Philipp Jakob Baudrexel (1627 - 1691)

Erstaufführung von Werken aus den "primitiae deo et agno coelestis"

Am Sonntag, den 9. September 2007 erklang erstmals in Fulda die fünfstimmige Messe aus den "primitae" und das Te deum.

Ein Leipziger Vokalquintett und ein Ensemble mit historischen Instrumenten musizierte die Werke zusammen mit Stücken von Johann Melchior Gletle und Johann Melchior Caesar, beides Zeitgenossen Baudrexels, um 16. oo Uhr in einem Konzert zum Tag des offenen Denkmals in der Propsteikirche Fulda-Johannesberg.

Inzwischen stehen die Werke als pdf-download zur Verfügung:
 

Kurzbiographie, Hörproben und Notenansicht

Philipp Jakob Baudrexel, am 2. Mai 1627 in Füssen/Allgäu geboren, gelangte durch einflußreiche Gönner als Student der Theologie an das von Jesuiten getragene Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom, an dessen Kollegiatskirche Giacomo Carissimi als Kapellmeister wirkte. Bei dem die katholische Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts prägenden Carissimi erhielt Baudrexel ein umfassende musikalische Ausbildung, die es ihm ermöglichte, Einflüsse der frühbarocken Kirchenmusik Italiens an seine priesterlichen Wirkungsstätten in den süddeutschen Raum weiterzutragen. Nach einer Position als Chorherr am Augsburger Dom wurde Baudrexel 1654 als Stadtpfarrer und Dekan nach Kaufbeuren berufen. Für den Chor der Stadtkirche St. Martin komponierte er seine erste Sammlung "Primitae deo et agno coelestis", bestehend aus je zwei fünf - achtstimmigen Messen, Requien, Te deum und motettischen Hymnenvertonungen, die er 1644 bei Michael Wagner in Innsbruck drucken ließ.
 
Das wachsende Ansehen der Kaufbeurer Kirchenmusik und Baudrexels als Komponist ermöglichte ihm 1668 die "Psalmi vespertini", einer Sammlung von mehrchörigen Vesperpsalmen für Sonntage, Marien-, Apostel und Heilgenfeste, in der fürstabtlichen Offizin in Kempten drucken zu lassen. download der Psalmen: Dixit dominus Domine me ad adjuvandum De profundis Magnificat Laudate pueri
Zermürbt von den Auseinandersetzungen mit dem stark protestantischen Stadtrat wechselte Baudrexel 1672 in die Dienste des Fürstabtes von Kempten und Fulda, Graf Bernhard Gustav von Baden-Durlach. In der gegenreformatorisch geprägten Stadt baute Baudrexel aus vorhandenen dilettierenden Kräften ein figurale Hofmusik mit bezahlten Musikern auf.
 
Nach dem Tode seines Fuldaer Dienstherrn wechselte Baudrexel zunächst als Pagenhofmeister, dann als Hof- und Domkapellmeister nach Mainz, wo er ebenfalls eine figurale Hofmusik aufbaute. In diese Zeit fällt vermutlich die Übersetzung der "Ars cantandi", einer elementaren Musiklehre für Singschüler, die zusammen mit der zweiten Auflage des "Wegweisers", einer Generalbass- und Orgelschule 1692 in Augsburg erschien.
 

Quellen:

Erich Tremmel: Philipp Jakob Baudrexel, in: MGG Personenteil, Bd. 2 Kassel, 1999.

Ernst Fritz Schmid: Philipp Jakob Baudrexel, ein Füssener Komponist des 17. Jahrhunderts, in: Festschrift zum 1200jährigen Jubiläum des Hl. Magnus (1950).

Anton Brenner: Dr. Philipp Jakob Baudrexel, in: Kaufbeurer Geschichtsblätter Bd. 12, 1991, S. 323ff.

Adam Gottron: Dr. Philipp Jakob Baudrexel, in: Beiträge zur Geschichte der Stadt Mainz, Bd. 18, S. 66ff.

Ulrich Moormann: "Frühbarocke Klangpracht", 126. Jahrgang der "Musica sacra" Heft 5 September/Oktober 2006, musica-sacra-online.de

 

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