Bistum Fulda

„Spannend, Gott kennenzulernen“

13. Runde von „Talk am Dom“ im „Ideal“ in Fulda

Fulda (bpf). Das Publikum konnte die Begeisterung von Schwester Teresa Zukic spüren, mit der sie ihre Bekehrung zum christlichen Glauben schilderte: „Es war spannend, Gott kennenzulernen“. Sie habe Gott nicht gesucht, vielmehr habe Er sie gefunden, so die durch ihren Auftritt bei Margarete Schreinemakers als „skateboardfahrende Nonne“ sowie ihre Vorträge und Bücher bekannte Ordensfrau. Zukic war zusammen mit dem christlichen Musiker Arne Kopfermann, dem Schauspieler Günter Heun, dem FFH-Geschäftsführer Hans-Dieter Hillmoth und Ständigem Diakon Michael Huf bei Moderator Dr. Klaus Depta zum dreizehnten „Talk am Dom“ eingeladen. Die starken persönlichen Beiträge der Gäste, die von einem begeisterten Publikum im vollbesetzten Café „Ideal“ verfolgt wurden, umrahmte Arne Kopfermann mit seinen nahegehenden christlichen Songs.  


Im ersten Gespräch der Runde kam der „Vollzeit“-Diakon und frühere Unternehmer Michael Huf zu Wort. 2008 war er mit zwei Kollegen für die Entwicklung einer tragbaren Herz-Lungen-Maschine mit dem Bayerischen Innovationspreis ausgezeichnet worden – heute arbeitet er als Diakon im Zivilberuf und begleitet Menschen in schwierigen Lebenslagen. „Ich verdiene die Hälfte, arbeite doppelt so viel – und bin dreimal so glücklich“, betonte Huf. Mit einem Arzt und einem Ingenieur zusammen hatte er als Marketingleiter die Firma Lifebridge begründet, nachdem er zunächst im Außendienst Herzklappen verkauft hatte. Er wäre mit seinen Kollegen bei einem Verkauf der Firma ziemlich reich geworden, doch dann starb der Ingenieur plötzlich, es kam zur Insolvenz, und Huf stand mit einem Mal als ehemaliger Vorstand auf der Straße. In dieser Situation kam das Angebot, hauptberuflich in Fulda als Diakon tätig zu werden, zur rechten Zeit. „Der Bezug zum christlichen Glauben war schon immer da – und die Ausbildung zum Diakon habe ich während meiner Arbeit für die Firma in meiner freien Zeit absolviert.“  


Der Musiker Arne Kopfermann, als Pastorensohn aufgewachsen, singt seit Jahren von der Liebe Gottes und der Größe seiner Schöpfung in modernen christlichen Gemeinden. Der Unfalltod seiner geliebten Tochter im Jahr 2014 führte ihn in eine schwere Lebenskrise, die er durch seinen Glauben an Gott und mit Hilfe seiner Musik überwand. „Wir sind gläubige Christen, und haben noch auf ein Wunder gehofft, doch am Ende mussten wir uns mit dem Tod unserer Tochter abfinden.“ Wenn Kinder vor ihren Eltern stürben, gebe es dafür kein Wort wie „Waise“ im umgekehrten Fall, so Kopfermann. Mit den Songs seiner CD „Mitten aus dem Leben“ und seinem gleichnamigen Buch leistet Kopfermann selbst persönliche Trauerarbeit und hilft anderen, die ebenfalls ihre Kinder verloren haben. Ein Traumatherapeut habe ihm geholfen, die Schuldgefühle wegen des Autounfalls zu bewältigen und sich selbst vergeben zu lernen. „Gott passt nicht in unser Schema“, zeigte sich der Musiker überzeugt. „Hier ist nicht das Ziel unseres Lebens.“ Das „Sara-Projekt“ bei World Vision zu Ehren seiner Tochter unterstützt er durch den Erlös seiner Buch- und CD-Verkäufe.  


