene Festschrift. Sie trägt als Titel den bischöflichen Wahlspruch Algermissens: „Thesaurus in vasis fictilibus – Schatz in zerbrechlichen Gefäßen (2 Kor 4,7)“, der in mehreren Beiträgen der Festschrift in verschiedenster Weise gedeutet wird. 33 Autoren aus Kirche und Wissenschaft sowie Weggefährten des Bischofs haben an der von Reinhard Kardinal Marx, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, mit einem Geleitwort versehenen Festschrift durch Beiträge mitgewirkt. Der Band, der ein photographisches Portrait des Oberhirten von Ralph Leupolt enthält, umfasst 644 Seiten und ist als 22. Band der „Fuldaer Studien“ bei Herder in Freiburg erschienen. 

 

Der frühere Dogmatikprofessor und heutige Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez (Fulda) beschäftigt sich in seinem Beitrag „Meint Hölle endgültiges Zunichtewerden?“ mit der Annihilationslehre. Christliche Eschatologie und ihr Verhältnis zum heutigen naturwissenschaftlichen Weltbild behandelt der Fuldaer Professor für Fundamentaltheologie, Prof. Dr. Dr. Jörg Disse, während Dr. Klaus Dorn (Marburg) dem Verhältnis von Schrift und Tradition nachgeht. Aus der Feder von Philosophieprofessor Dr. Bernd Goebel (Fulda) stammt eine Textedition von „De creatura“ des Ralph von Battle, einen trinitarischen Abriss der Heilsgeschichte. Sein Kollege, Pastoraltheologe Prof. Dr. Richard Hartmann, stellt unter dem Titel „Wie kann Führung und Leitung in der Kirche gelingen?“ Beiträge zur Praxis des Bischofsamts in Deutschland vor. Inspiriert vom Wahlspruch des Jubilars, legt Dr. Matthias Helmer (Fulda) unter dem Motto „Wenn das tönerne Gefäß zerbricht“ einen Beitrag über Glauben und Nicht-Glauben bei Ingmar Bergman vor, und Prof. Dr. Christoph Jacobs (Paderborn) beschreibt Inspirationen aus der Deutschen Seelsorgestudie für die Ausbildung von Priestern, Diakonen und Laien.


„Schriftgelehrte“ an der Universität Fulda in der Zeit von 1734 bis 1805 sind Thema des Aufsatzes der früheren Fuldaer Bibliotheksdirektors Dr. Berthold Jäger. Domdechant Prof. Dr. Werner Kathrein, Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät, schildert zwei nachbarschaftliche Bischofsbesuche im Jahre 1765. Prof. Dr. Max-Eugen Kemper (Münster), früher Professor für Didaktik der christlichen Kunst, widmet sich in seinem Beitrag „Von der Verkündigung des Wortes“ Stefan Andres‘ Gedicht „Die Löwenkanzel“. Privatdozent Dr. Stefan Lauber (Marburg) untersucht das biblische Wort als „zerbrechliches Gefäß“ der Rede von Gott an einem Beispiel aus dem Buch Ijob. Der Marburger Akademische Rat für Dogmatik und Ökumenische Theologie, Dr. Markus Lersch, stellt „heilskollektivistische“ Überlegungen zum „Thesaurus ecclesiae“ an. Neutestamentler und Herausgeber Prof. Müller wendet sich unter der Überschrift „Von Abrahams Schoß zum Himmlischen Jerusalem“ eschatologischen Konzepten im Neuen Testament zu. Sodann lautet das Thema von Prof. Dr. Ilse Müllner (Kassel) „Die Samuelbücher als Werk politischer Theologie“. Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Andreas Odenthal (Tübingen) schreibt über Stationsliturgie im Kloster Fulda und die geplante Edition des „Registrum Chori“ von Pater Michael Drisch. Prof. Dr. Karl Pollmann (Classical and Archaeological Studies der Universität Reading in Großbritannien) nimmt den Wahlspruch des Bischofs auf und untersucht die Wirksamkeit von 2 Kor 4,7 in der frühen Kirche. 