Getreu ihrem Lebensmotto „Für den lieben Gott tue ich alles“ erläuterte Sr. Teresa Zukic, die aus Kroatien stammt, auf humorige Art ihren Weg zum Glauben und ihre positive Einstellung zum Leben. Einem größeren TV-Publikum durch ihre Auftritte bei Beckmann, Lanz und Pilawa bekannt, wusste sie als Kind nichts vom christlichen Glauben. Eigentlich wollte sie Sportlerin werden, las dann aber die Bibel, die sie „existentiell berührte“, so dass sie sich taufen ließ und in ein Kloster eintrat. War das Leben zuvor für sie nur wie ein „lustiges Lied“, so wurde es nun mit Jesus zur „Symphonie“. Sie arbeitete an einem sozialen Brennpunkt in Hanau und ging dann später nach Pegnitz im Erzbistum Bamberg, wo sie seit 24 Jahren in einer kleinen Kommunität lebt. Sie arbeitet viel mit Kindern, hält Vorträge im ganzen Land und veröffentlicht Bücher, um die Frohe Botschaft zu verkünden. Auch guten Rat hat sie für die Menschen, die sich über Kränkungen durch andere ärgern: „Lass nicht alles an dich heran und trage es mit Humor!“


Schauspieler Gunter Heun wirkte bereits in vielen Folgen der Serien „Marienhof“, „Aus heiterem Himmel“ und „Soko München“ mit. Lieber aber ist ihm das Spiel am Theater, etwa Don Camillo und aktuell Wilhelm Tell. Eine besondere Stellung hat seine Darbietung des Ein-Personen-Stückes „Judas“ von Lot Vekemans. Als „Judas Iskariot“ begrüßte ihn Klaus Depta auch zunächst und ließ ihn in dieser beeindruckenden Rolle zu Worte kommen. Danach gab Heun einen Einblick darin, wie er sich die Rolle des Judas erarbeitet und sie mit Leben gefüllt hat. „Die Trennlinie zwischen Figur und Schauspieler lasse ich verschwinden, um so ehrlich wie möglich Judas zeigen zu können – als Anwalt der Figur, nicht als Darsteller“, unterstrich Heun. Judas habe seiner Ansicht nach Jesus nicht wegen des Geldes verraten. „Wie hätte das Christentum entstehen können, wenn Jesus nicht gekreuzigt worden wäre?“, fragte Heun und ließ sie Antwort offen. Er sieht die schwierige Solo-Rolle, die auch die Zuschauer sehr berühre, als eine seiner Lebensrollen an.


Der Radiopionier Hans-Dieter Hillmoth ist Geschäftsführer der Radio/Tele FFH. Kurz nach dem Fall der Mauer erhielt er die entsprechende Lizenz – mit vier Mann fingen sie 1989 in einer Baracke an und waren beim Hessentag 1990 in Fulda dabei. „Radio lebt durch die Nähe zum Hörer“, lautete Hillmoths Erklärung für sein Erfolgsrezept. Heute hat die Firma 104 Mitarbeiter. Schon als Jugendlicher probierte er in einem Krankenhaus das Radiomachen aus – und interviewte sogar einmal Bundespräsident Gustav Heinemann, ohne zu erkennen, dass dessen Aussage, er wolle nur eine Amtszeit absolvieren, damals eine Sensation war. Dann kamen Studium und journalistische Ausbildung. Die Festanstellung beim HR gab Hillmoth zugunsten eines Privatradios in Bayern auf. Er betonte im Gespräch mit Depta, dass der Erfolg des Radios keineswegs selbstverständlich sei, aber bislang habe es sich am Markt behaupten können. Am Heiligen Abend moderiert er immer selbst. „Von Anfang an ist mir das Kirchenprogramm im Sender wichtig gewesen“. Wenn Radio das gesamte Leben abbilden wolle, gehörten dazu eben auch Kirche und Glaube, so Hillmoth. „Es ist wichtig, dass die Kirche über den Privatfunk auch andere Menschen erreicht als im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.“  

19.03.2018


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