 

Dem früheren Rechtsdirektor des Bistums Fulda, Dr. Albert Post, geht es in seinem Beitrag „Ende einer historischen Verantwortungsgemeinschaft“ um die Ablösung der kommunalen Kirchenbaulasten in Hessen, die in jüngster Zeit erfolgt ist. „Hören, was der Geist der Kirche sagt – Bischof und Kirche auf dem Weg“ ist Thema des Aufsatzes des Fuldaer Dogmatikers Prof. Dr. Gregor Predel, während sich Diözesanbaumeister Dr. Burghard Preusler „Kunst und Architektur im Dienst von Pastoral und Verkündigung“ zuwendet. Prof. Dr. Johanna Rahner (Tübingen) bietet Nachdenkliches zur Standortbestimmung der Theologie in Wissenschaft, Gesellschaft und Kirche dar, wohingegen die Bundesvorsitzende von Pax Christi, Wiltrud Rösch-Metzler (Stuttgart), für die Stärkung der Spiritualität und Praxis aktiver Gewaltfreiheit aufgrund der Impulse von Papst Franziskus plädiert. Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Cornelius Roth (Fulda) spürt dem „Schatz als Metapher für den Reichtum Gottes und das Herz des Menschen“ in Bibel und Mystik in christlichen und islamischen Texten nach. Moraltheologe Prof. Dr. Peter Schallenberg (Paderborn) stellt unter dem Motto „Der Schatz und der Schutz des menschlich-personalen Lebens“ bioethische Überlegungen zu Lebensende und Sterbehilfe an. Sein Regensburger Amtskollege Prof. Dr. Rupert M. Scheule schreibt unter der Überschrift „Schutzbedürftigkeit und Würde“ über Bischof Algermissen und die Auseinandersetzung um den neuen Paragraphen 217 StGB.


Der frühere Kirchenrechtsprofessor und Generalvikar in Fulda und heutige Erzbischof von Bamberg, Prof. Dr. Ludwig Schick, bietet „Überlegungen zur sakramentalen Ehe – Voraussetzungen für das Zustandekommen“ dar, während es dem heutigen Fuldaer Generalvikar und langjährigen Moraltheologen Prof. Dr. Gerhard Stanke um „Gebote und Gewissen“ im Zusammenhang der Kontroverse um „Amoris laetitia“ geht. Als „Scherben eines zerbrechlichen Schatzes“ stellen Bibliotheksdirektorin Dr. Alessandra Sorbello Staub und ihr Mann Dr. Johannes Staub (Fulda) eine wiederentdeckte Pentateuch-Handschrift aus dem 10. Jahrhundert vor. Religionspädagoge Prof. Dr. Markus Tomberg behandelt als „Ein Geschenk für alle“ die inklusive Erstkommunionkatechese. Offizial und Kirchenrechtler Prof. Dr. Lothar Wächter interpretiert die gesetzgebende Gewalt des Bischofs am Beispiel des „Grundstatuts für Pastoralverbünde im Bistum Fulda“. Unter dem Titel „Leid und Lob geschwisterlich vereint“ stellt der frühere Professor für Religionspädagogik, Dieter Wagner, Anmerkungen zur Entstehung von Agnes Manns Mosaik „Gesang der drei Jünglinge im Feuerofen“ (Paderborn) vor. Der hl. Edith Stein und der Eucharistie widmet sich der Bischof von Speyer, Dr. Karl-Heinz Wiesemann. Alttestamentler Prof. Willmes zeigt „Wege zur Erkenntnis Gottes im Alten Testament“ auf, und der frühere Fuldaer Neutestamentler Prof. Dr. Josef Zmijewski behandelt in seinem Beitrag „Die Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung“ (2 Kor 12,9a) das Amtsverständnis des Apostels Paulus.

 

Müller, Christoph Gregor / Willmes, Bernd (Hg.), Thesaurus in vasis fictilibus – „Schatz in zerbrechlichen Gefäßen“ (2 Kor 4,7). Festschrift für Bischof Heinz Josef Algermissen zum 75. Geburtstag (Fuldaer Studien 22), Freiburg, Herder, 2018, X – 644 Seiten, ISBN 978-3-451-37978-9, 75 Euro.

20.02.2018


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